Ich bin begeistert davon! Mich interessiert das Thema, und ich habe das Buch am Wochenende verschlungen. Ich bin genau Zielgruppe: In der Schule Mathe-Niete, Geisteswissenschaftlerin, immer lieber ein paar Euro verschenkt als es unbequem zu haben oder ewig Angebote zu vergleichen. Das gilt tendenziell zwar immer noch ;-), aber wenn man eine eigene Firma hat, bekommt man doch ein interessierteres Verhältnis zu den Zahlen :-) Und in der Tat, wie das Buch auch sagt, hat man weniger Lust, sein hart verdientes Geld schlecht zu behandeln. Also kurz, jemand, der von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, aber dennoch mit seinen bescheidenen Kröten nicht mehr blind durch das Finanzuniversum stolpern möchte.
Zwei Dinge, die ich (auch vor der Finanzkrise) bisher immer nur als Bauchgefühl hatte, bestätigt das Buch: Erstens, dass man sich selbst schlau machen muss und bei aller manchmal sinnvollen Beratung doch selbst genug wissen muss, um am Ende eine vernünftige Entscheidung zu treffen. Bankberater haben nun mal primär die Aufgabe, für ihre Bank Geld zu verdienen, und viele Schlaumeier im Freundeskreis sitzen nach der Krise mit bös reduziertem Vermögen da. Nur, und das ist der Clou: Ich dachte immer, oh je, ich kapier das ja doch nie, wo soll ich denn da anfangen. Und ich sehe mich auch jetzt nicht täglich die Börsenseiten studieren, aber das Buch ist ein super Anfang - sagt erstenszweitensdrittens, worauf grundsätzlich zu achten ist, und diese Klarheit macht Mut, sich von da aus intensiver mit der Materie zu befassen. Zweitens ist es pro Immobilien, und die erschienen mir auch immer als das Beste - zugegeben höre ich alles gerne, was meinen Traum von der Maisonette mit Dachgarten vernünftig erscheinen lässt :-) Aber der Autor sagt ja auch, man muss sich auch psychisch mit seiner Geldanlage wohl fühlen.
Dann gibt es auch Punkte, bei denen ich das Buch zum Anlass nehmen werde, alte 'Überzeugungen' nochmal zu prüfen, speziell die Berufsunfähigkeitsversicherung: Davon hatte uns vor Jahren eine Juristen-Freundin dringend abgeraten, die damals als Justitiarin bei einer Versicherung arbeitete. Sie sagte, ihr Job sei vor allen Dingen, die Schadensansprüche mit den haarsträubendsten Argumenten abzuwehren, auch berechtigte, und sie hat gekündigt, weil sie meinte, sonst ekle sie sich bald vor sich selbst (arbeitet heute als Anwältin). Ihrer Meinung nach müssten Leute, die 'mit dem Kopf' arbeiten, sich schon selbigen abbrechen, bevor die Versicherung akzeptiere, dass der Schadensfall eingetreten sei. Daher sei wohl eine Unfallversicherung besser. Das vielleicht kombiniert mit der Dread-Disease-Police, von der ich in dem Buch zum ersten Mal hörte. Ansonsten scheine ich nicht alles so falsch gemacht zu haben, private KV, Haftpflicht, Hausrat, voilà. Aber ich will nicht mit meinem Kram langweilen, dies nur als Beispiel, wie anregend das Buch in jeder Hinsicht ist.
Dass der Titel einfach göttlich ist, muss ich nicht extra erwähnen! Jedenfalls ist es diese Klarheit, dieser seriöse und zugleich höchst amüsante Ton im Buch, der solche Greenhorns wie mich bei der Stange hält und motiviert (meine Schwester hat mir nicht geglaubt, was ich am Wochenende gelesen habe...). Ich vermute, das war gar nicht so einfach für jemanden, der sehr viel mehr weiß und sich ständig zügeln muss, um bei den Basics zu bleiben, sie aber andererseits zutreffend darstellen will. Großes Kompliment! Ich wünsche dem Buch einen Riesenerfolg, und ich glaube, den wird es haben. Es gibt sehr sehr viele wie mich (= Mühe haben, die Trägheit in Sachen private Finanzen zu überwinden, aber schon die Dinge im Griff haben wollen), und ich werde es jedem empfehlen, der nicht bei drei auf den Bäumen ist.