Andrea Levy, die selber erstaunlicherweise als Kind und Jugendlicher keine "Leseratte" war, sondern ein Serienjunkie, verwebt die Schicksale jamaikanischer Einwanderer mit den Schicksalen von Engländern während und nach Ende des zweiten Weltkriegs.
Die stolze Jamaikanerin Hortense heiratet den in ihren Augen ungebildeten Gilbert Joseph nur, um eine Überfahrt nach England ins für sie "gelobte Land" zu ermöglichen. Er heiratet sie, weil sie das nötige Geld für die Überfahrt hat und sie ihm nicht unsympathisch ist.
Sie kommen im rassistischen "MOther Country" nur bei der abenteuerlustigen und sich nicht um die Meinung anderer scherenden Queenie Bligh unter. Queenie wartet noch immer auf die Rückkehr ihres Mannes Bernard aus dem Krieg. Sie hatte ihn geheiratet, um dem Schicksal, weiter in der elterlichen Schlächterei zu versauern, zu entkommen. Bernard gilt als vermisst. Während seiner Abwesenheit lernte sie einen in England stationierten jamaikanischen Piloten kennen, jenen Michael Roberts, in den ehemals Hortense in Jamaika verliebt war... Als Bernard wieder zurückkommt, entwickeln die Ereignisse eine Eigendynamik ....
Andrea Levy lässt uns die folgenden Geschehnisse und Rückblicke aus vier verschiedenen Perspektiven erleben. Das macht sie mit einem begnadeten Talent, in die Köpfe von Queenie, Bernard, Gilbert und Hortense zu schlüpfen.
Herauskommt eine einmalige Mischung aus Tragik und Komik, die uns menschliche Verhaltenweisen mal mit herzhaftem Humor, mal mit galliger Bitterkeit, aber immer mit einem wohlwollenden Blick auf die Protagonisten serviert.
Gilbert ist übrigens der Charakter, der mir am meisten ans Herz gewachsen ist, während Bernard die unterschiedlichsten Gefühle in mir hervorgerufen hat.
Absolute Empfehlung!!