In Berlin habe ich soap and skin in "Nico - Sphinx aus Eis" gesehen, einem grauenvollen Theaterstück, in dem Anja Plaschgg durch ihren Auftritt als Einzige den Abend rettet. Sie hat eine unglaubliche Kraft in ihrer Stimme, die (auch wenn sie über manche Strecken in der Singtechnik an Björk erinnert) einzigartig ist. Ihre düsteren Melodien erzeugen einen Sog, der sofort die Replay-Taste drücken lässt. Auch wenn auf dieser kurzen EP nur 4 Songs sind, lohnt sich die Anschaffung. Besonders "The Sun" überzeugt durch den Kontrast aus Verzweiflung (in der Stimme) und Poesie (im Klavier). Auch "Janitor of Lunacy" ist unvergesslich, während die beiden "Xray Heartland"-Versionen eher als düstere Hintergrundmusik fungieren. Dass diese Frau erst 18 (?!) sein soll, mag man kaum glauben. Ihre Kompositionen und ihre Stimme jedenfalls sprechen die Sprache einer alten, schmerzerfahrenen Seele.