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Softcore
 
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Softcore [Taschenbuch]

Tirdad Zolghadr , Johann Chr. Maass
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Künstlertypen. Koksen, gucken osteuropäische Pornos, labern postmoderne Floskeln, deren Abgedroschenheit ihnen selbst lächerlich vorkommt. Manchmal machen sie etwas unglaublich lieb- und reizloses, man traut sich nicht, es Sex zu nennen, so uninspiriert ist es. Kunst machen sie eigentlich nicht. Tirdad Zolghadr, auf Englisch schreibender Iraner mit Wohnsitz Berlin, hat mit "Softcore" eine Kolportage geschrieben - dachten wir uns doch, dass es in der Kunstszene so zugeht. So grölt die Volksseele. Aber: Zolghadr geht es überhaupt nicht um Kunst, es geht ihm um Pop. "Softcore" ist eigentlich Popliteratur, und während Christian Kracht den Ennui der Oberschicht zum Thema hat, Dietmar Dath eine längst hohl drehende marxistische Revolutionsästhetik und Thomas Meinecke die gendertheoretischen Aspekte im R'n'B, so dreht sich Zolghadrs schillernder Text um die Eröffnung einer Galerie in Teheran. Dass hier ein exotischer Schauplatz auftaucht, dass man erstaunt ist, den Iran als Ort für zeitgenössische Kunst zu sehen, verrät mehr über den arroganten Blick des Westens als über Zolghadrs tatsächliche Intention. Dass der Iran ein repressives politisches System ist, interessiert in "Softcore" eigentlich gar nicht - bis zum Epilog, der einem allerdings mit umso heftigerer Gewalt in die Magengrube fährt. Denn Tirdad Zolghadr ist weniger harmlos als es den Eindruck macht. (fis)

Kurzbeschreibung

Einen Nachtclub eröffnen in Teheran? Teheran, ein Vierteljahrhundert nach der Revolution: Ein junger Iraner kommt zurück aus dem Ausland, um das Promessa wiederzueröffnen: In den 70ern eine angesagte Cocktailbar, soll es jetzt Nachtclub und Galerie werden. Ist das im Land der Mullahs möglich? Er taucht ein in die Welt des iranischen Großbürgertums und der Kunstschickeria, in der Politik keine Rolle spielt, in der sich Alkohol, Islam, französische Philosophen und westliche Marken scheinbar problemlos miteinander verbinden lassen. Doch plötzlich wird aus dem Spiel mit Regeln Ernst: Bei Aufnahmen zu einem Videofilm wird er festgenommen und scheinbare Vertraute entpuppen sich als Strippenzieher der Regierung. Erst nach tagelangen Verhören bietet ihm der Geheimdienst die Freilassung an - unter einer Bedingung ... Tirdad Zolghadr schreibt mit Tempo, Witz und Hintergründigkeit über den Kunstbetrieb, dessen Ironie in Teheran schneller als irgendwo sonst an seine Grenzen stößt. Seine hellsichtige Satire über die Eröffnung einer Galerie ist zugleich das Zeitporträt einer Generation, die sich für Politik schon lange nicht mehr interessiert, ihr aber ausgeliefert ist. »Das überraschendste Buch seit Jahren. Ein äußerst unterhaltsamer Roman, spannend wie ein Thriller, von einem ungewöhnlichen Ort eine hervorragende Möglichkeit, mehr über das Teheran von heute zu erfahren.« Andrei Kurkov

Über den Autor

Tirdad Zolghadr, geb. 1973, wuchs zunächst in Teheran und dann in Afrika und Europa auf. Er lebt als Kurator und freier Journalist in Berlin und schreibt unter anderem für Frieze und die Neuer Zürcher Zeitung. Er ist Autor und Regisseur mehrerer Dokumentarfilme. Johann Christoph Maass Geb. 1973, ist freier Lektor und Übersetzer und lebt in Berlin.
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