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Social Business: Von der Vision zur Tat
 
 
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Social Business: Von der Vision zur Tat [Gebundene Ausgabe]

Muhammad Yunus , Werner Roller
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 274 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & CO. KG (2. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446423516
  • ISBN-13: 978-3446423510
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 150.658 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"In diesen dunklen Zeiten macht es Freude, sich auf Yunus' Vision einzulassen. Was, wenn es wirklich eine funktionierende Alternative gäbe zum profitorientierten Big Business? Da die gepriesene Weltwirtschaft so viele Millionen Menschen im Stich ließ, ist es an der Zeit, über neue Wege nachzudenken. Yunus tut das höchst lesenswert, ideologiefrei und auf dem Boden des Kapitalismus." Barbara Bierach, Süddeutsche Zeitung, 9./10. Oktober 2010 "Lesen!" Martin Greive, Welt am Sonntag, 5. September 2010 "Yunus stellt in 'Social Business' ein Geschäftsmodell vor, dass dem Zeitgeist entgegenkommt.[...] 'Social Business' ist ein hochgradig lesenswertes Buch, natürlich nicht frei von Idealismus, aber voll von realistischen Gedanken für eine bessere Welt." Thorsten Giersch, www.handelsblatt.com, 8. Oktober 2010 "... konkretisiert der 70-Jährige seine Forderungen an soziale Unternehmer und die Maßstäbe, die er an ein Social Business anlegt. Außerdem stellt er einige beeindruckende Beispiele vor, wie sein Wirtschaftsmodell funktionieren kann." enorm, September 2010

Kurzbeschreibung

Der Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus entwirft in seinem neuen Buch mit der Idee des "Social Business" ein faszinierendes Unternehmensmodell, das - konsequent umgesetzt - die Wirtschaftswelt verändern und soziale Missstände nachhaltig beheben wird. Social Business ist für Muhammad Yunus die logische Weiterentwicklung der von ihm inspirierten Mikrokredite für die Ärmsten dieser Welt. Social Businesses sollen helfen, Armut und mangelnde Bildung zu beseitigen, Krankheiten wirksam zu bekämpfen, die Infrastruktur zu verbessern. Der springende Punkt dabei: Social Businesses betätigen sich zwar frei am Markt, schütten aber an Investoren keine Dividenden aus. Gewinne werden zu 100% in die Unternehmen reinvestiert - so können sie ihren sozialen Zweck noch besser erfüllen. Muhammad Yunus bleibt nicht im Theoretischen stecken: Er zeigt, wie sich namhafte Unternehmen auf seine Initiative hin bereits konkret zum Social-Business-Gedanken bekennen, und liefert Antworten auf die folgenden Fragen: Welche Social Businesses gibt es bereits? Wie arbeiten sie? Wo sind sie erfolgreich, mit welchen Schwierigkeiten haben sie zu kämpfen - und wie lassen sie sich lösen? Wie kann jeder selbst ein Social Business gründen und so aktiv etwas tun für eine bessere Welt?


