Aus der Amazon.de-Redaktion
Nimmt man es zunächst einmal abschätzend in die Hand, um darin zu blättern, erstaunt die Dicke des Wälzers. Welcher Jugendliche hat schon die Geduld und die Lust, sich durch 614 Seiten durchzukämpfen? Kaum ein Erwachsener will sich das zumuten. Noch dazu, wenn es sich um ein so trockenes Gebiet wie die Philosophie handelt.
Und doch. Viele Leser werden den fetten Schmöker erst dann aus der Hand legen, wenn sie Sofies Welt erkundet haben. Geht es doch dabei um nichts geringeres als die großen Fragen der Menschheit.
Sofie ist ein junges Mädchen, das im Sommer seinen 15. Geburtstag feiert und aus heiterem Himmel merkwürdige Briefe erhält, mit so komischen Fragen wie zum Beispiel: "Wer bist du?", "Woher kommt die Welt?" oder "Gibt es ein Leben nach dem Leben?". Aber es kommen auch Briefe an ein anderes Mädchen namens Hilde, das bei Sofie wohnen soll.
Sofie macht sich auf, Hilde zu suchen und begegnet dabei Alberto Knox, der ihr einen Philosophiekurs anbietet. Dabei lernt Sofie in kürzester Zeit mehr, als in einem Jahr an der Schule.
Noch dazu ist es hochinteressant, was Alberto über die Zeit der Mythen zu berichten weiß. Er erzählt von den Griechen, legt einen rasanten Streifzug durchs Mittelalter ein, beschreibt Renaissance, Barock und die wichtigsten Denker der Aufklärung und arbeitet sich an exemplarischen Beispielen wie Freud und Sartre bis zur Gegenwart durch.
Sofies Welt ist kein trockenes Lehrbuch, das einen seitenlang langweilt und nur mit dem Fremdwörterbuch genießbar ist. Nein, die Philosophie wird vom Autor in eine pfiffige Geschichte verpackt, wobei er sowohl mit seinen Figuren als auch mit dem Leser während der Lektüre spielt.
Ganz nebenbei erfährt man eine ganze Menge Fakten über die Anfänge des Denkens. Jostein Gaarder stellt die zentralen philosophischen Fragen einer Epoche immer in ihren historischen Kontext. So gelingt es ihm, daß der Leser am Ende des Buches nicht nur eine vergnügliche Geschichte gelesen hat, sondern auch einen roten Faden in der Hand hält, mit dem er selbst die Entwicklung der Philosophie betrachten kann, ohne von einem Wust an Fakten erschlagen zu werden, die nicht mehr zuordenbar sind.
Wer Lust bekommt, das eine oder andere Kapitel nach einiger Zeit noch einmal zu lesen, dem hat es der Autor leicht gemacht, da ein umfangreiches Stichwortregister am Ende des Buches das gezielte Nachschlagen ermöglicht.
Jostein Gaarder, geboren 1952, lebt in Norwegen und, wie kann es anders sein, lehrt Philosophie. Er zeigt in seinem Buch überzeugend, daß es Spaß macht, Fragen zu stellen, Antworten auszuprobieren, denn gerade die komischen Antworten in der Geschichte und die falschen Lösungsansätze in der Philosophie führen oft zu den interessanteren, neuen Fragen. Kurz gesagt: Denken macht Spaß -- man sollte es mal wieder ausprobieren. --Manuela Haselberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
Amazon.de-Hörbuchrezension
Sofie macht sich auf, Hilde zu suchen und begegnet dabei Alberto Knox, der ihr einen Philosophiekurs anbietet. Dabei lernt Sofie in kürzester Zeit mehr, als in einem Jahr an der Schule.
Noch dazu ist es hochinteressant, was Alberto über die Zeit der Mythen zu berichten weiß. Er erzählt von den Griechen, legt einen rasanten Streifzug durchs Mittelalter ein, beschreibt Renaissance, Barock und die wichtigsten Denker der Aufklärung und arbeitet sich an exemplarischen Beispielen wie Freud und Sartre bis zur Gegenwart durch. Sofies Welt ist kein trockenes Lehrbuch, das einen seitenlang langweilt und nur mit dem Fremdwörterbuch genießbar ist. Nein, die Philosophie wird vom Autor in eine pfiffige Geschichte verpackt, wobei er sowohl mit seinen Figuren als auch mit dem Leser während der Lektüre spielt.
