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Forells Flucht ist gezeichnet durch Ängste und dem tierähnlichen Instinkt zu überleben: Immer wieder trifft er auf Menschen, die ihm helfen: Der Lagerarzt Dr. Stauffer, Rentierhirten, Gauner, dies sich als Geldwäscher betätigen, Jakuten, die ihn vor Wölfen retten, ein armenischer Jude und der Hund Willem. Auf seinem Leidensweg wird er typisierend oft nur noch "der Mensch" genannt.
Bernhard Bettermann, der auch in der Neuverfilmung den Soldaten Forell spielte, liest die monumentale Fluchtgeschichte. Dem kosmopolitischen Theater- und Filmdarsteller gelingt es, die schier endlose Leidensgeschichte spannend und ohne Pathos zu erzählen. Gekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 426 Minuten, 6 MC. Auch erhältlich als CD (3785711492).
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Interessantes fand ich dann auch auf der Internet-Seite des Luebbe Verlages "1953 wurde der Münchner Verleger Franz Ehrenwirth bei einem Besuch in der Druckerei auf einen neuen Reproduktionstechniker aufmerksam, dessen Schicksal er sich erzählen ließ: Acht Wochen zuvor war Forell aus russischer Gefangenschaft zurückgekommen - nach einer abenteuerlichen Flucht. Damals waren die von Adenauer freigekauften Gefangenen noch nicht zurückgekehrt und Verleger Ehrenwirth erkannte sogleich das Potential dieses Stoffes. Er veranlaßte Forell seine Geschichte aufzuschreiben. Nach drei Monaten lag ein Stoß Schulhefte vor - gewissenhaft vollgeschrieben, aber deutlich erkennbar: unbrauchbar, daraus ein Buch zu machen. Hier muß ein Profi ans Werk. Doch viele angesprochene Journalisten schreckten vor der schwierigen Aufgabe zurück. Bis Ehrenwirth schließlich Josef Martin Bauer gewinnen konnte. ".. er ging sehr zögernd auf meine Vorschläge ein, denn er sah, diese Aufgabe war nicht leicht zu bewältigen. Aber schließlich packte ihn der Stoff, er erinnerte sich an seine eigenen Rußlanderfahrungen und er begann zu schreiben. Er befestigte eine Landkarte von Sibirien an der Wand und Forell erzählte. Forell, der das erlebt hatte, war der Mann, den ich in der Druckerei gefunden habe. Er hat einen anderen Namen, aber ich habe mich verpflichtet, diesen Namen nicht zu nennen." so Franz Ehrenwirth in seiner Rede anlässlich der Ausstellungseröffnung zum 30jährigen Erscheinen des Buches.
Und am 5. September 1955 erschien das Buch "Soweit die Füße tragen", die packende Geschichte des deutschen Soldaten Clemens Forell und seine dramatische Flucht aus dem sibirischen Kriegsgefangenenlager. Forell schlägt sich unter vielen Gefahren von der Tundra bis nach Persien durch, ist insgesamt drei Jahre unterwegs, auf Eisenbahnwaggons, mit dem Boot und meist zu Fuß. 14.208 Kilometer legt er auf seiner Flucht zurück. Erst an Weihnachten 1952 sieht er seine Familie wieder, die er acht Jahre zuvor verlassen mußte."
Etwa die erste Hälfte des Buches erzählt vom Transport und den unwürdigen Umständen im Gulag, die zweite Hälfte von der Flucht. Der Lebensmut dieses Soldaten faszinierte Generationen, die zweifache, hochgelobte Verfilmung spricht für sich. Und doch empfehle ich jedem, das Originalwerk zu lesen: die Gedanken, die Ängste, die Planungen Forells und auch das Leiden und die Kameradschaft der Männer kann der Film nur begrenzt darstellen. Die Geschichte ist wunderbar gefühlvoll erzählt, voller Überraschungen, Wendungen, mit Liebe zu Detail ohne langweilig zu werden und auch heute noch durchgehend faszinierend und spannend. Für mich eines der bedeutenden und lohnenden Werke zum 2.Weltkrieg.
1959 ergreifend verfilmt von Fritz Umgelter mit Heinz Weiss in der Hauptrolle. Mit über 7 Stunden eine der wirklich langen Verfilmungen.
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