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Zu den bemerkenswertesten Tracks auf Smells Like Children zählt vor allem der Remix von "Cake And Sodomy", das Tony Wiggins zu einer akustischen Country-Nummer in White-Trash-Manier umfunktionierte. Ein echter Knaller! Äußerst treffsicher erwiesen sich Marilyn Manson auch bei den Coverversionen. Besonders nennenswert sind seine durchgeknallten Interpretationen von "Sweet Dreams" (Eurythmics) und Patti Smiths Klassenkampf-Hymne "RocknRoll Nigger". Kleiner Hinweis am Rande: Mansons hemmungslose Attacke auf Howling Wolfs "I Put A Spell On You" kam später auch auf dem Soundtrack des David Lynch-Films Lost Highway zum Einsatz. --Gail Worley
Nach dem ersten Durchhören beschleicht den Hörer erst einmal ein etwas mulmiges Gefühl. Was habe ich da soeben gehört? Viele geremixte Songs des Vorgängeralbums, die sich beinahe allesamt schlechter anhören, als das jeweilige Original. Dazwischen lauscht man einigen Gesprächen zwischen Personen (u.a. auch Manson), die sich über obszöne Dinge unterhalten, so auch Vergewaltigung, Sex und Drogen. „F*** Frankie" z.B. besteht einzig und allein aus Geschlechtverkehrsstöhnen. Das alles ohne musikalische Untermalung, versteht sich. Und letztlich gibt es noch drei Coverversionen zu hören, nämlich das verrucht-düstere „I Put A Spell On You" von Screaming J. Hawkins, das laute „Rock'n'roll Nigger" von Patti Smith und das allseits bekannte „Sweet Dreams" der Eurythmics. Letzteres ist die einzig wirkliche, musikalische Perle auf „Smells Like Children". Diesem wunderbar morbid-düsterem Song hat die Band wahrscheinlich ihre heutige Popularität zu verdanken, denn seit der Veröffentlichung von „Sweet Dreams" fand auch der kommerzielle Erfolg Einzug in die bizarren Gefilden des Marilyn Manson.
Obwohl ich die Band seit ihrer Gründung sehr zu schätzen weiß, muss ich dennoch sagen, dass das Quartett hier ein kleinwenig übertreibt. Es scheint, als stünden anstößiges Material und Obszönitäten im Vordergrund, wobei das musikalische Können eindeutig zweitrangig ist. Auch wenn es Manson bei wenigen Songs wie „Diary Of A Dope Fiend" einigermaßen gelungen ist, einen guten Remix (hier vom genialen „Dope Hat") hervorzuzaubern, gepaart mit gruseliger Stimme und Atmosphäre, bleibt dies leider ein einmaliger Fall. Schräge, aber musikalisch keinesfalls raffinierte Spielereien wie bei „Scabs, Guns and Peanut Butter" sind letztlich überflüssig und auch Gespräche, wie die zwischen einem Drogengeschädigten und einer genervten Krankenschwester über seinen Medikamentenmissbrauch braucht niemand.
Mit ihrem Debüt-Album hat die Band ihr musikalisches Können unter Beweis gestellt, dennoch bekommt man auf „Smells Like Children" leider kaum etwas davon zu hören. Marilyn Manson sollten sich auf dem kommenden Album wieder ihrer eigentlichen Stärke widmen, nämlich der Musik. Wie wir heute wissen, taten sie das glücklicherweise auch ;-). Diese EP stellt leider trotzdem die bisher schlechteste, musikalische Veröffentlichung der Band dar. Hoffentlich bleibt das ein Einzelfall.
Anspieltipp: "Sweet Dreams (Are Made Of This)"
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