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Natürlich kann Smile heute nicht mehr als richtungsweisend gelten, aber es ist tatsächlich das Meisterwerk des musikalischen Genies Brian Wilson - und auch ein Meisterwerk von Pop- und Rockmusik. Denn es ist ein zeitloses Album, das alle eingefahrenen Kompositionsweisen vom Tisch fegt und Wilson als einen zeitgenössischen Komponisten zeigt, der neben seinem großen Vorbild George Gershwin besteht. "Rhapsody in Blue" stand als Pate für diese Suite oder Rapsodie, diesen Song- und Melodiereigen, aus dem man kein einzelnes Stück isolieren kann, obwohl sie ins ich selbst allesamt kleine musikalische Geniestreiche sind. Bei diesem facettenreichen Panorama aus Klangfarben, Stimmungen und Tempiwechsel, aus Harmonie und Dissonanz, Melancholie und Komik langweilt man sich keine Sekunde. Sehr klug von Wilson war es, das Album erst nach einer Liveaufführung neu im Studio mit allen Musikern live einzuspielen, natürlich unter Verwendung der grandiosen Gesangsspuren seiner mittlerweile verstorbenen Beach-Boys-Brüder. Als Bonus gibt es den größten und bahnbrechenden Hit der Band, "Good Vibrations" und ein lliebevoll gestaltetes Booklet. Brian Wilson meint, Smile soll uns zum Lachen bringen und alle Sorgen verjagen. Er hat seine Dämonen bekämpft - und damit können wir dieses wunderbare Lächeln genussvoll genießen. -- Ingeborg Schober
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nach 37 Jahren - Brian Wilson presents Smile,
Von Kallikles (Kiel) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Smile (Audio CD)
Hier ist es also, das grösste "Lost Album" aller Zeiten, der heilige Gral des Pop, das Bernsteinzimmer des Rock: "Smile". 1966/1967 waren die "Beach Boys" neben den "Beatles" die grösste Band der Welt, deren Mastermind Brian Wilson schrieb, arrangierte und produzierte Hit auf Hit und legte 1966 quasi im Alleingang das Jahrhundertalbum "Pet Sounds" vor (laut "Mojo Magazine" das beste Album aller Zeiten), welches nachweisslich McCartney und Co. zu "Sgt. Pepper" inspirierte. Wilson jedoch war dies nicht genug: er wollte nun ein Album schaffen, welches selbst "Pet Sounds" in den Schatten stellen würde. Erstes Resultat seiner Experimente: der Welthit "Good Vibrations", einer der grössten Songs des Pop überhaupt. Das Albumprojekt, zu welchem diese Single gehören sollte, nannte er erst "Dumb Angel", später "Smile". Aus vielerlei Gründen (Wilsons Drogenkonsum und beginnende, ihn für Jahrzehnte in Anspruch nehmende Paranoia sowie eine musikalische Richtungslosigkeit; Zwist innerhalb der Band wegen Wilsons psychedelischer Musik, die kommerziellen Misserfolg befürchten liess; ein Rechtstreit mit Capitol Records...) blieb "Smile" nicht nur unveröffentlicht, sondern auch unvollständig. Manche wichtigen Songs wie "Heroes and Villains", "Vegetables", "Cabinessence", "Wind Chimes", "Wonderful" oder "Surf's Up" wurden (zum Teil stark verändert) auf späteren "Beach Boys"-Alben veröffentlicht, andere jedoch wie, "Barnyard", "Roll Plymouth Rock" (ursprünglich: "Do You Like Worms"), "Child Is Father Of The Man" oder "I'm In Great Shape" blieben lediglich Fragment. Es entstand ein regelrechter Kult um dieses Album, Bootlegs erschienen mit diversen Session-Mitschnitten, Bücher wurden verfasst (z.B. Domenic Priore's "Look! Listen! Vibrate! Smile!") und Internetseiten diskutierten bzw. diskutieren immer noch fundiert über "Smile". Jetzt hat das Warten ein Ende: Wilson stellte sich seiner Vergangenheit und vollendete im Herbst 2003 gemeinsam mit Originaltexter Van Dyke Parks sein Opus Magnum. Er spielte mit seiner fantastischen Begleitband im Frühjahr 2004 