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So eine lange Reise: Ein Indien-Roman
 
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So eine lange Reise: Ein Indien-Roman [Taschenbuch]

Rohinton Mistry , Matthias Müller
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 449 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 7 (1. Juni 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596140064
  • ISBN-13: 978-3596140060
  • Größe und/oder Gewicht: 19,3 x 11,9 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 13.447 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Rohinton Mistry
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Wie eine gut gelungene Mischung aus Grass und Rushdie (Mitternachtskinder) nimmt sich dies indische Panorama von Rohinton Mistry aus. Lebendig, einfühlsam und humorvoll schildert er das Leben einer indischen Durchschnittsfamilie. Der Autor Rohinton Mistry verknüpft das Schicksal der Familie so geschickt mit den politischen und sozialen Problemen des Subkontinents, daß ein eindrückliches und witziges Porträt der zeitgenössischen indischen Gesellschaft entsteht mit allen ihren Facetten und Widersprüchen.

»Mistry ist ein echter literarischer Kartograph. Er zeigt die wirkliche Welt. Es gelingt ihm, in einem Wohnviertel die Besonderheiten, den Zauber und die Tragödie eines ganzen Kontinents einzufangen.«
Michael Ondaatje

Über den Autor

Rohinton Mistry wurde 1952 in Bombay, Indien, geboren und lebt mit seiner Frau in der Nähe von Toronto, Kanada. Für seine Romane wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. »Das Gleichgewicht der Welt« (Wolfgang Krüger Verlag 1998) erscheint im Dezember 1999 im Fischer Taschenbuch Verlag (Bd. 14583), »So eine lange Reise« liegt bereits vor (Bd. 14006).

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
47 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Manche Bücher gleichen Wohnzimmern, in denen nicht viel geschieht, in denen man sich aber durchaus heimisch fühlt - vor allem, wenn es sich um ein exotisches Wohnzimmer mit liebenswerten Bewohnern handelt. Keine Frage, dass die Familie Noble, eine indische Durchschnittsfamilie aus einem Hochhausblock in Bombay, in diese Kategorie gehört - allen voran der wackere Gustad Noble, der hinkt, seitdem er sich für seinen Sohn Sohrab vor ein fahrendes Auto geworfen hat, um ihn zu retten, und seine nicht minder wackere Frau Dilnavaz, die als Hüterin des Hauses und der Kinder Sohrab, Darius und Roshad das Herz der Familie ist. Die Nobles sind eine indische Durchschnittsfamilie, die im Sommer vor lauter Mücken nur mit Mühe durch die Nacht kommt, die die Ankunft des Monsuns wie eine Erlösung begrüßt, sich mit den Nachbarn streitet und versöhnt und ihre ganze Energie in die Zukunft der Kinder steckt. Viel geschieht in dem Roman eigentlich nicht - die nur ganz vage entfaltete Rahmenhandlung des indisch-pakistanischen Krieges von 1971 und die Vernichtung des befreundeten Majors Johnny Bilmoria dienen nur dazu, Indien-Kolorit zu entfalten, und das gelingt dem Autor auf unnachahmliche Weise. Der Milchpanscher, der große Bonsetter, der die gebrochenen Knochen nach Gefühl wieder einrenkt, der kindische Themul, Mr. Rabadi und sein Kampfpinscher, die schrullige Miss Kutpitia und viele andere mehr ergeben in ihrer Gesamtheit ein farbenfrohes Panorama des indischen Alltags, wobei es der Autor meisterhaft versteht , mit wenigen Strichen, eine Figur oder eine Situation einprägsam und humorvoll in sein Bombay-Panoptikum einzufügen, sei es der Bankangestellte Dinshawij, dessen Gemütszustand seine Umgebung an der Intensität seines Mundgeruches erkennen kann oder die Zubereitung einer Fußnägelsuppe, mit der die wackere Dilnavaz Noble ihre kranke Tochter kurieren will - unvergesslich die Beschreibung der Käfigprostituierten von Bombay oder die makabren Begräbnisriten der Parsen, die ihre Verstorebnen in den Türmen des Schweigens den Geiern zum Fraß vorwerfen, wobei es durchaus passieren kann, dass Leichenteile, von den Vögeln fallengelassen, auf benachbarten Balkonen landen. Je weiter der Leser bei der Lektüre des vorliegenden Buches voranschreitet, je mehr wird er zum Mitbewohner einer teilweise vollkommen fremden, aber auch merkwürdig vertrauten Welt, in der eigentlich nur ein Bereich wirklich schlecht weg kommt, ein Bereich, der als Plage des indischen Lebens schlechthin erscheint: die korrupte Politik und Staatlichkeit, wobei es ganz gleichgültig ist, ob es sich um die verkommene Stadtverwaltung von Bombay oder die ndische Ministerpräsidentin Indira Gandhi handelt.
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58 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
"So eine lange Reise", bzw. im englischen Original "Such a long Journey", ist der erste Roman des in Kanada lebenden indischen Autors Rohinton Mistry. Es geht um die Familie Noble, Parsen (eine Religionsgruppe), die in der Metropole Bombay/Mumbai lebt. Politische/historische Ereignisse sind in die Handlung eingeflochten. Die Charaktere werden mit viel Empathie dargestellt und die Umgebung detailliert beschrieben. Wir erleben die Träume und Hoffnungen einer kleinen Mittelklasse-Familie und können uns ihr Domizil, das Kholadad Gebäude, mit Leichtigkeit vorstellen. Durch sein schriftstellerisches Talent läßt uns Mistry viel über die Kultur der Parsen und die politischen Geschehnisse Anfang der 70er Jahre erfahren. "So eine lange Reise" ist ein exzellentes Erstlingswerk. Es ist allerdings ratsam, um Enttäuschungen vorzubeugen, diesen Roman vor Rohinton Mistrys "Das Gleichgewicht der Welt" ("A Fine Balance") zu lesen, denn jener ist nicht zu übertreffen. Dort sind die Charaktere ausgereifter, soziale (Un)Gerechtigkeit wird thematisiert, und viele der Facetten Indiens sind dargestellt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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40 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Das von Rohinton Mistry 1991 im Original verfasste Buch spielt im Bombay des Jahres 1971, zu Zeiten von Indira Ghandis korrupter Regierung und im Vorfeld bzw. zur Zeit des indisch-pakistanischen Krieges.

