Zuerst einmal: ein guter Titel. Nicht so anmaßend. Andere Tourspieler denken oft, dass alle so spielen müssten wie sie selbst. John Jacobs behauptet sogar, Amerika wäre wegen der Bücher von Hogan und Niklaus zu einer Nation von Slicern geworden. Ich denke, Tigers Buch wird in dieser Hinsicht nicht noch größeren Schaden anrichten, obwohl er im höchsten Punkt einen ziemlich offenen Schläger propagiert. Was Gott sei Dank fehlt, ist der dogmatische Unterton.
Natürlich sind von Tiger keine kosmologisch erschütternden Weisheiten zu erwarten. Aber seine Ghostwriter von Golf-Digest haben sich alle Mühe gegeben, ein Buch zu gestalten, das nicht nur hübsch aussieht, sondern das man sogar als Golflehrer empfehlen kann. Das klingt jetzt alles noch nicht so schwärmerisch und wird nicht dem gerecht, was ich beim Lesen empfunden habe: Dieses Buch ist nun mal von Tiger und dem kann man sich nicht entziehen. Überdies hat es erstklassige Bilder, wurde mit Liebe gestaltet und brauchbar übersetzt, sehen wir einmal von seltenen Entgleisungen wie dem Begriff des Vorschwungs ab.
»So spiele ich« behandelt alle Aspekte: voller Schwung, Psyche, Taktik, Fitness (inkl. Ernährung) und Ausrüstung. Das Ganze wird garniert mit netten Kinderfotos und Anekdoten aus dem ereignisreichen Leben eines begnadeten Sportlers. Kurzum: Für mich ist dieses Buch ein klarer Kauf, trotz des stolzen Preises.