Auch in diesem Band überzeugt Deborah Crombie wieder mit ihrem Ermittlerduo, dass sie nun schon seit 11 Büchern auf beruflichen und privaten Pfaden begleitet. Diesmal ist es eher das Privatleben der Serienhelden, das im Vordergrund steht. Über Weihnachten fahren Gemma und Duncan mit den Kindern zu seinen Eltern, ein lange überfälliger Besuch, dem allerdings alle aus unterschiedlichen Gründen mit gemischten Gefühlen entgegensehen. Dass sie dann gleich nach der Ankunft mit einer mumifizierten Leiche konfrontiert werden, die Duncans Schwester Juliet findet, hätten sie dann wohl aber doch nicht erwartet.
Gemma und Duncan befinden sich hier außerhalb ihres Dienstbereichs und können sich nicht selber in die Ermittlungen einschalten. Zum Glück ist jedoch der ermittelnde Beamte ein Schulfreund von Duncan, der eine gewisse Einmischung der beiden erfahrenen Polizisten toleriert. Die eigentliche Untersuchung des Falles, der bald eine Mordermittlung folgt, ist aber nur ein Erzählstrang in "So will ich schweigen". In einem weiteren Strang geht es um eine Familie von Kanalschiffern, und auch die Probleme in Duncans Familie, vor allem die seiner Schwester, spielen eine große Rolle. Der Einstieg in den Roman gestaltet sich daher etwas schwierig, da häufig Perpektive und Umgebung gewechselt werden. Langsam aber sicher versteht man aber, wie die einzelnen Personen und Geschichten zusammengehören, so dass sich am Ende ein zusammenhängendes Bild ergibt.
"So will ich schweigen" ist vermutlich eher für die Leser geeignet, die Gemma und Duncan von Anfang an begleiten, und an deren Leben Anteil haben. Die polizeilichen Ermittlungen, wenn sie auch letztendlich zu einen befriedigendem Ende gebracht werden, dienen doch eher als Katalysator für Entwicklungen im Privatleben der beteiligten Personen. Wer die Hintergründe der Serie nicht kennt, und in erster Linie auf einen spannenden Krimi hofft, wird eventuell enttäuscht sein, denn die Lösung des Mordfalls ist nicht gerade überraschend, und der Weg dorthin nimmt nur einen kleinen Teil des Buches ein. Wer sich jedoch auf Deborah Crombies Erzählstil einlässt und die vielen Geschichten und Schicksale mit Interesse verfolgt, kann einen vielschichtigen Roman genießen, in dem unter anderem auch ein Mörder gefunden wird.