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Social Business - das ist eine neue, bisher nicht bekannte Unternehmensform, deren Grundidee und Konzept vom Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus erdacht wurde. Social Business, der Begriff lässt sich schwerlich ins Deutsche übersetzen und wird daher auch in der deutschsprachigen Ausgabe dieses ursprünglich im Amerikanischen erschienenen Werkes beibehalten, das umschreibt eine Form des unternehmerischen Handels, das die soziale Wohltat an anderen zum Kernzweck des Geschäfts erhebt. Aber, wie auch die klassische Form des kapitalistischen Unternehmertums, so strebt auch das Social Business nach Erwirtschaftung von Gewinn, also Ertrag im monetären Sinne. Der Unterschied liegt alledings darin, dass das Social Business den Gewinn nicht in die Taschen der Unternehmenseigentümer bzw. Anteilseigner wirtschaftet, sondern ihn zum Nutzen einer bestimmten, sozial, wirtschaftlich, gesundheitlich oder anderweitig benachteiligten Zielgruppe investiert. Doch halt. - Im Letzteren wäre die Sache fast unkorrekt wiedergegeben. Denn der erwirtschaftete Gewinn kann auch im Social Business durchaus an die Anteilseigner ausgeschüttet werden: nämlich genau dann, wenn die angepeilte Zielgruppe von Benachteiligten eben gleichzeitig auch die Anteilseigner des Unternehmens sind.
Genau so war und ist es im Falle des Ur-Social Business, der Grameen-Bank, die von Yunus in den 1970er Jahren gegründet wurde und deren Geschäftsfeld in der Vergabe von Klein- und Kleinstkrediten an nahezu mittellose Personen in Bangladesch besteht, die damit dann einer selbständigen Mini-Selbständigkeit nachgehen können - der Initialzündung zur eigenen Befreiung aus der bitteren Armut.
Nicht zuletzt für den Aufbau dieses neuartigen Bankensystems, das Yunus in seinem Heimatland über Jahrzehnte hinweg - und anfänglich gegen diverse Widerstände und ablehnendes Unverständnis der Bankenvertreter herkömmlicher Denk- und Handlungsweisen - erfolgreich etablierte, erhielt er im Jahre 2006 den Friedensnobelpreis.
Das Konzept des Social Business reifte jedoch erst später, lange nach Gründung der Grameen-Bank. Und erst mit der international aufsehenerregenden Ehrung durch den Friedensnobelpreis erhielt Yunus in der klassisch-gewinnorientierten Geschäftswelt so interessiert Gehör, dass nun, in den wenigen Jahren seit 2006, bereits einige bedeutende Social Businesses gegründet werden konnten und mit diesen sogar schon erste bemerkenswerte Erfolge erzielt werden konnten.
Hierüber berichtet Yunus in diesem seinem neuesten Buch. Ausführlich stellt er einige der bisher ins Leben gerufenen Social Businesses vor - bemerkenswerterweise durchweg solche, die in Partnerschaft mit bedeutenden und umsatzstarken, international agierenden Großunternehmen auf die Beine gestellt wurden. Beteiligt haben sich unter anderem der Nahrungsmittelkonzern Danone, der Wasserversorger Veolia Water sowie der Chemie-Riese BASF. Die beschriebenen umgesetzten Projekte sind - gemessen an der Größe der beteiligten Konzerne - zwar klein, ja geradezu winzig, aber eben durchschlagend in ihrer Wirkung im Sinne von Social Business.
Da gelang es, aber durchaus erst nach gehörigen Anlaufschwierigkeiten hier und da, arme und unter- bzw. fehlernährte Kinder mit einem schmackhaften und auch für den kleinsten Geldbeutel erschwinglichen Joghurt, der vitamin- und nährstoffangereichert produziert wird, in einer bestimmten Region Bangladeschs ziemlich flächendeckend zu versorgen, so dass deren Gesundheitszustand sich deutlich verbesserte. In einem anderen Projekt gelang die, wiederum preislich extrem günstige, systematische Versorgung einer Dorfbevölkerung (von immerhin 20.000 Personen) mit frischem und sauberem Trinkwasser. Bis dahin waren die meisten Bewohner des Dorfes auf giftiges, weil mit Arsen verseuchtes, Wasser angewiesen. Und mit einem dritten Social Business schließlich gelang die flächendeckende Versorgung mit preislich sehr günstigen und - weil chemisch auf eine sehr innovative Art imprägniert - hochwirksamen Anti-Insekten-Netzen für die Schlafstätten der Bevölkerung einer bestimmten ausgesuchten Landregion Bangladeschs.
Diese und noch einige weitere Beispiele für bisher gegründete Social Businesses stellt Yunus in seinem neuen Buch vor. Und natürlich kommt auch die Idee und das Konzept von Social Business nicht zu kurz. Dies beschreibt Yunus, immerhin auch ehemals (vor seiner Zeit als 'Unternehmer') Professor für Wirtschaftswissenschaften, ausführlich und verständlich, und er vermittelt auch einsichtig die Unterschiede zu anderen Unternehmensformen wie auch zu Wohltätigkeitsorganisationen im klassischen Sinne.
Ein wirklich lesenswertes Buch, das gerade jetzt, in den Zeiten von weltweiter Finanz- und Wirtschaftskrise, Perspektiven einer veränderten Wirtschaftsordnung und Unternehmenskultur in verlockender Weise aufzeigt. Mindestens aber bereichert das Buch in überaus kompetenter und überzeugender Weise die Diskussion um die Grenzen des kapitalistischen Wirtschaftens in seiner - zurzeit überhandnehmenden - neoliberalen Ausprägung. Wieviel erfolgreicher und nachhaltiger - für die Menschen in ihrer Gesamtheit, wie aber auch für Umwelt, Pflanzen und Tiere überhaupt - könnte ein Weg mit Social Business sein, fragt der Autor. Ja, er postuliert es geradezu. Als Bedingung müsse halt nur der Gedanke von Social Business die bisherige Unternehmenskultur weltweit in ausreichendem Maße durchdringen.
Aber vielleicht - Yunus sieht es nicht so - ist der Mensch dazu in seinem innersten Wesen doch (noch) zu sehr das Raubtier von einst ...?!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Finanzkrise - war da was? Banker scheffeln Rekordboni, vielerorts blähen sich bedrohliche Blasen und geändert hat sich: nichts. Das Buch von Muhammad Yunus ist ein beherzter Versuch, dem rast- und rücksichtslosen Treiben Einhalt zu gebieten und uns zur Besinnung zu bringen: Was nützt uns ein sattes Plus im Portfolio, wenn drei Milliarden Menschen in bitterer Armut verharren und unser Planet schon für unsere Enkelkinder unbewohnbar sein könnte? Die Antwort darauf liegt für Yunus im baldigen Siegeszug des Social Business, das sich nicht der Gewinnmaximierung, sondern der Behebung sozialer Übel verschreibt. Als Dividende gibt es das Gefühl, etwas Gutes zu tun. Yunus hat ein bewundernswertes Vertrauen in die Fähigkeiten und Tugenden des Menschen, und er hat die Machbarkeit seiner Ideen bewiesen. Leider beschleicht einen beim Lesen das unangenehme Gefühl, dass Social Business dennoch vorerst ein Nischendasein fristen wird, da die Welt schon wieder zum business as usual" übergegangen ist. getAbstract empfiehlt dieses visionäre Buch allen, für die genau das keine Option mehr ist und die wissen wollen, wie sie Geschäfts­leben und Verantwortung sinnvoll miteinander kombinieren können.
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Von FMA
Die das ethische Bewusstsein verprägende Kraft, die ein Wirtschaftssystem hat, welches eigennützige Gewinnmaximierung bis in die Formeln und Gleichungen der volks- und betriebswirtschaftlichen Ökonomie zum obersten Ziel allen Agierens macht; der Druck, der damit auch auf sozialethisch sensible Wirtschaftsakteur ausgelöst wird, ist immens.

