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So wird Hunger gemacht: Wer warum am Elend verdient
 
 
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So wird Hunger gemacht: Wer warum am Elend verdient [Gebundene Ausgabe]

Petra Ramsauer
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 206 Seiten
  • Verlag: Ueberreuter (Februar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3800074001
  • ISBN-13: 978-3800074006
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 15 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 471.522 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Petra Ramsauer
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Seit über zehn Jahren recherchiert Auslandsreporterin Petra Ramsauer in den Krisengebieten dieser Erde. In aufrüttelnden Reportagen berichtete sie über Hungersnöte in zahlreichen Staaten Afrikas und Asiens. Die aktuellen Preissteigerungen von Lebensmittel haben die Lage der Ärmsten der Welt jetzt dramatisch verschärft. Fast einer Milliarde Menschen drohen heute Hunger und Tod. Und das Elend schwappt auch auf die westliche Welt über: Angst vor Armut grassiert, Sozialsupermärkte in Österreich und Deutschland sollen den Teuerungsschock bei Lebensmitteln für die Ärmsten dämpfen. Von der Rückkehr des Hungers in Europa bis zu den schwelenden Brotkriegen erfasst die Autorin das neue Elend des 21. Jahrhunderts. Mit fundierter Recherche, profundem Hintergrundwissen und der kompromisslosen Aufdeckung, wer von der Armut profitiert, zeigt das Buch einen Weg aus der Falle der Globalisierung.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die Autorin dieses kompetent geschriebenen Buches über die Ursachen des Hungers in der Welt hat die ihre Informationen nicht nur über die massenhaft vorliegende Literatur zu diesem Thema recherchiert, sondern hauptsächlich während ihrer übe zehnjährigen Tätigkeit als Auslandsjournalistin der österreichischen Zeitung "News" und internationalen Zeitungen wie NZZ, Die WELT oder Ha' aretz erlangt und gesammelt.
Die Leser dieser Zeitungen erinnern sich gut an ihre aufrüttelnden Reportagen über verschiedene Hungersnöte in Afrika, Asien und im Nahen Osten.

Schien es lange Zeit so, als hätten verschiedene international koordinierte Maßnahmen die weitere Ausbreitung des Hungers eingedämmt, so hat das Phänomen seit und durch die Finanzkrise nie geahnte und für möglich gehaltene Dimensionen angenommen. Eine Milliarde Menschen sind aktuell von Hunger und Tod bedroht und die Angst vor der Armut hat längst Schichten in den westlichen Industrieländern erreicht, die sich lange auf der sicheren Seite eines Wohlstandes wähnten, der schon immer auf dem Rücken der Ärmsten der Armen sich aufbaute.

Petra Ramsauer hat akribisch und genau recherchiert und sie nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, die Ursachen und die Profiteure des Hungers zu benennen.
Was mir aber fehlt in diesem Buch ist eine kritische Analyse dessen, wie durch die Finanzspekulationen mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen , die in den letzten Jahren vor der Finanzkrise skandalöse Ausmaße angenommen hat, diese Nahrungsmittel künstlich verknappt wurden und damit exorbitant teuer geworden sind.

Ihre "Wege aus der Falle der Globalisierung" , die sie aufzeigt, indem sie auflistet, was politisch geschehen muss und was jeder einzelne schon bei seinem Einkauf im Supermarkt tun kann, sind für meine Begriffe zu einfach gestrickt und erfassen die Tiefe des Problems nicht.

Es hat für mich schon länger den Eindruck, als habe die Zweidrittelwelt das letzte Drittel oder die "unterste Milliarde" ( vgl.Paul Collier, Die unterste Milliarde, C.H.Beck 2008 ) schon längst aufgegeben.

Dennoch: ein engagiertes und informatives Buch für alle Menschen, die trotz verschwindend kleiner eigener und persönlicher Spielräume des Handelns sich aber ihr Bewusstsein nicht vernebeln lassen wollen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Reichtum schafft Armut" - So widersprüchlich und nach taoistischer Philosophie es auch klingen mag, dahinter steckt eine einfache und weltweit gültige Tatsache: der Mittelstand zerbröckelt, während die Zahl der Millionäre und Armutsgefährdeten immer weiter ansteigt. Doch wie Petra Ramsauer festhält, die Welt lässt sich nicht mehr so einfach in reichen Norden oder armen Süden unterteilen, denn Inseln dieses Südens existieren bereits überall, genauso wie die Inseln des Nordens. Die Folge ist ein bedrohliches Ungleichgewicht, das sich immer wieder in gewalttätigen Auseinandersetzungen zu entladen droht. Haiti sei als nur eines der von Ramsauer zum Beleg hierfür herangezogenen Beispiele genannt.

