Der vorliegende Band aus der Reihe "So wird's gemacht" von H. R. Etzold beschäftigt sich mit dem Audi A3 ab Baujahr 6/1996. Es werden alle Benzinmotoren (von 1.6L/74kW bis 18.8L/165kW) und Turbodiesel (1.9L/66kW-96kW) behandelt.
Schon durch die Aufmachung und die Wortwahl erhebt Etzold einen professionellen Anspruch, der ihn von seinem Mitbewerber abheben soll. D. Korp, "Jetzt helfe ich mir selbst - A3 ab 1996" wendet sich da eher an den "Gelegenheitsbastler" und Pragmatiker. Umso mehr wundert es den Leser, daß seit der Schriftlegung der allerersten Ausgaben aus der "So wird's gemacht"-Reihe ein Stichwortverzeichnis/Index am Ende des Buches konsequent fehlt daher mehrfach durch die im Inhaltsverzeichnis aufgelisteten Wartungs- und Reparaturmaßnahmen quergelesen werden muß. Korp macht es da besser.
Audi hat in den Werksferien 1997 den A3 gründlich überarbeitet, das Facelift hat sich unter anderem auf so zentrale Elemente wie die Hauptsicherungsbox auf der Batterie, die Heckklappenentriegelung (von mechanisch auf elektromechanisch per Taster), die Scheinwerfer, die Zündkerzen, die Seiten-/Kopfairbags und das Design sowie die Bedienungselemente der Klimaautomatik ausgewirkt. Das Buch stützt sich - mit einigen Ausnahmen, wie z. B. der Frontscheinwerfer - leider meist nur auf das aktuelle Modell - so wurden z. B. nur die Stromlaufpläne des Modelljahrs 2001 berücksichtigt und es findet sich zwar ein Diagramm für die Steuereinheit der Klimaanlage, die zugehörigen Regler und Motoren sucht man vergebens. Spezialitäten, wie der Diagnosemodus dessen sich A3-Kunden mit Klimaanlage durch gleichzeitiges Drücken der "Umluft"- und "Pfeil nach Oben"-Tasten erfreuen können und mit dem alle vorhandenen Sensorwerte und Betriebszustände abfragbar sind, werden wohl auch bis auf weiteres den einschlägigen Internet-Newsgroups und Diskussionsforen vorbehalten bleiben.
Vielfach störend wirken auch häufige Wiederholungen z. B. der beim Entfernen der Starterbatterie notwendig werdenden Vorsichts- und Sicherheitsmaßnahmen - ein Verweis auf das zugehörige Kapitel (im Buch leider ohne Seitennummer) würde vollkommen genügen.
Auch der Hinweis im Kapitel "Reifen reinigen", der besagt, daß schon der kalte Strahl eines Dampfstrahlgeräts bei zu intensiver Anwendung die Gummischicht des Reifens nach wenigen Sekunden irreparabel zerstören könne, wirkt etwas übertrieben.
Natürlich kann nicht unterstellt werden, daß ein gut 300-seitiges Werk ein so kompliziertes und vielseitiges Fahrzeug wie den A3 erschöpfend behandelt - man kann aber m. E. durchaus erwarten, daß sich beispielsweise im Kapitel "Karosserie außen" im Unterpunkt "Stoßfänger hinten aus- und einbauen" ein Hinweis auf die Vorgehensweise bei bestehender Anhängerkupplung befindet, nachdem hier deutliche Unterschiede im Arbeitsgang bestehen. So verwundert es in diesem Zusammenhang auch, daß manche der klaren und gut lesbaren Abbildungen eher generischer Natur sind (Abb. N02-0138 auf S. 25) und den Leser eher verwirren als informieren. Im Text heißt es dann: "Hinweis: Die Abbildung zeigt nicht den Motor im A3". Bei Drucklegung des Bandes sollten aktuellere Diagramme verfügbar gewesen sein.
Alles in allem kann H. R. Etzold's klar und unmißverständlich formuliertes Buch über den A3 durchaus ein informativer Ratgeber für Problembehebungen sein. Vielerorts sind die auch die qualitativ einwandfreien und gut reproduzierten Bilder und Diagramme eine wertvolle Stütze, wenn es beispielsweise um die Position von Befestigungsschrauben und das Zusammenspiel von mechanischen Anordungen geht. Allerdings wird der gute, übersichtliche Eindruck durch einige vermeidbaren Schwächen etwas getrübt.