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In einer Small World ist jedes Element mit jedem anderen durch nur wenige Zwischenschritte verbunden. Das wohl berühmteste Beispiel: Jeder Mensch auf der Erde ist mit jedem anderen über durchschnittlich nicht mehr als sechs Ecken bekannt -- das gilt auch für den Papst und einen brasilianischen Kaffeepflücker. Aber nicht nur die Gemeinschaft der Menschen ist eine Small World. Wörter in einer Sprache, das Internet, Nahrungsketten, die Verbreitung von Seuchen, die Tatsache, dass Reiche immer reicher werden: All das lässt sich mit dem Small-Worlds-Ansatz beschreiben, und zum Teil finden sich auch heute schon Ideen dazu, wie man das neue Wissen über Netzwerke umsetzen kann: zum Beispiel zum Schutz von Ökosystemen und des Internets, zur Seuchenbekämpfung oder zur wirtschaftlichen Stärkung von Unternehmen.
Buchanan nimmt uns von den Anfängen der Komplexitätsforschung bis heute mit auf eine spannende, unterhaltsame Reise. Indem wir den Wissenschaftlern sozusagen über die Schulter schauen, entdecken wir die Strukturen und Merkmale der Small Worlds. Wir erfahren, dass es egalitäre und aristokratische Netzwerke mit unterschiedlichen Stärken und Schwachpunkten gibt, dass schwache Bindungen viel wichtiger sind als starke, dass Netzwerke zwischen Ordnung und Zufall existieren -- und dass letzlich dieselben Grundprinzipien Netzwerke aller Art bestimmen.
Wer wissen möchte, wie die Netzwerke funktionieren, die überall um und in uns sind, sollte dieses Buch lesen. Es ist hervorragend geschrieben, spannend aufgebaut und auch für wissenschaftliche Laien problemlos zu verstehen. Und es gibt den aktuellen Stand einer Wissenschaft wider, die für unsere Zukunft enorm wichtig werden kann. --Gabi Neumayer
Ich selber stiess erst vor drei Jahren auf das "Small Worlds"-Phänomen. Und seither liess es mich nicht mehr los. Denn neurologische Zusammenhänge begreifen zu wollen, führt unweigerlich zu Netzwerktheorien. Bis zur Lektüre dieses Buches habe ich zwar vieles geahnt und gewusst, aber nicht wirklich begriffen. Erst Mark Buchanan gelang das Kunststück, mich als mathematischen Idioten für ein Gebiet zu begeistern, das mir bislang fremd geblieben war. Möglich ist dies, weil der Autor zwar ein renommierter Physiker ist, aber seine abstrakte Welt seit 1993 als Wissenschaftsjournalist den Normalsterblichen nahe bringen will. Wie er das macht und wie das Rätsel gelöst wird, ist ein Lesegenuss und Erkenntnisgewinn der Superlative.
Es werden viele sehr verschiedene Aspekte von Netzwerken angesprochen und viele Beispiele aus allen erdenklichen Bereichen behandelt. Leider scheint mir der Autor Probleme zu haben, die Erklärungen für Phänomene schlüssig zu erleutern - er beschränkt sich vielmehr darauf, Beispiele zu nennen und Sätze der Art "Hier sehen wir wieder, welche wunderbaren Eigenschaften unser Welt sich mit Small Worlds erklären lassen" (kein Zitat) immer und immer wieder zu wiederholen. Außerdem werden viele Dinge über mehrere Seiten behandelt, von denen ich dann denke "Na und? Erstens selbstverständlich und zweitens keine wirkliche Erklärung für den Kontext". Dadurch wird das Buch teilweise langatmig und zäh zu lesen.
Fazit: Das Thema des Buches ist äußerst interessant, man hätte die wirklich notwendigen Fakten jedoch auch in einem deutlich kürzeren Aufsatz mit Beispielanhang unterbringen können.
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