Ganz nebenbei erfährt man eine ganze Menge Fakten über die Anfänge des Denkens. Jostein Gaarder stellt die zentralen philosophischen Fragen einer Epoche immer in ihren historischen Kontext. So gelingt es ihm, daß der Leser am Ende des Buches nicht nur eine vergnügliche Geschichte gelesen hat, sondern auch einen roten Faden in der Hand hält, mit dem er selbst die Entwicklung der Philosophie betrachten kann, ohne von einem Wust an Fakten erschlagen zu werden, die nicht mehr zuordenbar sind.
Wer Lust bekommt, das eine oder andere Kapitel nach einiger Zeit noch einmal zu lesen, dem hat es der Autor leicht gemacht, da ein umfangreiches Stichwortregister am Ende des Buches das gezielte Nachschlagen ermöglicht.
Jostein Gaarder, geboren 1952, lebt in Norwegen und, wie kann es anders sein, lehrt Philosophie. Er zeigt in seinem Buch überzeugend, daß es Spaß macht, Fragen zu stellen, Antworten auszuprobieren, denn gerade die komischen Antworten in der Geschichte und die falschen Lösungsansätze in der Philosophie führen oft zu den interessanteren, neuen Fragen. Kurz gesagt: Denken macht Spaß -- man sollte es mal wieder ausprobieren. --Manuela Haselberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Buch der 1000 Bücher
Sofies Welt
OT Sofies VerdenOA 1991 DE 1993 Form Roman Epoche Postmoderne
Dem Untertitel nach ein »Roman über die Geschichte der Philosophie«, ist der Roman Sofies Welt von Jostein Gaarder zugleich ein postmodernes Erzählspiel.
Inhalt: Sofie Amundsen wird kurz vor ihrem 15. Geburtstag in einer Serie ominöser Briefe von einem mysteriösen Absender zu einem privaten Philosophiekurs eingeladen. Zunächst vollziehen sich die Lektionen schriftlich, doch bald lernt Sofie ihren Lehrer Alberto Knox per Videokassette und schließlich in Person kennen. In Brief- und Dialogform erfährt sie die Grundzüge der abendländischen Philosophiegeschichte. Zugleich findet sie an den verschiedensten Orten Postkarten, die an die ihr völlig unbekannte gleichaltrige Hilde Møller Knag adressiert sind und von deren Vater, einem norwegischen UN-Offizier aus dem Libanon, stammen. In einer Waldhütte stößt Sofie auf Hildes Bild in einem Zauberspiegel.
Wirkt das Buch bis hierher wie eine Teenagergeschichte, so muss der Leser bald die im Roman ausgesprochene These, dass das Sein auf dem bloßen Wahrgenommenwerden beruhe, beim Wort nehmen: Die eigentliche Wirklichkeit ist das Leben Hildes, deren Vater ihr mit einem Aktenordner zur Philosophiegeschichte und zahllosen Geburtstagskarten gratuliert. Major Knag hat Alberto und Sofie erfunden; Sofies Welt ist die Fantasie, in der sich bei einer aus dem Ruder laufenden Gartenparty die Konventionen der Realität verlieren. Als der Erzähler aus Beirut zurückkehrt, machen sich Sofie und ihr Lehrer selbstständig. Sie treffen auf bekannte literarische Figuren und erkennen, dass sie nicht wirklich leben, aber: »Zum Ausgleich werden wir auch nie sterben.«
Aufbau: Das 600-seitige Buch ist durch Namens- und Sachregister sowie durch schlagwortartige Kapitelüberschriften wie »Aristoteles ein peinlich genauer Mann der Ordnung, der in den Begriffen der Menschen aufräumen wollte« als didaktisches Werk ausgewiesen. Es arbeitet mit verschiedenen Typografien: Außer der Kursivierung für Zitate wird eine Drucktype für die wirkliche und eine für die fiktive Welt inklusive der Lehrinhalte verwendet. Dieses Prinzip dreht sich, als klar wird, dass die vermeintliche Realität Fiktion ist und umgekehrt.
