Was Frau Dankowtsewa hier abgeliefert hat, ist meines Erachtens ein öde dahinplätschernder Möchte-gern-Krimi, dem es an jeglicher Spannung fehlt. Die Personen habe keine Tiefe, die Schilderung der Psychiaterin beruht offensichtlich auf oberflächlicher Recherche, denn was hier an "Szenen auf der Couch" beschrieben wird, erreicht allemal BILD-Niveau, so stellt sich eben jeder der sich in dem Metier nicht auskennt die Tätigkeit einer Psychiaterin vor - platte Dialoge banalsten Inhalts. Vom Ehemann Sergej, dem "plötzlich" bewusst wird, dass sie schon einige Wochen nicht mehr miteinander geschlafen haben, seiner Frau Xenia, die lautlos in ihr Kissen weinte, "die Tränen flossen in heißen Strömen über ihr Gesicht aufs Kopfkissen, das bald nass und kalt wurde. Sie dachte an gar nichts, noch nicht einmal daran, wie sie heute im Cafe gesessen und sich ein Glas Kognak und Käse bestellt hatte..." bis hin zum gebildeten und charmanten Patienten Oleg, der sich - völlig vorhersehbar ab dem ersten Drittel des Buches - in den gesuchten Serienmörder verwandelt - nein Danke, Frau Dankowtsewa, so erzeugt man keine Spannung und kein erzählerisches Niveau. Da sollten Sie doch besser nochmal ganz gründlich bei Ihren schwedischen Kollegen in die Lehre gehen!