Kleine Geldgaben helfen da wenig, denn auch bei jenen die angetreten sind zu helfen und zumindest ein Stück der Welt zu retten breitet sich Resignation aus, da sich jene Probleme die uns global in den nächsten Jahrzehnten zu schaffen machen werden, nur auf internationaler Ebene beheben ließen. Alles andere ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Doch wo kein Bewusstsein, da kein Wille zu handeln. Dabei wird der Misstand mehr als deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass die Erde nicht in der Lage sein soll die gesamte Menschheit zu ernähren, wenn diese nur knapp über 1% im Jahr wächst, die Nahrungsmittelproduktion jedoch mit 2% gleich doppelt so stark. Möglich werden Hungerkrisen dabei durch eine Vielzahl an Faktoren, aber vor allem eine tolerierte globale Apartheid, in der 2,2 Milliarden Menschen mit nur 2 Dollar am Tag auskommen müssen. Kommen wie aktuell dann mehrere Einflussgrößen (Börsenspekulationen, Biotreibstoffe, Abhängigkeit von Ölpreis, Aufstieg und Ernährungsänderung von Ländern wie Brasilien, Indien und China, Exportstopps, Klimawandel, Wasserknappheit) zusammen, die der Weltmarkt jeden für sich noch verkraften würde, sind Teuerungswellen unvermeidlich. Jeder Prozentpunkt gefährdet jedoch bereits Tausende von Menschenleben. Dass wir alle im selben Boot sitzen wird auch offensichtlich, wenn man sich vor Augen führt, dass Hunger und Übergewicht im Grunde Symptome ein- und desselben Phänomens sind und sich jedermann jederzeit durch Unglücksfälle, Kündigung oder Krankheit am unteren Ende der Gesellschaftspyramide wiederfinden könnte.

Verständlich vermittelt Petra Ramsauer was falsch läuft auf unserer Erde und zeigt die zahlreichen Faktoren welche zu einer fortlaufenden Verschärfung des globale Hungernotstands führen. Die Konsequenzen sehen wir bereits, wenn Verteilungskrieg losbrechen, die zu Völkermorden führen, Ströme an Flüchtlingen durch die Lande ziehen und Aufstände ganze Staaten ins Chaos stürzen. Dabei verzichtet die Autorin weitgehend auf die ewige Litanei von den bösen Spekulanten, denen derzeit die alleinige Schuld an allem möglichen zugeschrieben wird und zeigt wie eine "Vielzahl von Faktoren" Einfluss auf den Weltmarkt und damit das Leben von Milliarden hat. Und sie zeigt auch den sehr interessanten neuen Gold-Rausch in den USA, wo einst vor sich vergitierende Farmer des Mittleren Westens nun dank Ethanol und Co. zu Millionären geworden sind. US-Präsident Barack Obama, als ehemaliger Senator des Agara-Bundesstaats Illinois, hat die großzügige Unterstützung der Interessensverbände dieser Bio-Treibstoff-Lobby bereits genossen. Zugleich scheffeln europäische und amerikanische Nahrungsmittelkonzerne ein gewisses Vermögen, indem Überschussware subventioniert in die Dritte Welt verkauft wird und dort das Aussterben von Kleinbauern bewirkt, denn eine totale Liberalisierung der Märkte ist in der Theorie schön und gut, in der Realität fehlen den Beteiligten jedoch schon die gleichen Voraussetzungen, womit das Konzept zu einem faulen und sehr einseitigen Deal wird.

