Unternehmen sind nicht nur in ein Sozialgefüge eingebettet, sie sind auch ein eigenes kleines Sozialgefüge für sich - ähnlich einem Biotop das in eine Umwelt integriert ist und doch ein Eigenleben führt. Gestaltet wird dieses soziale Gefüge „Unternehmen" von den Menschen die es leben. Die Autoren beschäftigen sich in diesem Werk mit dem Aufbau und der Sozialkompetenz von Organisationen sowie deren Einflüssen auf Fusionen.
Schlägt man das Buch auf, so wird man zu Beginn in doppelter Hinsicht positiv überrascht. Die Überschrift Einleitung kündigt hier keine trockene und damit nicht unbedingt lesenswerte Hinführung auf das Thema an. Alternativ haben die Autoren eine Kurzgeschichte gewählt. Sie hinterlässt, neben der Tatsache, dass an ihrem Ende ein „Happy End" steht, insbesondere die Erkenntnis, dass Unternehmensregeln und die Kenntnis des Wettbewerbs wichtig sind, aber erst durch Menschen gelebt werden.
Ein Seite umgeblättert wartet schon die zweite positive Überraschung: Die Autoren haben sich die Mühe gemacht und eine Anleitung für den Leser verfasst. Sie beinhaltet Vorschläge in welcher Form das Buch gelesen werden kann und welche Kapitel dann im Vordergrund stehen. Insbesondere für den von Zeitnot ge-plagten Leser eine wertvolle Unterstützung.
Im weiteren Verlauf des Buches führen die Autoren den Leser Schritt für Schritt tiefer in die Themengebiete Entwicklung der Sozialkompetenz, Methoden des Managements und das Unternehmen als soziales System ein. In den einzelnen Abschnitten findet sich der Leser als Individuum und im Rahmen seiner sozialen Umgebung häufig wieder. Ein leises aha als Ausdruck des selbigen Effekts kann deshalb an der ein oder anderen Stelle nicht unterdrückt werden.
Im Zentrum des Buches steht, wie sein Titel erahnen lässt, das Social Rating®. Entwickelt wurde das Modell Social Rating®, um die Sozialkompetenz von Organisationen einzuschätzen, zu bewerten und anhand der Bewertungsergebnisse mit denen anderer sozialer Gefüge zu vergleichen. Dieser durch die jeweilige Organisationseinheit vorgegebene Rahmen soll den Raum der Möglichkeiten spannen, wie in sozialen Gefügen gedacht, kommuniziert, entschieden und gehandelt wird.
Das Maß des Social Rating® besteht aus drei Faktoren: Die Ebene der Sozialkom-petenz, die Veränderungsbereitschaft und die Soziale Balance. Sie führen zum Ziel der Bewertung von Organisationen. Dabei werden die Autoren nicht müde mit allgemein bekannten Praxisbeispielen, insbesondere aus dem Bereich des Fußballs, die Problematik verständlich zu erörtern.
Einen sehr anschaulichen und, vor allem für den Praktiker, unerlässlichen Rahmen um die Thematik spannt das Kapitel Fall-studie Mergers & Acquisitions. Neben anonymisierten aktuellen Praxisfällen hilft der Abschnitt Lessons learned das zuvor theoretisch erläuterte Social Rating® -Modell praktisch kennen zu lernen.
Licht erzeugt auch immer Schatten. Die unterhaltsamen Formulierungen lassen die Lektüre an der einen oder anderen Textstelle langatmig wirken. Angesichts der zu beginn des Buches gegebenen Anleitung für den Leser wiegt dies jedoch nicht besonders schwer.
Das Kapitel Anforderungen an den Social-Rating-Berater erzeugt im Fluss der Gliederung beim Leser ein kurzes Stocken. Hier wird nicht ganz unberechtigt der Eindruck einer werbenden Maßnahme erweckt.
Dieses Buch schafft es immer wieder beim Leser ein „Schmunzeln" auf seinen Gesichtsausdruck zu zaubern. Dabei handelt es sich bei dem Werk Social Rating® keineswegs um leichte Belletristik die ausschließlich unterhalten soll, sondern um kompetente Fachliteratur, die sowohl für Einsteiger als auch für Experten dieses Fachgebietes sehr lesenswert ist. Die Autoren haben dabei das fasst unmögliche geschafft und ein Werk der Fachliteratur verfasst, das beim Lesen auch noch Spaß macht!