Caroline Stern führt ein ganz normales Leben – so scheint es. Mit Freund Joe und Hund lebt sie in London, eine attraktive Mittdreißigerin und erfolgreiche Therapeutin. Was niemand weiß, auch Joe nicht, liegt vergraben und verdrängt in der Vergangenheit. Doch eines Tages bricht sich die Wahrheit Bahn, als Caroline zufällig einer Freundin aus Kindertagen begegnet. Ob sie will oder nicht, sie muss sich ihren Erinnerungen stellen. Erinnerungen an ein Ereignis vor zwanzig Jahren, das ihr gesamtes weiteres Leben auf dramatische Weise veränderte …
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»Clara Salaman ist in einer Religionsgemeinschaft aufgewachsen und hat die Demütigungen ihrer Jugend zu einem erstklassigen Roman über eine gnadenlose Kindheit in einer Sekte verarbeitet. Ergreifend und ohne billige Effekte.«, petra
Über den Autor
Clara Salaman ist in England eine bekannte Schauspielerin. In ihrem autobiografisch gefärbten Roman »So sollst du schweigen« verarbeitete sie ihre Erziehung in einer strengen Londoner Glaubensgemeinschaft und baute sie zu einem fesselnden psychologischen Drama aus. Auch ihr neuestes Werk, »Die Stille über dem Wasser«, ist ein psychologisches Kammerspiel, das sich liest wie ein Thriller. Clara Salaman lebt in London.
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Dieses Buch hat mein Interesse geweckt aufgrund des Covers und der Beschreibung des Klappentextes. Denn über eine Sekte oder Glaubensgemeinschaft hatte ich schon lange nichts mehr gelesen.
Caroline Stern ist ein 13jähriges Mädchen das in London auf eine spezielle Schule geht, in der Sanskrit die Hauptsprache ist und Altgriechisch als modernes Unterichtsfach angesehen wird. Denn es ist die Schule einer indischen Glaubensgemeinschaft der alle Mitglieder angehören und in der die Eltern ihre Kinder auch selbst unterrichten. Gelehrt wird auch Vedischer Tanz und Meditation, es werden Mantren gesungen und alle Gedanken haben sich nur um die "Erleuchtung" und das "Allerhöchste" zu drehen. Caroline wurde von Geburt an erzogen die Dinge nicht in Frage zu stellen, denn ihre Eltern gehören auch schon seit Lebzeiten zu dieser Gemeinschaft und ihr Vater ist eine wichtige Person in der Führungsriege der Sekte. Allerdings hat Caroline Schwierigkeiten mit der Schulleiterin und so beginnen die seelischen Grausamkeiten denen sie ausgesetzt wird. Bestrafungen um den Willen des Teenagers zu brechen, damit sie ja nicht aus den Reihen tanzen kann. Von ihren Eltern erfährt sie keine Hilfe und so sieht das junge Mädchen nur einen einzigen Ausweg...
25 Jahre später lebt Caroline mit einem neuen Namen, ihrem Freund und Hund als Familientherapeutin in London und trifft durch Zufall eine alte Schulfreundin wieder, die sie auch gleich erkennt und mit ihrem wahren Namen anspricht. So kommen die Dinge ins Rollen und Caroline/Lorrie merkt das sie ihre Vergangenheit nicht mehr länger verdrängen und verschweigen kann, da auch ihr Freund Joe anfängt Fragen zu stellen und die Beziehung droht den Bach hinunter zu gehen.... Doch es fällt ihr schwer, sich zu öffnen, denn was in diesen Tagen ihrer Flucht aus der Gemeinschaft und auch danach geschehen ist, möchte sie am liebsten für immer vergessen...
Clara Salaman hat einen teilweise autobiographischen Roman geschrieben, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat so das ich nicht mehr mit dem Lesen aufhören konnte, bis ich auf der letzten Seite angelangt war. Die Kapitel sind aufgeteilt in jeweils Gegenwart und Vergangenheit und so wird alles spannend verwoben und logisch nachvollzogen. Man bekommt ein Protokoll aufgezeigt über die seelischen Grausamkeiten von Sekten, die alles unter dem Deckmantel des Glaubens rechtfertigen und ihre eigenen Interpretationen der Macht vor allem an Kindern und Jugendlichen auslassen. Denn es braucht nicht viel um junge Menschen zu brechen, damit sie wie willenlose Marionetten funktionieren. Es lohnt sich, sich auf diese Geschichte einzulassen auch wenn sie den Leser betroffen zurückläßt angesichts all der psychischen Grausamkeiten die Caroline erleiden mußte.
