Ein zwölfjähriges Vampirmädchen, das sich in das Leben eines gleichaltrigen, labilen Außenseiters hineinschleicht und zunehmend von ihm Besitz ergreift... Fast nichts wird erklärt in dieser außergewöhnlichen, kraß realistischen und mühelos phantastischen Mischung aus Jugenddrama, Liebesgeschichte und Horror - so beeindruckend dunkel und melancholisch, wie wohl nur ein Film aus Skandinavien es sein kann, aufgelockert mit einer Prise schwarzen Humors. Ob es sich hier um eine echte Liebesgeschichte handelt, ist indessen keineswegs sicher, denn im Hintergrund lauert noch eine zweite mögliche Deutung, die, so schmerzhaft und desillusionierend sie auch sein mag, für mich die plausiblere ist. Gerade dieser Zweischneidigkeit aber ist es geschuldet, daß dieser Film eine solch beunruhigende Wirkung erzeugt. Und was es bedeutet, die Phantasie des Zuschauers für sich arbeiten zu lassen, das demonstriert Tomas Alfredson auf meisterliche, selten raffinierte Art in seinem Finale, der unvergeßlichen Unterwasserszene. -- Diesen Film sollte niemand sich entgehen lassen; eine besondere Empfehlung jedoch an alle, die von Horror und Phantastik eigentlich nichts wissen wollen. Da wartet womöglich eine Überraschung...