Die Ereignisse des Oktober 2002 in Washington und Umgebung sind sicher einigen von uns noch in Erinnerung. Damals sorgte eine Reihe wahlloser Tötungen für Aufsehen, da man anhand der Opfer kein Muster erkennen konnte und jeder das nächste Opfer hätte sein können.
Dieser Film arbeitet die Ereignisse der Schreckenswochen ab und bemüht sich (erfolgreich!), diese möglichst täter/opferneutral umzusetzen. Ein Afroamerikaner und sein labiler, leicht beeinflussbarer Stiefsohn machten zu der damaligen Zeit Jagd auf ihre Opfer, die sie willkürlich aussuchten. Auslöser war, darf man den Machern des Films glauben, ein verlorener Sorgerechtsstreit des Vaters gegen seine geschiedene Frau.
Beinahe dokumentarisch erfasst die Kamera über weite Strecken verschiedene Opfer, ohne das der Zuschauer für die Betroffenen Mitleid aufbringen müsste; die Vorgänge werden geschildert, das Kameraobjektiv wirkt wie ein voyeuristisches Auge, welches Menschen, Opfer wie Täter, nüchtern erfasst und abbildet, nicht mehr aber auch nicht weniger.
Einzig dem Polizeischef, dargestellt von Charles S. Dutton, gesteht man das Zeigen von Emotionen wie Trauer und Betroffenheit zu, ebenso den Angehörigen der Mordopfer am Ende bei der Konferenz.
Fazit: Handwerklich solider Film, der eine der irrationalsten Mordserien in der Kriminalgeschichte der USA informativ und spannend abhandelt. Sehenswert!