Dass es trotz allem durchaus anders geht, zeigt bspw. die wachsende Zahl der am Markt etablierten "Social Business"- Unternehmen. Als zentrale Figur ist hier der Nobelpreisträger Mohammad Yunus zu nennen, der mit seiner Grameen Bank in Bangladesh und einer Vielzahl anderer Unternehmungen unzähligen armen Menschen zu einer gesicherten Existenz verhalf und verhilft. Der Grundgedanke: Wirtschaften wird hier konsequent vom Fixpunkt des gesellschaftlichen Nutzens her gedacht. Es gibt keinerlei externe Gewinnausschüttung. Die heute weltweit in dieser Weise tätigen Unternehmer sind weder weniger motiviert noch weniger innovativ, sie wirtschaften hoch effizient und wettbewerbsfähig. Vermutlich finden sich hier im Schnitt auch die glücklicheren Unternehmer, mit der glücklicheren Belegschaft und Kunden und Konsumenten, die beim Kauf ihrer Produkte existenzielle Hilfe erfahren oder auch nur ganz einfach ein gutes Gefühl haben.

Natürlich kann man solche Konzepte nicht mit Zwang durchsetzen. Wer auf Gewinne abzielt, soll die Freiheit dazu haben. Auch erscheint es durchaus angemessen, so denn Investoren involviert sind, diese auch am Unternehmenserfolg teilhaben zu lassen. Ebenso Unternehmenseigner, -führer, Angestellte. Worum es geht, ist ein - ggf. dezent rechtlich und politisch flankierter - Bewusstseinswandel, eine Einnordung der ethischen Landkarte. Die Wirtschaftslehre sollte sich von der Grundidee verabschieden, dass für effektives Wirtschaften die Möglichkeit gegeben sein muss, Gewinnmöglichkeiten - zumindest diesseits der Grenze zur strafrechtlichen Relevanz - bis zum Exzess ausreizen zu können.

Auch das Stakeholder-Value-Konzept, das die Interessen aller in eine Unternehmung involvierten Gruppen fair berücksichtigen möchte, war bzw. ist im Grunde ein gutes Konzept, zumindest dort wo es mehr als Oberflächenkosmetik ist. Gleiches gilt für das in großen Unternehmen mittlerweile nicht mehr weg zu denkende Corporate Social Responsibility.

Die Leitidee "Eigennutz" durch die Leitidee "Gemeinnutz" zu ersetzen und sämtliche Wirtschaftsabläufe daran unmittelbar zu orientieren ist ein faszinierender und keineswegs realitätsferner Gedanke. Praktisch hieße das bspw., sich von der Idee zu verabschieden, dass Handlungen, die keiner gesunden Sozialethik standhalten würden - z.B. alle Formen der Spekulation; Management und Investitionstätigkeit, die auf kurzfristige Gewinne statt auf eine nachhaltig sinnvolle Unternehmensentwicklung setzen; dürftige Arbeitsbedingungen, Lohndumping - sich auf Umwegen positiv auswirken könnten. Es ginge hier im Grunde genommen nur um eine Rückführung des wirtschaftlichen Denkens in das normale Empfinden für das, was im Umgang zwischen Menschen auch sonst als angemessen erlebt wird.
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