Ein beeindruckendes Buch und ein Thema über das ich noch länger nachdenken werde, daher 5 SterneLesen Sie weiter... ›
Clara Salaman ist eine britische Schauspielerin, die jetzt ihr erstes Buch geschrieben hat. Ich kenne ihre schauspielerischen Qualitäten nicht, aber ihre schriftstellerischen sind beeindruckend. "So sollst du schweigen" (im Original "Shame on you!") ist ein fantastisches Buch, das so gut geschrieben ist, dass es mich mal wieder vom Hocker haut. Vor allem, wenn man weiß, dass Salaman hier ihre eigene Kindheit in einer religiösen Organisation aufarbeitet, die, wenn sie auch nur ansatzweise so grausam und erniedrigend war, wie Salaman in ihrem Buch darüber schreibt, furchtbar gewesen sein muss. Salamans Talent, uns ihre eigene, düstere, verzweifelte Welt näherzubringen und zu beschreiben, ist so überzeugend und ergreifend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann und die Geschichte Seite um Seite gebannt verfolgt. Ein fantastisches Buch, das mich sowohl stilistisch als auch inhaltlich vollkommen überzeugt hat.
Lorrie Fisher, 39, Psychologin und seit fast sieben Jahren mit dem Sozialarbeiter Joe zusammen, führt ein scheinbar glückliches Leben. Interessanter Job, toller Mann, nette Wohnung. Doch Lorrie bewahrt seit 25 Jahren ein düsteres Geheimnis. Eigentlich heißt sie Caroline Stern und ist mit 13 Jahren aus der religiösen Sektengemeinschaft, in der ihre Eltern fanatisch-ergebene Mitglieder waren, geflohen. Etwas Schreckliches ist damals geschehen, etwas, worüber Caroline mit niemandem sprechen kann und das schwer auf ihrer traumatisierten Seele lastet. Als sie durch Zufall eine ehemalige Schulfreundin wiedertrifft, kommen alte Erinnerungen hoch und Caroline fällt es zunehmend schwer, ihre Vergangenheit zu verdrängen.... Als sie dann auch noch ihrem ehemaligen Griechischlehrer wieder begegnet, für den sie damals heiß und innig geschwärmt hat, gerät ihr Leben vollends aus den Fugen und es gibt mehr als eine Frage, die sie Joe beantworten muss, aber nicht will. Was ist damals geschehen, das Caroline hat fliehen und nie mehr zur Organisation oder ihren Eltern zurückkehren lassen? Was ist aus der grausamen Anstaltsleiterin und Hassobjekt Nr. 1, Mrs. Fowler, geworden, die Caroline damals misshandelt und gedemütigt hat? Warum sind Carolines alte Freundinnen immer noch in dieser furchtbaren Organisation? Immer drängender dringt Carolines Vergangenheit an die Oberfläche und reißt sie mit in einen Strudel aus Sektenwahn, Lug, Betrug und Schande. Aber vielleicht findet Caroline so endlich Ruhe und kann sich von den Fesseln der Vergangenheit befreien. Eine alptraumhafte Reise in ihre Kindheit beginnt und endet mit nicht nur einer Katastrophe.
Clara Salaman gelingt es von der ersten Seite an, den Leser mit in ihre Welt zu nehmen. Durch die sich abwechselnden Erzählungen aus Carolines Vergangenheit in der Sekte und ihrem Leben heute gelingt es Salaman perfekt, das Interesse des Lesers kontinuierlich zu steigern und ihn immer ein Stückchen näher an den Abgrund von Carolines Seele zu schubsen. Die Beschreibungen der Abläufe in der Organisation, die sich offensichtlich irgendwelchen indischen Gottheiten verschrieben hat, Sanskrit und Ausdruckstanz lehrt und strenge bis grausame Erziehungsmethoden anwendet, sind so verstörend wie fesselnd. Man spürt förmlich die emotionale Kälte, die durch die grauen Gänge der Schule weht und auch bei Caroline zu Hause vorherrscht. Die devote Mutter und der strenggläubige, prügelnde Vater werden mit den Jahren immer mehr zu Hassobjekten für Caroline, die immer verzweifelter wird und in Einsamkeit und Demütigung versinkt. Am schlimmsten aber wird es, wenn die Schulleiterin, Mrs. Fowler, sie wieder und wieder ins Visier nimmt und für das kleinste Vergehen tagelang schwer bestraft und von den anderen isoliert. Carolines Welt besteht aus weltfremdem Lehrstoff, der hässlichen Sektenuniform, die sie auch optisch von der Welt "da draußen" abtrennt und endlos vielen Verboten und Vorschriften. Essen darf nur roh konsumiert werden, Fleisch essen ist selbstredend tabu, es gibt weder Fernsehen noch Radio noch Zeitschriften, lediglich "heilige" Bücher dürfen gelesen werden usw. usf. Anpassung bis zur Selbstaufgabe, so sieht es die Organisation vor und daran droht Carolines 13jährige Seele mehr und mehr zu zerbrechen. Also entschließt sie sich zu einem verzweifelten Schritt...
Doch auch in der Gegenwart hat Caroline, die sich jetzt Lorrie nennt, es nicht leicht. Freund Joe tut sich schwer mit ihrer kalten, zurückhaltenden Art und ihrer konstanten emotionalen Verweigerung. Als dann alte Wunden aufbrechen, als Caroline zufällig eine alte Schulfreundin wiedertrifft, beginnt ihr mühsam errichtetes Lügengebäude Stück für Stück in sich zusammenzufallen. Längst Verdrängtes kommt wieder hoch und es sieht eine zeitlang so aus, als würde Caroline zusammen mit ihrer schrecklichen Vergangenheit untergehen. Zu schwer scheint das Trauma, welches sie erlitten hat, als dass sie sich erneut dem Schmerz und der Verzweiflung ihrer Kindheit aussetzen kann.
