Walter Weed (Tom Berenger), seit 40 Jahren im Nachrichtendienst des FBI beschäftigt, steht - versehen mit einem Kopfgeld von 3 Mio. Dollar - auf einer Todesliste. Seine operativ tätigen Kollegen vom FBI sollen ihn schützen und wählen als Location dafür einen Schutzbunker unter einer fingierten Jazz-Bar.
Das einzige knifflige an der Geschichte ist die Frage, warum ein Schreibtischtäter wie Walter Weed umgebracht werden soll. Mit dieser Frage kann man sich dann bis zum Schluss beschäftigen. Bis dahin tauchen zahlreiche Auftragskiller unterschiedlichster Gattung auf, während die FBI-Agenten versuchen, ihre und die Haut von Walter Weed zu retten.
Ganz klar, wenn man sich diesen 2. Teil von Smokin' Aces antut, dann weiß man auch schon vorher, man kann nicht allzu viel erwarten. Der Film wurde nur für den DVD-Markt produziert, von den Topschauspielern ist keiner mehr dabei, dafür aber der zum B-Film-Star mutierte Tom Berenger und der keinesfalls zu verachtende Vinnie Jones. Wenn man dann noch bedenkt, dass schon der erste Teil aus rein künstlerischen Aspekten eher kritisch zu bewerten ist, weil es sich mehr um ein Marketing-Projekt als einen Film handelte, aber wenigstens ein gutes, dann darf man hier halt nicht mit allzu großen Hoffnungen auf einen guten Film spekulieren.
Hält man sich an diese Einstellung, kann man dann auch beruhigt und gelassen zwei Sterne vergeben. Ohne Frage, es handelt sich praktisch um das gleiche Drehbuch und die gleiche Rollenverteilung wie im ersten Teil. Die Drehortbilder kommen einem wie ein schlecht gezeichneter Comic vor und die Schauspieler sind überwiegend nicht nur nichts sagend, sondern wirken auch noch außerordentlich fehl besetzt. Warum die FBI-Tippsen aussehen wie aus den 50er Jahren entsprungen, die FBI-Kommandozentrale eher ein düsteres Opernhaus als ein Büro ist und der FBI-Held mit seinem Bärtchen genauso gut aus einer Shakespeare-Verfilmung stammen könnte, erklärt sich nicht so ganz, kann aber ja auch künstlerische Freiheit sein, ähnlich wie das Kanonenschießen von Clown-Liliputaner. Lustige Seiten hat der Film dann, wenn man verklärt hochpolitische Themen einarbeitet und zu Beginn und Ende den Zuschauern Bildtexte zum Thema gönnt. Dadurch wird er es dann ein wenig dramatisch, denn man bekommt die Befürchtung, dass einige Holzköpfe mit dem soeben erfahrenen auf die Straße rennen und es als bare Münze weiter verkaufen. Traurig ist der Film an den Stellen wo Tom Berenger, der gemäß Drehbuch seine Auftritte im Rollstuhl verbringt und unter anderem demütigend in einer Kiste transportiert wird, auf seinem Gefährt zerknirscht hin und her rutsch und sich zu Fragen scheint, ob die bescheidenen Gage für diesen Mist es wirklich wert ist, die Karriere nun vollends zu ruinieren.
Also, was will man mehr? Eine Auflösung, die bis zum Ende auf sich warten lässt, dazwischen Action, Komödie, Drama und Tragik und das alles in einem Film, dessen Bewertung sicher eine Gemütsfrage ist, was man mit der eben erläuterten richtigen Einstellung aber so beeinflussen kann, dass man voller Überzeugung sagen kann: "Null Sterne gibt es nicht, nehme ich doch direkt 2, denn wenn ich einen Hamburger bestelle, erwarte ich ja auch keinen Big Mäc."