Lord Mansfield wendet sich an Sir John mit der Bitte um Hilfe: Aufgrund seiner Unterstützung wurde Albert Sarton als Richter in Deal eingesetzt. Nun häufen sich die Beschwerden: einerseits von Mr. Eccles, dem Vorsteher des örtlichen Zollamtes, und andererseits von Sir Grenville, dem größten Landbesitzer der Gegend und Sohn eines alten Freundes von Lord Mansfield. Mr. Sarton, so heißt es, würde dem Schmugglerunwesen nicht genug Aufmerksamkeit widmen: da Deal an der Kanalküste liegt, gerade gegenüber von Frankreich, ist Schmuggel dort ein Haupterwerbszweig. Sir John und Jeremy reisen nach Deal, um die Vorwürfe zu untersuchen...
Es liegt an mir und nicht an dem Buch, daß ich Gang und Ausgang der Geschichte kannte, bevor ich mit dem Lesen von Seite 25 fertig war. Aber da auch Sir John von Anfang an wusste, daß er in Deal nicht das zu erwarten hatte, was die Herren Grenville und Eccles behaupteten, sehe ich dies nicht als Mangel des Buches. Dessen Konzeption und vor allem das über der eigentlichen Handlung stehende Thema machen sehr schnell deutlich, daß dieser Band die Qualität der Bände 1 - 4 wieder vollkommen erreicht hat: das Buch beginnt mit Jeremy, der Lady Fielding zur Postkutsche begleitet und dem Kutscher unvorsichtigerweise verspricht, Sir John werde eine Vorzugsbehandlung seiner Gemahlin bei Bedarf zu entgelten wissen. Am Ende steht eine Parabel von Macht und ihrem Missbrauch...
Die Verlagspolitik, was die Serie um Sir John Fielding angeht, ist undurchschaubar. Ausnahmsweise gilt das sowohl für das amerikanische Original als auch für die deutsche Übersetzung. Vielleicht entspricht es amerikanischer Geschäftspolitik, eine inhaltlich fundierte und spannende Krimiserie nach nur wenigen Jahren vom Markt zu nehmen; daß von der Serie aber nur sechs von zehn (ich korrigiere mich: es sind tatsächlich elf!) Bänden ins Deutsche übersetzt wurden und von diesen schon jetzt keines mehr erhältlich ist, finde ich schwach. Die Serie hätte mehr Beachtung verdient!