Fazit:
Kurzum ein höchst interessantes Buch, wenn man sich für das Thema Ernährung interessiert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ein Buch, das zur Pflichtlektüre an deutschen Schulen werden sollte, denn es bringt die Dinge auf den Punkt:

Wir stehen am Rande eines fortschreitenden Kollapses des Weltfinanzsystems, der vor allem auch eine Systemkrise ist. Insofern werden wir in den nächsten Monaten Zeugen einer weltweiten hyperinflationären Entwicklung werden, die die mühsamen Ersparnisse der kleinen Leute aufzehren wird. Den meisten Menschen scheint es jedoch gänzlich unbekannt zu sein, dass die Unruhen, die sich zunächst in Tunesien, Marokko, Algerien und jetzt auf Ägypten ausgeweitet haben, durch einen explosionsartigen Anstieg der Brot- und Nahrungsmittelpreise resultieren. Die demonstrierenden Tunesier hatten symbolträchtig Weißbrote in die Luft gehalten. Ägypten deckt rund 50% seines Getreidebedarfs durch Einfuhren ab und ist somit der größte Getreideimporteur der Welt. Die Gesamtinflation lag allein in Ägypten bei fast 13%. Selbst der Preis für Sardinen, den billigsten Fisch in den arabischen Ländern, ist innerhalb eines Jahres um mehr als das sechsfache gestiegen. Bei anderen Nahrungsmitteln sieht es mit einer Preissteigerung bis zu 20% nicht besser aus. Insofern wundert es nicht, dass die Ägypter mit der aus Tunesien übernommenen Parole 'Brot, Freiheit und Würde' auf den Straßen protestierten. Hinzu kommt die Hoffnungslosigkeit der meist gut ausgebildeten jungen Menschen, die bei einem Durchschnittsalter von 24 Jahren im Zeitalter der Globalisierung ohne Arbeit und Brot keine Hoffnung mehr sehen.

Die Tatsache, dass der Ölpreis auf über 80$ pro Fass anstieg, führte dazu, das Spekulanten ihr Geld in Biosprit anlegten. Im Internet werden Geschäfte mit Millionen von Zentnern Nahrungsmitteln getätigt, welche für die Produktion von Biosprit benötigt werden. Dies führte zu einem explosionsartigen Anstieg der Weltmarktpreise für Weizen und Mais, der allein für Weizen im letzten Jahr um über 100% anstieg. Spekulation und Aufstände stehen somit in einen ursächlichen Zusammenhang.

Das kriminelle Spekulantentum wurde von einem völlig entfesselten Wirtschaftsliberalismus mit Stützung korrupter Regierungen geschaffen, die zuletzt private Spielschulden der Banken in Steuerschulden verwandelten und somit den Völkern übertrug.

Die Fragen der Nahrungsmittelversorgung und ihrer zukünftigen Sicherung werden somit zur Schicksalsfrage der Menschheit werden, da die Spekulation mit unentbehrlichen Grundnahrungsmitteln ein Objekt der grenzenlosen Gier geworden ist, die den Völkern das Brot aus dem Munde stiehlt.

Die Geschichte des Getreidewuchers ist uralt und wird schon in der Bibel beschrieben. Korn ist älter als Geld und das maßgebliche Tauschmittel in der Wirtschaftsgeschichte der Völker. Die Gewichte für Gold und Edelsteine waren in früheren Zeiten der Menschheit die Gewichte von Getreidekörnern. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die Kornspekulation in der Wirtschaftsgeschichte der Völker eine immense Rolle spielte. Die Getreidebörsen in den USA sind nach wie vor einer der größten der Welt. Der Freihandel für Getreide hat die Länder der Erde in bloße Spekulationsgebiete verwandelt. Um die Preise stabil zu halten, wird lieber Korn vernichtet oder in Biotreibstoff verwandelt, als es den Hungernden der Welt zu geben. Das Spekulantentum verursachte mit gefälschten Erntestatistiken einen künstlichen Hagelschlag im Getreide. Der Weg dieser kriminellen Spekulation ist somit mit den Leichen von Hunderttausenden von Menschen gepflastert.

In der Kulturgeschichte der Menschheit gibt es nichts Heiligeres als Brot, welches lediglich zum Mittel der Spekulation und der Ausbeutung wurde. Das natürliche Brotrecht ist ein ungeschriebenes sittliches Gesetz. Krieg oder Frieden werden zukünftig dadurch entschieden werden, ob die Völker es weiter dulden werden, dass Millionen von Menschen durch die Geschäft weniger profitgieriger Spekulanten an Hunger sterben müssen.

Robert Steinert (13. Februar 2011)
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