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5.0 von 5 Sternen
öffnet einen neuen horizont. und macht stimmung., 15. August 2002
Rezension bezieht sich auf: Small Pieces Loosely Joined: A Unified Theory of the Web (Gebundene Ausgabe)
david hat ein buch geschrieben, bei dem man sich öfters zurücklehnt, nachdenkt und ihm rechtgeben kann. natürlich übertreibt er, auf jeden fall im letzten kapitel, aber er erklärt das internet fundiert als das was es ist: eine vollkommen neue welt der kommunikation, die unserem denken ähnlicher ist als alle anderen kommunikationsformen. wir sind interessengesteuert, trotzdem definieren zeit und raum den rahmen unseres verhaltens und unseres alltags. nicht im net. hier geben unser interesse und die story den maßstab unseres vorgehens vor. das internet ist das größte intellektuelle menschliche projekt der weltgeschichte und es hat kein linear kontinuierliches, hierarchisches management.es arbeitet technisch nach dem prinzip der redundanz und es beinhaltet auf der metaebene nur content,der irgendwo auf diesem planeten in einem konkreten menschlichen interesse verwurzelt ist.
david schreibt nicht über new economy und den hype. es zeigt den alltag, hat recht, dass man sich im internet über uns menschen viel schneller ein bild machen kann, als sonst wo. man sieht unsere verborgenste und unsere brillianteste seite, in einem viel ehrlicherem verhältnis, als z.b. im tv. er schreibt über die langsame, unaufällige entwicklung, die bewirkt, das wir eine masse bleiben, aber jeder von uns aufzeigen kann und die möglichkeit hat seine erfahrung und sein wissen allen anderen zur verfügung zu stellen. ohne stardasein oder astronomische kosten. unsere vielfalt, die gruppe und ihr potential der "joined pieces" ist es, der er kurz einen spiegel vorhält und dabei lächelt. das ist vielleicht, was er mit hope meint.
jeder, der in diesem medium arbeitet, sollte dieses buch lesen, um ein "small piece" mehr zu verstehen, was aus diesem medium entsteht. jeder, dem das medium nichts bedeutet, sollte dieses buch lesen, um nocheinmal darüber nachzudenken, denn es geht nicht mehr um e-mails.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
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Lesenwert, 25. November 2006
Nachdem ich erste Rezensionen über dieses Buch gelesen hatte, habe ich eigentlich Medienmodelle a la Maletzke oder zumindest Luhmanneske Sozio-Logien erwartet. Bezogen darauf wurde ich enttäuscht. Trozdem möchte ich das Buch empfehlen.
Denn anstatt der Modellbauerei versucht Weinberger, einer der Autoren des Cluetrain-Manifests, dem Web zu Grunde liegende Prinzipien (bzw Eigenschaften oder Bausteine) zu identifizieren:
Raum (Space)
Zeit (Time)
Perfektion (Perfection), eigentlich schreibt er eher über Unvollkommenheit.
Zugehörigkeit (Togetherness)
Wissen (Knowledge)
Materialität (Matter)
Zukunft (eigentlich Hope)
Folglich hat er meiner Meinung nach keine unified theory vorgelegt. Aber die von ihm beschriebenen Grundbausteine könnten in einem nächsten Schritt noch zu einem ganzheitlichen Theoriegebilde zusammengefügt werden (das muss (!), denn so was existiert meines Wissens noch nicht): Kleiner Tipp für die Theoretiker, die noch nach einem Thema suchen.
Die Herleitung der einzelnen Bausteine liest sich sehr tiefsinnig und erhellend, teils spanned, teils Teil überraschend. Die zahlreichen Exkurse zu Denkern wie Sartre, Descartes, Heidegger oder Plato tragen dazu bei, dass man häufig zum Nachdenken angeregt wird, aber dadurch ist es auch kein Buch, dass man mal so nebenher wegputzt.
Meine beiden Lieblingszitate aus diesem Buch:
On the Web, nearness is created by interest. (p.49)
The Web works because it's broken. (p.83)
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