Vorab: ich schätze Hornby. Wer ihn noch nicht kennt, kann mit Fever Pitch und High Fidelity einen hervorragenden Einstand machen, seine beiden bislang besten und mit Recht erfolgreichsten Bücher; wer dann noch mehr mag, sei auf About A Boy, mit Abstrichen auch auf A Long Way Down und All You Can Read verwiesen. Das vorliegende Buch bietet vier Stories, von denen die Beste (Nipple Jesus) schon früher in einer Anthologie veröffentlicht wurde und auch auf der Bühne in Deutschland einige Adaptionen erlebt hat. Die drei neuen Stories wurden von Herrn Blumenbach schön übersetzt, aber was hilft das bei so schwachem Inhalt.
1. Dass die Eltern von der Pornofilmkarriere ihresSohnes erfahren, führt zwar zu einem peinlichen Gespräch am Abend, bleibt sonst aber folgenlos.
2. Die Titelstory über einen Jungen, der im kleinsten Land der Welt genötigt wird, Fussball zu spielen und dann Trainer wird, ist zwar nett und greift das Thema von Fever Pitch auf, fügt ihm aber nichts Neues hinzu und bleibt belanglos.
3. Die Story über einen Videorekorder, der durch Vorspulen ohne Cassette einen Blick in eine düstere Zukunft ermöglicht, hat zwar eine vielversprechende Ausgangsidee, bleibt aber dem privaten Bereich des Gerätebesitzers verhaftet und schöpft damit die Möglichkeiten der Idee nicht im entferntesten aus. (Wen es interessiert: T. L. Sherred hat das Thema in seiner Erzählung "Das Zeitkino" bereits 1947 (!!!) wesentlich origineller und besser bearbeitet, auch wenn sein Gerät nicht die Zukunft, sondern die - ungeschönte - Vergangenheit zeigt; deutsch in Ben Bova/Wolfgang Jeschke (Hg.): Titan 16, Heyne 1981 und mittlerweile schwer zu finden, aber sehr lohnenswert.)
4. Die abschließende Erzählung "Nipple Jesus" ist klasse, aber bereits publiziert.
Insgesamt stimmt bei dieser Veröffentlichung einfach das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht. Ein Band mit den gesammelten Erzählungen Hornbys wäre zwar wünschenswert, aber eine so magere Auswahl kann einfach nicht überzeugen.