Ich habe den Sniper jetzt seit knapp 2 Monaten und bin -um es vorweg zu nehmen- zufrieden.
Verarbeitung/Materialien
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Alle Materialien machen ein wertigen Eindruck. Insbesondere die neuen kugelgelagerten Edelstahlbefestigungsschrauben mit Gummierung machen Schluss mit den Horror-Storys von sich lösenden Schrauben beim alten System. Die Kamera kann sich jetzt frei drehen, ohne die Schraubverbindung zur Kamera zu lösen.
Die Ösen woran die Edelstahlschrauben befestigt sind, schnurren ohne zu hakeln über den Polyestergurt mit Stahlseilsicherung und sind aus Metall. Bis dato bin ich beim schnellen Hochziehen der Kamera noch nie hängengeblieben. Die Gurtverstellung an den abnehmbaren Schulterpolstern ist einmal durch Plastikösen gesichert und ein weiteres mal durch die Klettverschlüsse der Polster. Die Schulterpolster sind ergonomisch geformt und für meine Schulter ausreichend gepolstert. Auf dem Rücken befindet sich ein relativ breites verstellbares Klettband, mit dem man den Sniper an die Schulterbreite anpassen kann. An der Vorderseite befindet sich noch 2 Bänder am Ende jeweils mit Metall-Karabinern ausgestattet, um eine Kompaktkamera o.ä. aufzunehmen (siehe Produktfoto oben).
Praxis
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Nichts geht beim Fotografieren über den Praxiseinsatz.
Anprobe
Das Anpassen der Gurte sollte vor dem ersten Einsatz in Ruhe (!) ausprobiert werden, um die für sich passende Einstellungen zu finden. Denn wenn erstmal das ganze Equipment dranhängt, lassen sich die Gurte nur noch schwer selber verstellen. Am besten klappt es meiner Erfahrung nach, wenn eine andere Person das macht. Denn zum Einstellen sollte ja alles dranhängen, damit man die optimale Länge findet. Es lassen sich sowohl die beiden Seitengurte als auch das Klettband auf dem Rücken und der Gurtverschluss auf der Brust verstellen. Und dann ausgiebig testen: Bücken, Knien etc. Dann merkt man nämlich ganz schnell, ob es paßt oder nicht.
Und hier kommt auch gleich mein erster Kritikpunkt - die frei baumelnden Kameras wenn man sich z.B. vornüber beugt. Mir es bereits einige mal in der Hektik passiert, dass mir meine Bodies (7D&5DMKII) mit angehängtem Glas (16-35L/70-300L) in der Mitte zusammengenallt sind. Auch beim Ausziehen sollte man darauf achten, ERST Kameras abschrauben und dann den Gurt über den Kopf ziehen. So verlockend das auch ist -alles auf einmal auszuziehen und dann wieder griffbereit in den Kofferraum zu legen- umso schmerzlich ist es dann wenn man sich beim Ausziehen verheddert und sich in der Mitte wieder knapp 2x2kg Masse treffen...und glaubt mir - das geht oft schneller als man reagieren kann.
Action
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Seinen Zweck erfüllt der Sniper hervorragend. Wenn man wie ich immer mit 2 Bodies unterwegs ist, hat man eine optimale Gewichtsverteilung auf beiden Schultern. Das (schnelle) Heranziehen der Kameras ans Auge klappt prima - genauso wie der Wechsel zwischen beiden Seiten. Wie geschrieben sollte man beim Vorbeugen, in die Hocke gehen oder beim Rennen vorsichtig sein. Hier müsste es so eine Art temporäre "Parkbremse" mit Hilfe eines flexiblen Gummizuges o.ä. geben, damit man diese Bewegungen machen kann, ohne ständig die Hände an den Kameras halten zu müssen.
Ich denke gerade als Ergänzung über Halftertaschen nach, um die Kameras jeweils in einer Taschen fixieren zu können. Gewöhnungsbedürfig dürfte auch die Einschränkung der Armbewegungen sein d.h. an der Stelle wo sonst die Arme baumeln, baumeln jetzt die Kameras. Ich stelle bspw. fest, dass dadurch meine Metallarmbanduhr am linken Arm öfter mal an den Bodies "schrabbt". Ein Grund mehr über eine zus. Halfterlösung nachzudenken.
Genial sind übrigens die in den Gurten eingebauten Stossdämpfer - vor allen Dingen wenn man rennt bzw. schweres Equipment hat. Apropos schweres Equipment. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Tatsache, dass der Gurt mit der Zeit nach vorne rutscht und das breite Klettband dann im Nacken "schabt". Hier bleibt wohl doch nur die Lösung über einen zusätzlichen Bauchgurt, um die Rückenpartie einzuhaken und damit gegen Verrutschen zu sichern. Ansonsten ist der Tragekomfort auch nach mehreren Stunden TOP! Da kann keine Schultertasche, Rucksack o.ä. mithalten.
Hinzufügen sollte ich noch, dass man die beiden Gurte auch schnell trennen kann - wenn man nur einen Body mitnehmen möchte. Einfach Klettverschluss hinten und den Plastikgurtverschluss vorne lösen - fertig.
FAZIT
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Für mich derzeit die optimale Lösung mit leichten Schwächen, die sich aber beheben lassen, in dem man weiteres Zubehör wie Halftertaschen und Gürtel (z.B. von Thinktank oder Newsware) dazukauft.
Der Preis ist natürlich gesalzen. Deshalb sollte man sich diese Investition gut überlegen.
Alles in allem vergebe ich dennoch 5 Sterne.
Ich hoffe hierzu ein paar Denkanstöße aus der Praxis gegeben zu haben.
UPDATE 14.5.2012
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inzwischen ist der Sniper einige Zeit im Einsatz gewesen und ich muss sagen, dass es für michimmer noch die optimale Lösung darstellt. Hinzugekommen sind 2 thintank Halftertaschen mit Gurt, die die Objektive mit angesetzer Kamera in Position halten - auch beim Vorbeugen und Bücken. Meine wertvolle Ausrüstung verschwindet zudem schnell und unkompliziert unter einer Jacke.