Als ich den Artikel über einen Werbeflyer kennenlernte, war ich neugierig, war es in der Vergangenheit doch immer problematisch, die Kamera seitlich über die Schulter gehängt zu transportieren, so dass das Objektiv nach innen geschwenkt relative geschützt war. Die Kamera rutschte regelmäßig seitlich von der Schulter, was vor allem dann schwierig wurde, wenn man seitlich Bewegungen macht. Da konnte es schon mal leicht passieren, dass die Kamera von der Schulter fiel und man höllisch aufpassen musste, dass sie keinen Schaden nahm. Um den Hals mochte und mag ich die Kamera nicht tragen, schon gar nicht, wenn das lange 400mm-Objektiv dran ist. Sieht nicht nur blöd aus, trägt sich auch verkrampft.
Der Sniper ist hier eine sehr gute Lösung und birgt mehrere Vorteile:
1. Der Gurt verläuft quer über dem Körper, damit ist die Gefahr, dass das Gerät von der Schulter rutscht oder von der Schulter gerissen wird, gebannt.
2. Die Kamera hängt - wenn man den Gurt entsprechend kurz macht - so auf der Hüfte, dass man damit bequem auch längere "Transportzeiten" aushält. Diese Trageweise schützt die Fotoausrüstung durch die Nähe zum Körper am besten.
3. der Griff zur Kamera bietet eine ergonomisch optimale Möglichkeit nach der Kamera zu greifen und damit auch schnell Einsatzbereit zu sein. (Der größte Zeitfaktor dürfte dabei die Anschaltzeit sein.) Hier ist angenehm, dass der eigentliche Kameragurt nicht mehr gebraucht wird und damit auch nicht mehr - fast lästig - vor der Linse rumbaumelt. Bisher hatte ich den Gurt benutzt um - mehrmals um meine Hand gewickelt - die Kamera festzuhalten.
4. Ich habe den Gurt erstmals während der Karnevalszeit eingesetzt, nicht gerade eine wetterfreundliche Zeit. Ich trug die Ausrüstung also unter der Jacke, die allerdings offen bleiben musste. Mal abgesehen davon, dass es damit natürlich etwas kälter war, konnte die Kamera selbst aber doch gegen leichten Niesel geschützt werden, was ich als angenehm empfand. Trotzdem war sie damit schnell einsatzbereit.
Insgesamt ist der Sniper eine gute Konstruktion, wie ich meine. Aus Gründen, die ich eigentlich nicht belegen kann - also reines Gefühl - hab ich gleich die Savety-Variante mit Stahlseil beschafft.
Ich habe die Kamera ohne Batterie-Pack getragen, zum Einen, weil ich der "Vorsicht" eines Rezensenten folgen wollte, zum Anderen, weil ich aus Gründen der Witterung Ersatzbatterien in der warmen Hosentasche getragen habe. Und wenn der Sniper am Batteriegriff ausreisst ist das eher eine Sache des Batteriepacks.
Die Einzige Testung, die ich nicht machen konnte ist mit Zeit verbunden und mit der Frage: wie lange hält der Gurtsaum, bis er von dem ständigen auf und ab der Stahlöse aufgerieben wird und unbrauchbar wird. Also, fragt doch noch einmal in ein oder zwei Jahren nach.
Warum nur vier Punkte? 1. Es gibt keine Aussage über die Haltbarkeit des Gurtmaterials!! 2.Nachdem was dran ist halte ich den Gurt für zu teuer. Sicherheit muss bezahlt werden? Stimmt (wenn auch manchmal eine billige, nichtssagende Argumentation) - man kann das aber auch ausnutzen. Allerdings - es gibt keine wirkliche Alternative zu dem Produkt (ich hab jedenfalls keine gefunden) und die Bequemlichkeit - vor allem aber die Neugierde, haben dann doch gesiegt. Könnte man die Punkte splitten gäbs für die Funktionalität 5 Sternchen, so musste ich mich entscheiden. Wem das Geld egal ist, dem kann ich den Gurt nur empfehlen.