Im Herbst 1945 werden 3000 deutsche Kriegsgefangene, allesamt zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, nach Sibirien verschickt. Davon kommen lebend 1950 Mann an Weihnachten in Tschita an. Von dort aus werden sie in Marsch gesetzt, nach Nordosten. Nach einem Jahr kommen sie ans Ziel, in ein seltsames Lager, am Ostkap, Kap Deschnew, das weder Stacheldraht noch Wachtürme hat. Aber es hat einen Berg, der von Cavernen ausgehöhlt ist. In sie werden die 1236 Überlebenden verteilt. Hier in der Dunkelheit des Bleibergwerkes, die kaum von Öllämpchen erhellt ist, müssen sie künftighin arbeiten und hausen. Alle sechs Wochen dürfen sie ein paar Stunden an die Außenwelt. Sie wissen, daß sie langsam aber sicher an Bleivergiftung zu grunde gehen werden. Flucht erscheint aussichtslos zu sein. Es gelingt zwar einem Gefangenen, über die Beringstraße nach Alaska zu entkommen, doch die alliierten Amerikaner liefern ihn den Russen wieder aus. Der Kriegsgefangene Oberleutnant Clemens Forell aber wagt die Flucht dennnoch, unterstützt vom deutschen Lagerarzt, der schon vom Krebstod gezeichnet ist. Das Unternehmen beginnt im Oktober 1949 bei riesiger Kälte, und es gelingt ihm, in die die menschenleere Weite Nordsibiriens zu ent-kommen, wo er als Vogelfreier sich durch die Tundren und Wälder schlägt. Er stößt auf Nomaden, die ihm weiterhelfen; er schließt sich drei ausge-brochenen russischen Sträflingen an, die Goldwäscher geworden sind. Mit ihnen zieht er nach Westen. Sie fischen und jagen, bis eines Goldklumpens wegen Streit ausbricht, wobei einer der Sträflinge seine beiden Kumpane erschießt und Forell über eine Klippe in den Abgrund stößt. Auch das über-steht der schwerverletzte Flüchtling, der, waffenlos geworden, im letzten Augenblick von Nomaden vor den Wölfen gerettet wird. Die Nomaden haben Mitleid mit ihm, und sie pflegen ihn bis ihn die Füße wieder tragen. Von ihnen bekommt er einen Schlittenhund, mit dem es gelingt, bis Tschita nahe der Grenze zur Mongolei zu kommen. Dann wendet er sich zur Grenze, die jedoch so stark bewacht ist, daß er nicht hindurchkommt. Sein Hund wird ihm bei dem Versuch erschossen, er rettet nur das nackte Leben. Aber er gibt nicht auf. Als blinder Passagier auf Zügen dringt er langsam und vielerlei Gefahren bestehend zum Kaukasus vor, doch auch hier wäre er nie über die Grenze gekommen, wenn ihm nicht ein armenischer Jude die Wege ge-ebnet hätte. Auf diese Weise erreicht er Täbris in Persien, wo er erneut ver-haftet wird, weil man ihn für einen sowjetischen Spion hält. Erst sein Onkel, der in türkischen Diensten in Ankara steht, vermag ihn zu identifizieren. Das Erschütternde dabei ist, daß der Onkel den Neffen zunächst nicht erkennt, denn Sibirien hat ihn bis zur Unkenntlichkeit verändert. Drei Jahre dauerte die Flucht, denn erst im Dezember 1952, zwei Tage vor Weihnachten, erreicht er wieder die Heimat.
1959 ergreifend verfilmt von Fritz Umgelter mit Heinz Weiss in der Hauptrolle. Mit über 7 Stunden eine der wirklich langen Verfilmungen.