Clara Salaman zeigt auf, welchen Schaden religiöse oder anderweitig fanatische Organisationen gerade an zarten Kinderseelen anrichten können und welche weitreichenden Konsequenzen dies auf das gesamte Leben der unfreiwilligen Mitglieder haben kann. Salamans Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit durch "So sollst du schweigen" entfaltet neben dem scheinbar therapeutischen Effekt für die Autorin eine fast hypnotische Sogkraft auf den Leser. Entsetzt und fasziniert folgt man Salamans Schilderungen einer zerbrochenen Kinderseele, gefangen in den fast unmenschlichen Strukturen und Dogmen einer Sekte. Von Seite zu Seite leidet man mehr mit Caroline, wünscht ihr das Entkommen aus dieser grauen, tristen, fanatischen Welt und sieht gleichzeitig, beim Betrachten ihrer Gegenwart, dass die Sekte aus ihr trotz allem eine lebenslange Gefangene gemacht hat, die ihre eigenen Dämonen mit solcher Macht zu verdrängen sucht, dass sie über kurz oder lang nur daran zerbrechen kann. Das Unheil kündigt sich langsam, aber stetig an und irgendwann muss Caroline Farbe bekennen und sich ihrer Vergangenheit stellen, um überhaupt noch eine Zukunft zu haben.
"So sollst du schweigen" ist ein fantastisches Buch, fesselnd, emotional, ergreifend und unglaublich gut geschrieben. Die erzählte Geschichte, in der wohl viel Wahres steckt, berührt einen vom ersten Moment an und wenn man das Buch dann nach der letzten Seite aus der Hand legt, stellt man fest, dass man noch endlos lange hätte weiterlesen können. Einfach, weil Clara Salaman so fantastisch gut schreiben kann. Ich kann es kaum erwarten, bis sie hoffentlich bald ihr nächstes Buch veröffentlicht. Bis dahin volle fünf von fünf Strafarbeiten in Sanskrit-Kalligraphie, die einen an den Rand der Verzweiflung bringen können.Lesen Sie weiter... ›
Caroline Stern wächst in einer sektenähnlichen Glaubensgemeinschaft in London auf. Schon früh rebelliert sie gegen die strengen Regeln , was Bestrafungen zur Folge hat. So muss sie sowohl körperliche Züchtigungen als auch in zunehmendem Maße seelische Grausamkeiten ertragen. Bis sie 13-jährig schließlich ausbricht und ihr Leben selbst in die Hand nimmt. Doch von den Fesseln ist sie noch lange nicht befreit... "Worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen." Und Caroline Stern schweigt. Mehr als 20 Jahre lang hütet sie das Geheimnis ihrer Vergangenheit, versteckt sich hinter dem Mantel der Normalität. Das geht so lange gut, bis sie eine Freundin aus Kindertagen wiedertrifft...
"So sollst Du schweigen" erzählt uns die teilweise autobiografischen Erlebnisse der Autorin Clara Salaman. Durch 10 Kapitel begleiten wir abwechselnd die 13-jährige und die erwachsene Caroline, die uns aus ihrer Sicht berichten, und nehmen teil an ihrem tragischen Schicksal. Dieses wird so anschaulich geschildert, die Gefühle der Caroline so authentisch dargelegt, dass der Leser unweigerlich merkt, dass die Autorin ihr eigenes Erleben verarbeitet. Während der gesamten Lektüre hatte ich das Gefühl, dass Caroline mir erzählt. Haarklein, ohne Beschönigungen, ohne Tabus und aus tiefem Herzen. Ja, ich habe mitgelitten mit dem kleinen Mädchen, als es Maßregelungen ausgesetzt war, die an Folter grenzen...Was kann ein so junger Mensch alles aushalten, ohne Rückhalt durch die Eltern?... Und ich habe auch gelitten mit der erwachsenen Caroline, die sich jetzt Lorrie nennt, deren neues Leben mit Joe auf einer Lüge aufgebaut ist und trotzdem immer noch von der Vergangenheit gesteuert wird. Aber es gab auch viele Stellen im Buch, an denen die Autorin mich mit ihrem trockenen Humor und durch witzige Äußerungen zum Lachen brachte. Trotzdem hier ein ernstes Thema behandelt wird, ist "So sollst Du schweigen" kein düsteres Buch! Letztendlich werden wir Zeuge, wie aus Lorrie Schritt für Schritt wieder Caroline wird, ein langer Weg voller Schmerz und Verletzungen, aber auch Hoffnung. "So sollst Du schweigen" gewährt uns Einblicke in den Alltag einer Sekte aus Sicht eines Kindes. Diese Eindrücke sind beklemmend und für "normal" denkende Menschen unvorstellbar. Mich hat dieses Buch sehr berührt. Caroline ist mir immer noch nah... Clara Salaman arbeitet bereits an ihrem zweiten Roman, auf den ich schon jetzt ungeduldig warte...Lesen Sie weiter... ›