gonzales, der kanadische berliner aus paris, der große ekklektiker des pop, der elegante mittäter bei den interessantesten gratwanderungen (peaches, feist, louie austen), der nebenerwerbs-klassik-pianist, hat sich also jetzt logischerweise des disco-revivals angenommen. und natürlich kann das niemand besser als er. zwischen bee gees und barry manilow, gerry rafferty und hall & oates, zwischen disco, soul, easy listening und reinem, strahlenden schmalz findet er sicheren tanzschritts seinen weg.
"working together" ist ein geschmeidiger tanzbodenhit, für den "hercules and love affair" betteln, stehlen und lügen würden. "slow down" wieder ist eine sich warm anschmiegende trash-soul-ballade, die unmöglich ernst gemeint sein kann. oder "let's ride": schmatzender seventies-disco, wie ein outtake von "saturday night fever". und damit's nicht zu einfach wird, baut gonzales zwischendurch wuchernde klavieretüden ein.
fazit: ein album, so schön, wie die echten siebziger jahre in wahrheit nie waren. ich unterstelle einmal als arbeitshypothese, er meint das alles ironisch, und finde daher all die handclap-beats, all das streicher-streichfett, das saxofon-geschmachte und die schmierigen synthesizer schön, wahr, gut und vor allem lustig.
die frage, ob man das in z.b. einem jahr noch hören wird wollen bzw. können, lassen wir, weil im moment unerheblich, jetzt einfach mal nicht zu. tanz baby!