auf einer ausverkauften Europatournee sein verschollen geglaubtes Meisterwerk (alleine 6x London Royal Festival Hall)und nahm es im Studio komplett neu auf. Selbst diejenigen, welche die Bootlegs kennen mit den Originalsessions bzw. die 30 Minuten "Smile-Sessions" vom 1993er "Good Vibrations Box Set", werden feststellen: Nie klangen die Songs besser als 2004! "Smile" ist endlich fertig und Brian Wilson kann beweisen, dass er zu Recht das grösste Einzelgenie des Pop ist. Dass man diese CD als Musikliebhaber im Schrank haben muss, ist wohl Ehrensache.Diejenigen, die gerne ein Original 66er/67er "Smile"-Album der "Beach Boys" haben möchten, müssen bedenken: Dieses hat es nie gegeben, da die Sessions von Wilson damals abgebrochen wurden und in seiner Vollständigkeit mit einer Länge von knapp 47 Minuten damals auch auf keine LP mit maximal 36 Minuten Spielzeit gepasst hätte. Obwohl es sicherlich aus historischer Sicht interessant wäre, wenn Capitol Records ein "Smile Sessions"-Box Set veröffentlichen würde, kann man sich die Frage stellen: Will man nur Sessions oder ein fertiges, komplettes "Smile"? Dies hier IST "Smile"! Nach 37 Jahren... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
wunderschoen verrueckte popmusik,
Rezension bezieht sich auf: Smile (Audio CD)
1966 begann brian wilson die arbeiten an dem beach-boys-projekt 'smile'. das album sollte die ultimative psychedelische erfahrung werden, wilsons musikalisches genie unter beweis stellen und gleichzeitig die kommerzielle erfolgsstory der beach boys fortschreiben - ein anspruch, an dem brian wilson schließlich kuenstlerisch wie seelisch scheiterte. 1967 wurde das projekt aufgegeben und lebte seitdem als pop-mythos im himmel der bootlegger fort. 38 jahre nach den ersten sessions ist nun doch noch wahr geworden, was niemand - und wohl auch erst recht nicht brian wilson selbst - mehr ernsthaft erwartet hat: 'smile' wurde von wilson fertig gestellt und regulaer auf den markt gebracht. wenn man das werk nun hoert, ueberrascht einen zunaechst, wie viel von dem material schon von den verschiedenen bootlegs und archiv-veroeffentlichungen schon bekannt war. aber erstmals wird das ganze nun in seiner urspruenglich gedachten ordnung praesentiert und hat man die chance, 'smile' als ein aussergewoehnliches gesamtkunstwerk zu begreifen. zwar wird 'smile' heute keine musikalische revolution mehr ausloesen, doch hat wilson das album sehr sorgfaeltig zu ende produziert, nah am gestern, aber mit den mitteln von heute. am ende steht eine dreiviertelstunde wunderschoen verrueckter popmusik und die freude darueber, dass es brian wilson mit 62 jahren doch noch gelungen ist, sich selbst schritt für schritt wieder seine kuenstlerische souveraenitaet zurueckzuerobern.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kleine Anmerkung,
Rezension bezieht sich auf: Smile (Audio CD)
Es mag ja nicht mehr 1967 sein, aber angesichts der Vielzahl an bekannten Splittern bietet "Smile 2004" eine befreiende Auflösung des Puzzles. Und ich muss sagen, dass dieses Album doch fesselt. Ich habe es gekauft und sofort komplett durchgehört. Smile ist nur als Ganzes verständlich und in seiner Naivität ergreifend. Es ist, als ob man nach beinahe 40 Jahren eine Zeitkapsel öffnet, wie die Spielzeugdose im Film Amelie. Wehmut schwingt mit - keine Frage. Und das notengetreue Wiedergeben des Vergangenen kann genauso kritisch hinterfragt werden wie ein Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses. Jeder sollte seine persönliche Erfahrung mit diesem Werk machen - jenseits von Marketing und devotem Fantum.
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