Sowas hatte ich mir immer gewünscht. Etliche reale Rennserien in einem Spiel, realistisches Fahrgefühl, Setup-Möglichkeiten für Profis und auch für "Nicht-Ingenieure", Strecken ohne Ende, Nachtrennen, Boxenstopps, Safetycar-Phasen, strategische Rennen, Boxenfunk, tolle Grafik ... wo soll man anfangen? Eins vorweg: Für den Gelegenheits-Spaßracer ist das eher nichts, denn denn so ein Simulator ist schon eher Sport als Spiel und die meisten Rennserien erfordern Training und vor allem: ein Force-Feedback-Lenkrad! Denn auf der Suche nach einem geschmeidigeren Fahrstil, um die Reifen nicht zu überhitzen, geht mit Tastatur natürlich gar nichts. Und die Feedbackeffekte, die der Lenker übermittelt, sind so toll umgesetzt, dass man meint, man könne den Wagen "unter sich spüren", und man kann damit auch dementsprechend auf z.B. Über- oder Untersteuern reagieren.
Das wichtigste an rFactor neben all dem, ist aber die Modifizierbarkeit des Programms. An "echten" mit den entsprechenden Sponsoren beklebten Rennwagen, hängen halt Lizenzen, und so gibt es außer dem BMW Sauber Formel-1-Boliden fast nur Fantasie-Fahrzeuge. Aber die sind alle wirklich schön, haben eine tolle Fahrphysik und reichen eigentlich schon aus, um endlos Spaß zu haben. Wer sich aber für aktuelle und historische Serien interessiert, findet im Internet Modifikationen (Mods) in Hülle und Fülle zum Download. Die kann man gar nicht alle nutzen, aber irgendwann findet man seine Lieblingsserien - denn vom Handling her ist fast jeder Wagen eine Welt für sich. Zum "Einsteigen" bieten sich unter vielen vielen anderen an: Formel 1, Formel 3, Formel BMW, DTM, Porsche Cup, American Le Mans, GP2, Trucks, Renault Megane & Clio, Minis, Lamborghini Gallardo, Formel 1 1979, Seat Leon und und und. Strecken gibt es auch in Massen. Besonderes Highlight: Die Nordschleife in Sommer, Herbst und Nebel! Die Community ist hochaktiv und immer wieder gibts was Neues! Vor lauter Mods kommt mein rFactor Ordner mittlerweile auf weit über 10 GB!
Weitere Features: Rennvideos lassen sich schneiden und als AVI exportieren. // Für die Steuerung lassen sich zahllose Konfigurationen abspeichern. Wenn man also Sportwagen mit Schaltknüppel fahren will, Formel 1 aber ohne, so muss man nicht immer die Tastenbelegung des Lenkrads neu konfigurieren. // Alles Mögliche lässt sich einstellen, sogar Zeitfaktoren für Benzinverbrauch, Reifenverschleiss sowie für den Tag und Nachtwechsel. // Für manche Wagen gibt es Tuningteile und Fahrzeuglackierungen kann man selber erstellen (mit externen Programmen). // Man kann mit jedem Auto auf jede Strecke, im Gegensatz zu DTM Race Driver. So kann man z.B. sogar Nick Heidfelds Fahrt mit seinem BMW-F1-Wagen über die Nordschleife selbst erleben. // Außerdem gibt es Geländerennen, Ovalkurse und bestimmt noch viel Erwähnenswertes, was ich jetzt vergessen habe.
Einziges Manko ist die künstliche Intelligenz. Ich selbst bin (noch) kein Online-Racer (darauf ist das Spiel halt ausgelegt) aber glaubwürdige Rennen gegen den Computer sind möglich. Sicher ist die KI manchmal sehr dämlich und das führt zu einigen unnötigen (Auffahr-)Unfällen, aber nach etwas Übung klappt es meiner Erfahrung nach in den meisten Rennserien recht gut. Tipp: Im Spielverzeichnis befindet sich eine Datei mit der Endung plr. In entsprechenden Internetforen kann man erfahren, wie man hier über die spieleigenen Menüs hinaus Einstellungen vornehmen kann - auch an der KI. Aber weil man sich manchmal über diese etwas ärgern kann, gibts einen Stern Abzug beim Spaßfaktor.
Ich hatte mir rFactor schon vor knapp einem Jahr als Download-Version gekauft und bereue keinen Cent.