Was die 80er-Jahre angeht, bin ich nicht gerade begeistert, was sich in diesem Jahrzehnt musikalisch abgespielt hat, aber es gibt zum Glück einige rühmliche Ausnahmen, zu denen Peter Gabriel und "So" ohne Zweifel zählen!
Peter Gabriel hat viele hervorragende Alben vor und auch nach "So" veröffentlicht, dennoch ist und bleibt es seine berühmteste Platte (wenn auch - meiner Meinung nach - nicht seine beste). Das mag hauptsächlich an "Sledgehammer" liegen, einem der bekanntesten Songs überhaupt. Ich persönliche bin kein großer Fan von diesem Song, aber allein durch seinen Erfolg ist es ja unverzichtbarer Bestandteil eines jeden Konzerts oder jeder Best-of-Zusammenstellung.
Doch zum Glück gibt es auf "So" mit Sledgehammer und "Big Time" nur zwei Songs, die ganz offensichtlich auf die Charts abzielen (ich will das böse Wort kommerziell nicht verwenden ...), die restlichen Lieder sind einfach nur großartige Klangkunstwerke, wie sie wohl kaum ein anderer heutiger Musiker fertigbringen könnte. Besonders hervorzuheben sind hier die Balladen, allen voran natürlich "Don't give up" mit Kate Bush, deren Stimme ich zwar nicht besonders mag und daher die Live-Version mit Paula Cole vorziehe, das aber trotzdem zu den Highlights zählt (dasselbe gilt übrigens für "In your eyes").
Meine zwei Favourites auf "So" sind "Mercy Street", für mich die schönste Gabriel-Ballade und das epische "Red Rain", das man eigentlich kaum beschreiben kann, wenn man es nicht gehört hat. Alles in allem ein Album, das man auch noch heute, fast zwanzig Jahre nach Veröffentlichung, von vorne bis hinten durchhören kann, ohne dass es auch nur eine Sekunde langweilig wird. Eine klare Kaufempfehlung!
(Rezension ursprünglich 2005 verfasst für die 2002 erschienene Remastered Edition)