"So regiert die Kanzlerin: Eine Reportage" - man erwartet Einblicke hinter die Kulissen des Bundeskanzerlamtes zu erhalten, mehr zu erfahren von der Frau, die nun seit mittlerweile 4 Jahren an der Spitze unserer Regierung steht. Man möchte erfahren, wie sie als Mensch mit der Macht umgeht, wie ihr Tagesablauf aussieht, wie sie sich mit den verschiedenen Politikern der Welt versteht und diese miteinander umgehen. All dies berührt die Autorin leider nur an der Oberfläche.
Sicherlich ist es nicht leicht für einen Autor viele Informationen über das Private oder Hintergründige der Angela Merkel herauszufinden, behält diese sich doch nach Möglichkeit vor, so wenig wie möglich preiszugeben. Doch etwas mehr hätte es schon sein dürfen, als wenige private Einblicke und Einschätzungen der Kanzerlin über manch politische Situation.
Die Reportage hätte genauso gut "So regiert die Kanzlerin durch die Krise" heißen können. Omnipräsentes Thema ist die Weltfinanzkrise des letzten Jahres. Ausführlich beschreibt die Autorin die Geschehenisse seit Aussbruch dieser Krise 2008 und wie vor allem Angela Merkels Berater und das Finanzministerium damit umgegangen sind.
Der Autorin muss man zu Gute halten, dass sie selbstverständlich nur die Einblicke gewähren kann, die sie selbst miterlebt hat und das war nun einmal in letzten Jahr hauptsächlich in Verbindung mit eben jener Krise. Doch leider wird dadurch zu viel Platz verdrängt für Aspekte die Kanzlerin alleine betreffend. Mehr wäre schön gewesen.
Ein paar Einblicke werden uns gewährt, gelungen dabei das Kapitel über die Auslandsreisen der Kanzlerin, ihren Umgang mit den Medien während irgendwelchen Sitzungen oder Reisen sowie einiger weniger Momente in denen die Autorin Merkels Umgang mit ihren Beratern beschreibt.
Ansätze für einen Hintergrundbericht sind zu entdecken, der Titel und der Klappentext versprechen allerdings mehr und daher gibt es hierfür 3 Sterne.
Nicht schlecht geschrieben, durchaus informativ, aber eben nicht konsequent.
Normalerweise gilt "weniger ist manchmal mehr" - aber eben nur manchmal. In diesem Falle wäre "mehr besser!".