Wirkung: Sofies Welt wurde binnen kurzem zum internationalen Bestseller und zum Modell für zahlreiche kommerzielle Nachahmungsversuche. Gleich mehrere Publikumsschichten konnte Gaarder mit seinem Roman erreichen: Jugendliche Leser werden über die Identifikation mit der Titelfigur zum spielerischen Erlernen der Reflexion animiert. Angeboten wird eine elementare Einübung in das staunende Denken und den Umgang mit den Grundfragen des Menschen, aber ebenso ein kapitelweise konsumierbarer Abriss der Philosophiegeschichte. In dieser nur leicht maskierten Präsentation ernsthaften Lernstoffs wird das Konzept einer Jugendliteratur aufgegriffen, wie sie schon in der Aufklärung floriert hatte. Gaarders Philosophiegeschichte selbst ist denn auch traditionell; faktisch endet sie im 19. Jahrhundert.
Auch von Erwachsenen wurde das Buch gern gelesen. Dieses Interesse erklärt sich aus einer Eigenart des Buchs: Es inszeniert selbstbezüglich das Eigenleben der Fiktion und hierin liegt eine gewisse literarische Raffinesse. Sofies Welt wurde in über 40 Sprachen übersetzt und trug dem Autor zahlreiche Preise ein. Auf der Grundlage des Romans entstanden Spiele, CDs, Hörspielversionen und 1999 ein Spielfilm. A. H. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
Kurzbeschreibung
Mysteriöse Briefe landen im Briefkasten der 15jährigen Sofie Amundsen in Oslo. Was sollen diese Fragen: »Wer bist du?«, »Was ist ein Mensch?« und »Woher kommt die Welt?«. Sofie ist irritiert. Die Briefe werden ausführlicher und entführen sie in die abenteuerliche und geheimnisvolle Gedankenwelt der großen Philosophen. Ihr unbekannter Briefeschreiber erzählt Sofie die Geschichte Europas, der Antike, des Mittelalters und der Renaissance und dann nimmt die Geschichte eine unglaubliche Wendung -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
Autorenportrait
Auszug
... schließlich und endlich mußte doch irgendwann irgend etwas aus null und nichts
entstanden sein ...
Sofie Amundsen war auf dem Heimweg von der Schule. Das erste Stück war sie mit Jotunn zusammen gegangen. Sie hatten sich über Roboter unterhalten. Jotunn hielt das menschliche Gehirn für einen komplizierten Computer. Sofie war sich nicht so sicher, ob sie da zustimmte. Ein Mensch mußte doch mehr sein als eine Maschine?
Beim Supermarkt hatten sie sich getrennt. Sofie wohnte am Ende eines ausgedehnten Viertels mit Einfamilienhäusern und hatte einen fast doppelt so langen Schulweg wie Jotunn. . Ihr Haus schien am Ende der Welt zu liegen, denn hinter Ihrem Garten gab es keine weiteren Häuser mehr, nur noch Wald. Jetzt bog sie in den Kløververein ein. Ganz am Ende machte der eine scharfe Kurve, die »Kapitänskurve« genannt wurde. Menschen waren hier fast nur samstags und sonntags zu sehen.
Es war einer der ersten Tage im Mai. In einigen Gärten blühten unter den Obstbäumen dichte Kränze von Osterglocken. Die Birken hatten dünne Umhänge aus grünem Flor. War es nicht seltsam, wie zu dieser Jahreszeit alles anfing zu wachsen und zu gedeihen? Woran lag es, daß Kilo um Kilo des grünen Pflanzenstoffes aus der leblosen Erde quellen konnte, sowie das Wetter warm wurde und die letzten Schneereste verschwunden waren? Sofie schaute in den Briefkasten, ehe sie das Gartentor öffnete. In der Regel gab es darin viel Reklamekram und einige große Briefumschläge für ihre Mutter. Sofie legte dann immer einen dicken Stapel Post auf den Küchentisch, ehe sie auf ihr Zimmer ging, um ihre Aufgaben zu machen.