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Small Talk - Die hohe Kunst des kleinen Gesprächs
 
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Small Talk - Die hohe Kunst des kleinen Gesprächs [Taschenbuch]

Doris Märtin
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Wie man Körpersprache einsetzt, richtig zuhört, Schüchternheit überwindet und vieles mehr: "Small Talk" vermittelt das nötige Rüstzeug!

Über den Autor

Dr. phil. DORIS MÄRTIN studierte in Erlangen Anglistik und Romanistik. Mehrere Jahre lang war sie als Übersetzerin und Redakteurin für Informatik-Unternehmen tätig. Seit 1990 lebt sie als freie Sachbuchautorin, Übersetzerin und Redakteurin bei Augsburg; an der dortigen Fachhochschule lehrt sie das Fach Schreibtechniken. In Zusammenarbeit mit Karin Boeck ist von der Autorin außerdem als Heyne-TB erschienen: "EQ Gefühle auf dem Vormarsch". Im Januar kommenden Jahres wird von ihr bei Heyne "Small talk. Die hohe Kunst des kleinen Gesprächs" erscheinen.

Auszug aus Small Talk. Die Hohe Kunst des Kleinen Gesprächs. von Doris Märtin und Karin Boeck, mit Erlaubnis der Autoren. Alle Rechte vorbehalten.

Aus Kapitel 3: Wenn Gespräche nicht in Gang kommen, so liegt das fast immer daran, daß die Gesprächspartner an ihrem eigenen Ehrgeiz scheitern: Sie setzen sich mit dem Anspruch unter Druck, etwas besonders Geistreiches, Schlagfertiges, Ausgefallenes sagen zu müssen. Mit dem Erfolg, daß ihr Kopf leer und ihre Zunge wie gelähmt ist. Hat man sich dagegen erst einmal von der Erwartung an einen ausgefallenen Einstieg befreit, liegen die Themen auf der Hand: Sport, Reisen, Bücher, Filme, die Kinder, der Garten, die Börse, das Internet ... Das Wetter. Alle reden über das Wetter. Sie nicht? Wir schon. Denn zumindest als Gesprächseinstieg ist es besser als sein Ruf: Wie kein anderes Thema ist es wirklich allen Gesprächspartnern gemeinsam. Und der Weg vom Wetter zu anderen Themen ist kurz: der anstehende Osterurlaub in den Bergen, das geplante Picknick am Wochenende, die verhagelte Obstbaumblüte, die ins Wasser gefallene Radtour. Sushi, Steak und Saltimbocca. Viele Köche verderben den Brei. Das mag sein. Aber wenn zwei, drei Möchtegern-Siebecks zusammensitzen, läuft das Gespräch wie von selbst: Der beste Biobauer im Landkreis, das Rezept für das garantiert nicht zusammenfallende Käsesoufflé, die Vorzüge von Induktionsherden, der hauseigene Kräutergarten, das letzte Dinner auf der Titanic. Und auch die staunende Zuhörerschaft kommt nicht zu kurz: Daß Parmesan aus der Tüte ungenießbar ist und Risotto am Schluß tüchtig mit einem Holzlöffel aufgeschlagen werden muß, sind Erkenntnisse, die sich am heimischen Herd mühelos umsetzen lassen. Auf den Hund gekommen. Seit auch ich zu den Millionen von Katzenbesitzern in Deutschland zähle, kann ich mich mit Begeisterung über Flohkuren und Katzenfutter, nächtliche Störungen und die effiziente Beseitigung von verschreckten Mäusen im Wohnzimmer unterhalten. Und auch die Marotten von Hunden und Meerschweinchen (und ihrer Menschen) sind im Gespräch mit Tierbesitzern ein ergiebiges Gesprächsthema geworden - beim Bäcker um die Ecke genauso wie beim Gartenfest. Winden, Salbei, Schneckenkorn. »Ein Garten ist, wie ich herausgefunden habe, ein keineswegs ergiebiges Thema, und es ist erstaunlich, wie wenige Leute wirklich den eigenen lieben«, schreibt Elizabeth von Arnim. Ich habe andere Erfahrungen gemacht: Von den ersten Krokussen bis zum letzten Rasenschnitt dient mir der Garten in vielen Situationen als Gesprächseinstieg: Schön, daß man endlich den Frühling ahnt. Ihre Pfingstrosen blühen wieder herrlich. Wir bräuchten dringend Regen. Wie heißt der Strauch mit den roten Beeren? Die Nacktschnecken haben uns sämtliche Zucchinipflanzen kahl gefressen. Haben Sie heuer auch so eine reiche Apfelernte? Madonna, Mozart und Miles Davis. Auch wenn Sie nicht das absolute Gehör haben, Wagner nur in homöopathischen Dosen vertragen und bei TicTacToe an ein Pfefferminzbonbon denken, ist Musik als Feld weit genug, um ein ergiebiges Gesprächsthema zu bieten: Man muß kein Musikkenner sein, um über Handys in der Philharmonie und Girlie-Geigerinnen im nassen T-Shirt zu lästern, die glaubhafte Körpersprache der Mozart-Interpretin zu bewundern oder zu erzählen, daß die Filmmusik zu der Englische Patient zum Kauf von vier Ella-Fitzgerald-CDs geführt hat. Für Musikliebhaber aller Richtungen ist das Thema ohnehin unerschöpflich. Pleiten, Pech und Pannen. Gebeutelt von den Widrigkeiten des Lebens, sind sie der Star auf jeder Party: Pechvögel, die obendrein noch lustig erzählen können. Von den Pfotenabdrucken auf dem versandfertigen Manuskript, weil die Katze nicht begreifen will, daß ein Schreibtisch kein Spielplatz ist. Von dem sorgfältig gepackten Koffer, der mitten in der überfüllten Abflughalle um zwei Kilo Übergewicht erleichtert werden mußte. Von der ungenießbaren Philadelphia-Torte, mit der man die Schwiegereltern beeindrucken wollte. Oder von dem Taxifahrer in New York, der einem seine graue Klapperkiste als »Yellow Cab« verkauft und für die Fahrt vom Flughafen nach Manhattan 70 Dollar abgeknöpft hat. Wer solche Erfahrungen mit anderen teilt, sorgt für gute Unterhaltung und hat die Lacher auf seiner Seite. Und außerdem: das Tor von Bierhoff in der zweiten Halbzeit, der neue Volvo-Kombi, die Krimis von Elizabeth George, Gobelinstickerei, französischer Rotwein und kalifornischer Chardonnay, die Kursentwicklung der Telekom-Aktie, die Schlössertour durch Frankreich, der Campingurlaub in der Lüneburger Heide, der Segeltörn im holländischen Wattenmeer, die Schnakenplage, die Grippewelle, moderne Kunst und alte Meister, der lauschige Biergarten auf dem Land, die Feininger-Retrospektive in München, der Dollar-Kurs, die Rechtschreibreform, die Heilwirkung von Bachblüten, die Immobilienpreise auf Sylt, die Architektur der Berliner Gemäldegalerie, die Asienkrise.
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