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Nahe an der politischen Arbeit der Kanzlerin ist Margaret Heckel. In ihrem Porträt Merkels nimmt die Journalistin die Rolle der Beobachterin ein und spart – im Vergleich zu anderen Sachbuch-Autoren – allzu schlaue Interpretationen aus. Heckels Buch enthält fast nichts „Aufgewärmtes“ und gerät richtig spannend. Ganz so, als ob der Leser mit der Kanzlerin einen Tag verbringen würde. Die Autorin bemüht sich, neutral zu sein, kann aber nicht verhehlen, dass sie Merkel bewundert. Kritik wird dennoch nicht ausgespart. „Die Kanzlerin ist keine begnadete Rednerin“, heißt es nämlich. Oder sie versäume es, wichtige politische Schritte einprägsam zu etikettieren. Und einen groben strategischen Fehler Merkels aufgrund ihrer DDR-Vergangenheit verschweigt Heckel auch nicht.
Beim Defilee der gepanzerten Luxuslimousinen steht natürlich Merkels politisches Profil im Mittelpunkt. Hie und da dreht es sich auch um Privates. Dann kommt zur Sprache, wo die Kanzlerin Urlaub macht oder welches Haustier sie nicht mag. Neben der Finanzpolitikerin wird auch die Außenpolitikerin Merkel vorgestellt – just zu der Zeit, als Barack Obama US-Präsident wird. Folglich geht es auch um das Protokoll bei Auslandsreisen oder den Kampf um Nuancen bei einem Kommuniqué zum Georgien-Konflikt. Wir erfahren, wer das Telefon der Kanzlerin abhört, welche Probleme eitle Männer verursachen oder, wann Merkel doch richtig lospoltert. Innenpolitisch verrät Heckel bislang weiche Themen, die künftig Merkels Meinung nach hart werden müssen.
Nur all zu oft verkünden Autoren großspurig, hinter die Kulissen der Macht zu blicken. Margaret Heckel tut es wirklich. Deshalb ragt ihr locker geschriebenes Porträt im Bücherherbst 2009 deutlich aus dem Blätterwald heraus. Angela Merkel erscheint darin als Meisterin, Netzwerke zu weben und zu pflegen. Unaufgeregt, analytisch und zielstrebig – ganz so wie dieses treffende Sachbuch, das die Kanzlerin bestens beschreibt.
– Herwig Slezak
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Enttäuschend...,
Rezension bezieht sich auf: So regiert die Kanzlerin: Eine Reportage (Taschenbuch)
Der Klappentext verspricht eine interessante Materie: "...das Zentrum der deutschen Politik aus der Nähe...", "...ebenso aufschlussreich wie aufregend...". Leider kann die Autorin Magaret Heckel dieses Versprechen nicht einlösen. Ihre oberflächlichen und zumeist allzu sachlichen Schilderungen der überwiegend offiziellen Termine der Kanzlerin in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise lassen Details vermissen und menschliche Belichtung der geschilderten Situationen außen vor. Viele der im Tagebuchstil geschilderten Situationen lassen darauf schließen, dass die Autorin nicht dabei war. Die recht nüchterne Erzählung wirkt eher wie aus zweiter oder dritter Hand berichtet. Die Autorin schafft es nicht den Arbeitsalltag der Kanzlerin für den Leser lebendig werden zu lassen. Fast vollständig ausgeblendet ist die Privatperson Angela Merkel. Das Buch dreht sich lediglich um den Arbeitsalltag der Kanzlerin, Privates wird größtenteils ausgeklammert. Aber das wurde auch nicht versprochen. Was negativ auffällt: Eine Vielzahl sprachlicher und grammatikalischer Fehler im Buch. Teilweise enden Sätze sogar abrupt, Satzteile fehlen gänzlich. Das Buch ist schlichtweg nicht sorgfältig genug bearbeitet. Wie die Kanzlerin regiert wird nur sehr oberflächlich und auch nur im Ansatz beantwortet. Dennoch: Eine unaufgeregte Zusammenfassung der Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten Monate aus politisch-handwerklicher Sichtweise. Insofern durchaus informativ. Die Chance die menschliche Seite unserer politischen Führung darzustellen wird leider verpasst. Eine lebendige Vorstellung über das Tagesgeschäft von Angela Merkel oder gar was es bedeutet Kanzlerin zu sein bekommt man nur eingeschränkt. Sehr schade. Keine Empfehlung.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Nicht was man erwartet,
