Wie schon von Feedbäcker richtig wiedergegeben, gehört der VoIP-Telefonie sicher die Zukunft. Bei dieser Art der Telefonie werden analoge Sprachsignale vom Endgerät in digitale Datenpakete zerlegt, und über das Internet und einen VoIP-Anbieter (Provider) an ein VoIP-geeignetes Telefon übermittelt. Solange man sich im selben VoIP-Netz befindet, ist meist kostenlos. Will man einen 'normalen' Mobil- oder Festnetzanschluß erreichen, so bezahlt man Verbindungsgebühren an seinen VoIP-Anbieter; dafür erhält man auch meistens eine Rufnummer, welche aus dem normalen Telefonnetz erreichbar ist.
Im Unterschied zu Skype - welches ebenfalls gegen Gebühr in das normale Telefonnetz anrufen läßt, und gegen weitere Gebühr auch Rufnummern vergibt - verwenden die meisten VoIP-Anbieter aber den SIP-Standard. Dadurch ist es möglich, verschiedene Anbieter auf seinem Telefon zu konfigurieren, und immer den günstigsten je Rufziel oder Tageszeit auszuwählen.
Soweit zur VoIP-Telefonie. Wer es ohne Anschaffung von Hardware versuchen will, kann sich bei einem beliebigen Provider auch entsprechende 'Softphones' für den PC runterladen, und Sprachqualität und Bedienung testen. Ich verwende z.B. Sipgate, die haben Rufnummern für Teilnehmer in .de und .at verfügbar; es gibt aber noch zahlreiche andere Anbieter, einfach googeln. - Für meine Softphones am Handy (Android) verwende ich 3CXPhone, zusammen mit dem Phonebox-Anbieter pbxes.org (ist aber nicht für des Basisbetrieb des Snom nötig).
Zur Hardware selbst:
Snom ist einer der führendem Hersteller vür VoIP Hardware, und liefert die sprichwörtliche Qualitätsarbeit 'Engineered in Germany'. Ich selbst besitze genau ein Snom 300, das ich an einem UPC/Chello Anschluß betreibe. Die Hardware ist aus stabilem, gefälligen schwarzen Kunststoff (schwarz oder weiß verfügbar), die Tasten sind groß, gut beschriftet, mit einem klaren Druckpunkt. Die wichtigsten Tasten für Lautstärke, Lautsprecher, Annehmen/Ablehnen, Sondertasten für z.B. Direktwahl sowie ein 'Cursor' sind vorhanden. Das einzeilige Display ist sehr gut lesbar und - entgegen früheren Versionen - auch hintergrundbeleuchtet. Durch die kleinen Abmessungen findet es auf dem kleinsten Schreibtisch Platz.
Die Klangqualität ist senstationell gut, wobei hier sowohl der VoIP-Provider, als auch die Hardware zusammenspielen müssen. Snom wird von den meisten, namhaften VoIP-Anbietern empfohlen, und aus eigenen Tests telefoniere ich mit Deutschland genausogut wie mit den USA oder Australien.
Im Lautsprecherbetrieb erhalte ich ein klares Sprachbild, lediglich bei Telefonkonferenzen hören andere ihre Stimme wenn ich den Lautsprecher zu laut einstelle.
Die Konfiguration über das Webinterface geht für den Grundbetrieb recht einfach; will man spezielle Dinge einstellen, gibt es fast unendlich viele Möglichkeiten, und die Dokumentation ist auch hervorragend; ich selbst habe mich aber noch nicht über das Einrichten meines SIP-Providers hinweg getraut. Wozu auch, es läuft auch so!
Neben dem günstigen Einstandspreis (unter 100 EUR) kommt mir auch der geringe Energieverbrauch sehr gelegen - dieser liegt bei 1.7 Watt im Standby, und bei 2.7 Watt im Betrieb. Damit schlägt es mein altes Analogtelefon mit integriertem Anrufbeantworter (5 Watt) um Längen!
Insgesamt ein sehr lohnender Kauf; ich telefoniere mit VoIP und dem Snom 300 seit über einem Jahr, zahle keine (!) Grundgebühr, und habe nebenbei einen Anrufbeantworter (sipgate) und eine perfekte kleine Telefonanlage (pbxes.org).
Wer sich vor der Einrichtung nicht scheut, oder kompetente Hilfe für Einrichtung hat, der sollte sich bei der Anschaffung eines VoIP-Gerätes unbedingt das Snom 300 ansehen, oder einen seiner größeren Familienmitglieder.