Walter Krämers Buch über Statistik-Lügen und Statistik-Irrtümer ist gut geschrieben, unbedingt lesen! (Wer weitere Informationen will, kann die drei schwierigeren Bücher von Hans-Herrmann Dubben/ H.-P. Beck-Bornholdt lesen; erstes und drittes am interessantesten.)
Eigentlich gibt es nur leichte Mängel in Krämers Buch: So ist er tatsächlich ideologisch einseitig gebunden (die 1991 geschriebenen Stellen zum Klimawandel z.B. läßt er einfach stehen). Wie er es ja selbst im Vorwort vermutet, wo er sich für eventuelle eigene Vorurteile entschuldigt.
Dann ist er auf Seite 198 ausgerechnet unter der Rubrik: Welchen Zahlen kann man noch vertrauen? - selbst hereingefallen! Hans Delbrück zu lesen, ist gut, aber er irrte sich oft. 5 Millionen Perser sind zuviel, aber 15 000 sind viel zuwenige! 150 000 schon besser, 250 000 denkbar, 500 000 auch möglich, sogar 1 Million nicht ganz auszuschließen. Denn sie trippelten nicht alle auf einer Straße hintereinander her, das Argument ist wertlos: Sie benutzten Parallelstraßen und hatten zwei Jahre Zeit, sich am Sammelpunkt zu treffen. Delbrück erlebte selbst noch den 1. Weltkrieg. Über den zweiten könnte jemand nölen: Niemals 11 Millionen Deutsche, denn als die ersten vor Moskau ankamen, wären die letzten gerade erst in Berlin ausmarschiert. Sie benutzten nicht nur eine Straße - siehe oben.
Krämer hätte besser Historiker gefragt. Aber sonst ist er auf seinem eigenen Fachgebiet standsicher und fällt nicht herein.