Was bewegt Anwender dazu, sich dieses Produkt zu kaufen? MS Office (MSO) existiert und ist mittlerweile für Privatanwender erschwinglich geworden. Und mit OpenOffice.org (OOo), LibreOffice (LO) und IBM Lotus Symphony (ILS) stehen drei völlig kostenfreie Office-Pakete bereit. Sind also alle Käufer von Softmaker Office (SMO) einfach nur uninformiert oder gar ihrem Geld böse? - Mitnichten!
Zunächst einmal ist die Datenkompatibilität zwischen MSO (inkl. der Version 2010) und SMO 2012 um Längen besser als zwischen MSO und OOo, LO oder ILS. Ich habe mit Softmaker Office 2012 Texte, Tabellen und Präsentationen aus MSO 2003, 2007 und 2010 geöffnet, an denen ILS komplett scheiterte, und OOo/LO die Dokumente z. T. derartig verstümmelten, dass kaum noch etwas Lesbares auf dem Bildschirm zu erkennen war. Rechtschreibprüfung und Thesaurus von SMO sind nicht einfach nur besser als in OOo, sondern sie deklassieren ihre freien Gegenstücke regelrecht. Dazu kommen der voll integrierte Duden und die viersprachigen Wörterbücher von Langenscheidt. Eine ähnliche Ausstattung würde bei MSO noch einmal dasselbe kosten wie die MSO Home & Student-Version alleine.
Im Gegensatz zu MS Office 2010 präsentiert sich die Oberfläche von SMO 2012 extrem übersichtlich und aufgeräumt. Es bleibt dem Anwender erspart, sich zwischen völlig überdimensionierten Symbolen auf irgendwelchen ständig wechselnden Multifunktionsleisten (Ribbons) zurechtzufinden. Die Optik der Symbole und der Aufbau der Menüs erinnern dabei sehr an MSO 2003. Konventionelle Menüs und ebensolche Symbolleisten, gerne auch kontextsensitiv (so wie bei SMO 2012), mögen zwar nicht mehr den "Eye-Candy"-Charakter haben, den die Fans von klickibunten Benutzerführungen erwarten, aber sie stellen wohl nur die allerwenigsten Anwender vor ein Rätsel.
Ein Bereich, in dem Softmaker auch mit dem neuen Office 2012 wieder einmal (= wie auch mit den Vorgänger-Versionen 2006, 2008 und 2010) voll punktet, ist die Geschwindigkeit sowohl der Installation als auch der Ausführung der einzelnen Programme. Selbst auf einem schwachbrüstigen Netbook rennt SMO 2012 wie Schmidts Katze und ist dabei in Punkto Funktionalität nicht schlechter als z. B. MS Office 2003, bloß dass es dabei auch noch PDF-Export bietet. Im direkten Vergleich erweisen sich OOo/LO und ILS als sehr deutlich reaktionsträger; so macht das Arbeiten keinen großen Spaß. MSO 2010 vermittelt vor allem auf einem Netbook unter Windows XP Home SP3 in etwa das Temperament einer Überdosis Schlaftabletten; die Kombination Netbook und MSO 2010 wünscht man selbst seinen ärgsten Feinden nicht.
Ein weiterer Bereich, im dem Softmaker ebenfalls den Vogel abschießt, ist der Kundendienst. Kompetent, kostenfrei, gut erreichbar und reaktionsschnell in herstellereigenen Supportforum und auch per E-Mail - von solch einer Servicequalität könnten sich andere Hersteller eine sehr dicke Scheibe abschneiden. Und im Bedarfsfall werden auch kundenspezifische Wünsche umgesetzt und in die Servicepacks (Updates) aufgenommen. Ein derartig kundenfreundliches Verhalten dürfte in der Welt der bezahlbaren Produktivitätsanwendungen wohl einmalig sein!