Der Protagonist des Romanes, Gustad Noble, lebt im Kholadad Genäude, ist seit über 20 Jahren mit Dilnavaz verheiratet und stolzer Vater von 3 Kindern. Sein ältester Sohn Sohrab hat sehr gut bei den Universitätseintrittsprüfungen abgeschnitten, weigert sich aber ans India Institute of Technology zu gehen, weil er lieber einen Bacherlor of Arts machen möchte.

Gustad und Sohrab geraten in Streit und von dem Zeitpunkt an nimmt das "Unglück" seinen Lauf: der jüngere Sohn macht der "fetten" Tochter des "Dogwalla" schöne Augen und das jüngste Kind, Tochter Roshan, leidet unter einer mysteriösen Infektion. Gustads ehemaliger Freund Major Jimmy Bilimoria setzt sich nach Jahren ohne Kontakt mit Gustad in Verbindung und bittet ihn um einen Gefallen, der ihn den Job als Bankangestellter kosten könnte.

Der geneigte Leser/die geneigte Leserin machtnicht nur Bekannstchaft mit der Familie Noble oder den Bewohnern des Kholadad-Gebäudes, sondern auch mit Kollegen, Freunden und anderen Personen aus dem Umfeld der Nobles:

Z.B.Miss Kutipitia, einer älteren Dame, an die Dilnavaz sich wendet, wenn sie weiße Magie einsetzen möchte (sowohl für Roshans Genesung als auch dafür dass Sohrab sich doch für das IIT entscheidet). Miss Kutpitia hat noch nie jemanden ihre Wohnung weiter betreten lassen als bis zu dem sich auf dem Flur befindlichen Telefon und man munkelt, dass sie in den für die anderen Bewohner verschlossenen Zimmern die Leichen ihres Bruders und dessen Sohnes verwahrt. Miss Kutpitia hat für jedes Problem eine Lösung aus , sagen wir einmal "interessanten" Zutaten.

Auch Tehmul wird den Lesern ans Herz gelegt. Durch einen Unfall geistig behindert, mit den Bedürfnissen eines ausgewachsenen Mannes und wahnsinnig schnell redend. Er ist Botenjunge für alle, verdient sich Geld mit dem Töten von Ratten und verliebt sich in eine Puppe, die Sohrab in der Schule bei einer Verlosung gewonnen hat.

Ausserdem gibt es noch Mr. Dinshawji, Gustads Kollege in mittleren Jahren, schwerkrank, der Spaßvogel vom Dienst mit seinem "häuslichen Geier". Er erzählt geschmacklose Witze, flirtet mit der Rezeptionistin und bewährt sich als Helfer des RAW.

Und dann gibt es noch den Bonesetter, der Gustads Hüfte nach einem Unfall vor neun Jahren wieder eingerenkt hat. Oder Gustads College-Buddy, den er nach über dreißig Jahren durch Zufall auf einem Markt wiedertrifft. Oder den Pflastermaler, der sich vor dem Bankgebäude Geld mit dem Malen von Heiligenbildern aller Religionen verdient und und und.....

Wer eine geradlinige Handlung erwartet, der dürfte von diesem Buch enttäuscht sein.

Wer jedoch Genuß findet an der detailgetreuen, farbenfrohen und manchmal für Europäer auch abstoßenden Beschreibung des indischen Alltags wird dieses Buch lieben.

Mistry versteht es, der Leserschaft die Gerüche des Marktgebäudes um die Nase wehen zu lassen. Er versteht es ebenfalls meisterhaft das Chaos einer Millionenstadt des Subkontinents zu schildern. Er weiht die Leserschaft in die indische Gesellschaft und deren Riten ein.

Die Charaktere sind plastisch und dem wahren Leben entsprungen, mitfühlend und mit einem Augenzwinkern beschrieben.

Man braucht Zeit und Ruhe für dieses Buch, um es wirklich genießen und im Alltag der Millionenstadt Bombay als (nahezu)Unbeteiligter schwelgen zu können.

Fazit: Sie lieben Details? Lesen sie dieses Buch, verlieren Sie sich darin und planen sie etvl. eine Reise in den Hexenkessel Bombay,in den ganz normalen täglichen indischen Wahnsinn, um auf Gustads Pfaden zu wandeln (so Sie denn nicht ohnehin schon dort waren). Fünf Sterne sind für dieses Erstlingswerk durchaus gerechtfertigt.

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