Von
Rezension bezieht sich auf: So regiert die Kanzlerin: Eine Reportage (Taschenbuch)
"So regiert die Kanzlerin: Eine Reportage" - man erwartet Einblicke hinter die Kulissen des Bundeskanzerlamtes zu erhalten, mehr zu erfahren von der Frau, die nun seit mittlerweile 4 Jahren an der Spitze unserer Regierung steht. Man möchte erfahren, wie sie als Mensch mit der Macht umgeht, wie ihr Tagesablauf aussieht, wie sie sich mit den verschiedenen Politikern der Welt versteht und diese miteinander umgehen. All dies berührt die Autorin leider nur an der Oberfläche.Sicherlich ist es nicht leicht für einen Autor viele Informationen über das Private oder Hintergründige der Angela Merkel herauszufinden, behält diese sich doch nach Möglichkeit vor, so wenig wie möglich preiszugeben. Doch etwas mehr hätte es schon sein dürfen, als wenige private Einblicke und Einschätzungen der Kanzerlin über manch politische Situation. Die Reportage hätte genauso gut "So regiert die Kanzlerin durch die Krise" heißen können. Omnipräsentes Thema ist die Weltfinanzkrise des letzten Jahres. Ausführlich beschreibt die Autorin die Geschehenisse seit Aussbruch dieser Krise 2008 und wie vor allem Angela Merkels Berater und das Finanzministerium damit umgegangen sind. Der Autorin muss man zu Gute halten, dass sie selbstverständlich nur die Einblicke gewähren kann, die sie selbst miterlebt hat und das war nun einmal in letzten Jahr hauptsächlich in Verbindung mit eben jener Krise. Doch leider wird dadurch zu viel Platz verdrängt für Aspekte die Kanzlerin alleine betreffend. Mehr wäre schön gewesen. Ein paar Einblicke werden uns gewährt, gelungen dabei das Kapitel über die Auslandsreisen der Kanzlerin, ihren Umgang mit den Medien während irgendwelchen Sitzungen oder Reisen sowie einiger weniger Momente in denen die Autorin Merkels Umgang mit ihren Beratern beschreibt. Ansätze für einen Hintergrundbericht sind zu entdecken, der Titel und der Klappentext versprechen allerdings mehr und daher gibt es hierfür 3 Sterne. Nicht schlecht geschrieben, durchaus informativ, aber eben nicht konsequent. Normalerweise gilt "weniger ist manchmal mehr" - aber eben nur manchmal. In diesem Falle wäre "mehr besser!". Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Lesegenuß mit mangelnder Contra-Seite,
Rezension bezieht sich auf: So regiert die Kanzlerin: Eine Reportage (Taschenbuch)
Das Buch ist temporeich geschrieben und liest sich sehr flüßig. Manchmal hatte ich den Eindruck einen Polit-/Wirtschaftskrimi zu lesen. Die Einblicke sind vielfältig - ich finde es besonders interessante welche Apparate, Personen und Insitutionen um Merkel herum fungieren.Was mir gefehlt hat, war eine betontere Kritik-/Contra-Seite. Das Buch liest sich, als wäre die Autorin Merkel sehr zugeneigt gewesen, da drängt sich mir der Verdacht auf, dass die Berichterstattung einseitig ist. Am Lesegenuß ändert das allerdings nicht das geringste und ich empfehle das Buch ausdrücklich weiter! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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