Es mag einigen nicht passen, dass ich die Datenkompatibilität zu MSO betone, aber da ich nun einmal in der realen Welt lebe, erkenne ich an, dass die MS-Dateiformate de facto das Maß der Dinge sind, an denen sich der Rest der Welt vorerst noch zu richten hat. Das mag sich in einigen Jahren ändern, aber z. Z. sieht es trotz ODF-Standardisierung nicht so aus. Und so schneiden Programme, die eine bessere Kompatibilität zum inoffiziellen Welt-Standard bieten, einfach besser ab als solche, die das nicht tun.
Was die Professional-Variante von SMO 2012 von der Standard-Version unterscheidet ist neben der Duden-/Langenscheidt-Integration auch ein sehr brauchbarer E-Mail-Klient names eM Client, der aktuell in der Version 3.5 enthalten ist, wobei aber ein Upgrade auf die Version 4.0 unmittelbar bevorsteht. Auch wenn das Programm in der Funktionalität mit MS Outlook 2010 nicht ganz mithalten kann, so ist es doch, ebenso wie der Rest des SMO 2012, auf bestmögliche Performance auch auf schwächeren Rechnern getrimmt und bietet eine für Privatanwender und auch die meisten gewerblichen Nutzer, die keinen MS-Exchange-Server beitreiben (da hat eM Client manchmal Probleme mit der Kontenanbindung) mehr als ausreichende Funktionalität inkl. Mail (diverse Konten gleichzeitig), Kontaktverwaltung, Terminkalender und Aufgabenlisten. Hervorzuheben ist besonders die hervorragende Integration der Google-Mail-Dienste inkl. eines praktisch perfekten Datenaustausches mit den Informationen auf dem Google-Mail-Server. Da eM Client keine Eigenentwicklung von SoftMaker ist, sondern ein zugekauftes Produkt, funktioniert der Austausch der Kontaktdaten des Mail-Programms mit den Anwendungen TextMaker und PlanMaker nicht, was bei der Erstellung von Serienbriefen u. ä. leider zu entsprechender Mehrarbeit bei der Erstellung von Adresslisten führt. Auf jeden Fall ist m. E. im direkten Vergleich zwischen eM Client, Mozilla Thunderbird (inkl. Kalendererweiterung Lightning) und MS Outlook 2010 der eM Client der eindeutige Preis-Leistungssieger: deutlich schneller und robuster als Thunderbird, dazu mit der besseren Funktionalität ausgestattet und erheblich schneller und preiswerter als Outlook.
Zwei weitere Vorteile sollen nicht unerwähnt bleiben:
1. Jedes SMO 2012-Paket beinhaltet DREI Lizenzen, die einen gewerblichen/kommerziellen Einsatz der Software gestatten. MSO 2010 ist in der Home & Student-Version sogar noch 30-40 ¤ teuer, darf dabei jedoch nicht einmal kommerziell eingesetzt werden.
2. Jede einzelne Installation von SMO 2012 inkl. des eM Client enthält die Lokalisierungen für diverse Sprachen (inkl. Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch), d. h., auch die Oberfläche, Menüsprache, Hilfedateien und Handbücher liegen in weitaus mehr als nur einer Sprache vor.
Insgesamt erhält Softmaker Office 2012 von mir trotz kleiner Schwächen die volle Punktzahl, weil ganz einfach das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Gerade auf mobilen Geräten oder älteren Computern kann SMO 2012 seine Vorteile ausspielen und bietet Privatanwendern einfach das bessere Office: schnell, zuverlässig und mit viel mehr als nur den nötigsten Funktionen, darüber hinaus aber auch ausgestattet mit einer sehr intuitiven, auf Wunsch sogar mehrsprachigen Benutzeroberfläche, einer vorzüglichen Rechtschreib- und Grammatikprüfung und einem erstklassigen Synonym- und Übersetzungswörterbuch (letzteres in Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch). Die Kompatibilität zu MS Office geht dabei so weit wie bei keinem anderen mir bekannten Büropaket.