Sebastian Schnoy ist nicht nur ein umfassender Streifzug durch moderne und historische Geschichten Europas gelungen - nein er hat seine Reise auch noch charmant verpackt: Mit einer extragroßen XXL-Portion Witz.
Wer auf einen ernstgemeinten und detailgetreuen Reiseführer oder eine historisch und weltpolitisch ausgereifte Essay hofft, der sollte besser die Finger von "Smörrebröd in Napoli" lassen. Das wollte Sebastian Schnoy mit Sicherheit nicht.
Und wenn doch dann muss ich meine fünf Sterne revidieren und in einen Stern umwandeln, denn dann ist es definitiv nicht gelungen.
Da ich aber hoffe das Buch richtig verstanden zu haben, nämlich als amüsierten und augenzwinkernden Blick auf ein etwas aus den Fugen platzendes Europa - dann bin ich mir bei meiner Wertung absolut sicher.
Schnoy gelingt es äußerst galant, doch niemals platt, jedem einzelnen Land Europas eine kleine Geschichte zuzuordnen. Mal ist es die Betrachtung der Art und Weise wie die Menschen in einem Land leben, mal ist es eine kleine historische Wendung, an der sich eine Geschichte aufhängt, mal ist es aber auch die Kreuzfahrt auf der MS Europa, die dem Autor eine Reihe komischer Begegnungen mit Menschen aus Europa und deren Herkunftsländern beschert.
Egal woran die Geschichte aufgehängt wurde - es ist immer ein interessantes Wissensbonbon darin verpackt, Dinge, die man vorher nicht kannte oder wusste über dieses oder jenes Land, des teilweise doch so fremden Europas.
Kennen Sie Podgorica, die Hauptstadt von Montenegro?
Wussten Sie, dass das schwedisce Unternehmen Ikea seine höherwertigen Möbel mit schwedischen Ortsnamen, aber "niederwertigere Waren", etwa Dinge wie Fußmatten mit dänischen Namen benannt sind?
Sehen Sie. Schon zwei Dinge dazugelernt. Und so ging es mir permanent beim Lesen dieses Buchs. Noch dazu hat Schnoy eine unpretentiöse und durchweg humorvolle Schreibweise, so dass "Smörebröd in Napoli" stets kurzweilige, informative und (Entschuldigung aber es passt einfach kein anderes Wort): arschlustige Unterhaltungslektüre ist. Und mehr, so denke ich wollte der Autor nicht, so wie andere Rezensenten hier vermuten.
Ich sage ganz klar: Alle Daumen hoch, "Smörrebröd in Napoli" ist allerbeste Unterhaltung!