Aus der Amazon.de-Redaktion
Fast paradoxerweise muss man sagen:
endlich der Debüt-Longplayer des Pop-Punk-Trios aus der Nähe von München, das seit spätestens 1995 immer mal wieder durch die einschlägigen Medien geht und mit "Wellenreiten" einen Sommerhit geschrieben hat, der von der breiten Masse nie erkannt worden ist.
Den Vorschusslorbeeren der Medien sind die Sportfreunde, die sich auf keinen Fall mit Sportsfreunden gleichsetzen wollen und sich nach ihrem Fußballtrainer benannt haben, mit ihrem Erstling jedenfalls gerecht geworden. Mit "Wunderbaren Jahren" und, wie erwähnt "Wellenreiten" sind beide Singles vertreten, welche die Band veröffentlicht hat, wobei die restlichen dreizehn Songs dem in nichts nachstehen: Akut pupertärer Punk-Pop mit fröhlich naiven deutschen Texten, der jeden Frust vergessen lässt. Mit So wie einst Real Madrid reihen sich Sportfreunde Stiller sofort und nahtlos ein in die deutsche Hurrapunk-Szene, die ihre Führungsgestalten in Bands wie den Ärzten (von den sich die Sportfreunde durchaus inspiriert sehen) und den frühen Toten Hosen sieht -- ein Album, das Spaß macht. --Felix von Vietsch
INTRO
Eine Kindheit voller Bekenntnisse. Manchmal in Form großer Gesten, manchmal eher so hintenrum. Dabei war Konsumdenken uns seinerzeit ein Fremdwort, und doch fanden sich die Fronten wie bestellt am Tag der Einschulung. Da wurde es transparent: Manche Kinder waren besser als die anderen, na ja, zumindest anders: Die Gehas verspotteten fortan die Pelikane und umgekehrt, ähnlich verhielt es sich mit den Scouts und Amigos sowie den Pumas und Adidas. So sehr verinnerlichte man die wichtigen Werte des Alltags, daß es auch neben der Schule nur eine einzige Wahl gab: Sport oder Musik. Erst Jahre später - unter dem Banner der Sportfreunde Rocker - begreife ich: Es ist ein Irrtum gewesen. Sport-Rock das ging, das geht - und wow: Jene Versager, für die ich diese Zwitterwesen damals hielt, sind heute also Helden. Immer noch vornehmlich Schulhofhelden, versteht sich. Erleichtert fühle ich mich in dieser neuen Erkenntnis bestätigt, als ich die Sportfreunde zum ersten Mal live sehe. Großartig. Und die Angst, daß ihr Longplay-Debüt 'So Wie Einst Real Madrid' nur einen Bruchteil dieser live versprühten Energie, treibenden Kräfte und Sympathien vermittelt und überproduziert-verhätschelt daherkommt, bestätigt sich nicht. Ehrlicher könnte ein Album kaum sein. Speziell für uns junge Leute: schön.
Julia Keutner / Intro - Musik & so
mehr unter www.intro.de
INTRO
Eine Kindheit voller Bekenntnisse. Manchmal in Form großer Gesten, manchmal eher so hintenrum. Dabei war Konsumdenken uns seinerzeit ein Fremdwort, und doch fanden sich die Fronten wie bestellt am Tag der Einschulung. Da wurde es transparent: Manche Kinder waren besser als die anderen, na ja, zumindest anders: Die Gehas verspotteten fortan die Pelikane und umgekehrt, ähnlich verhielt es sich mit den Scouts und Amigos sowie den Pumas und Adidas. So sehr verinnerlichte man die wichtigen Werte des Alltags, daß es auch neben der Schule nur eine einzige Wahl gab: Sport oder Musik. Erst Jahre später - unter dem Banner der Sportfreunde Rocker - begreife ich: Es ist ein Irrtum gewesen. Sport-Rock das ging, das geht - und wow: Jene Versager, für die ich diese Zwitterwesen damals hielt, sind heute also Helden. Immer noch vornehmlich Schulhofhelden, versteht sich. Erleichtert fühle ich mich in dieser neuen Erkenntnis bestätigt, als ich die Sportfreunde zum ersten Mal live sehe. Großartig. Und die Angst, daß ihr Longplay-Debüt 'So Wie Einst Real Madrid' nur einen Bruchteil dieser live versprühten Energie, treibenden Kräfte und Sympathien vermittelt und überproduziert-verhätschelt daherkommt, bestätigt sich nicht. Ehrlicher könnte ein Album kaum sein. Speziell für uns junge Leute: schön.
Julia Keutner / Intro - Musik & so
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