Mit Slovo" (dt.Das Wort") bringt die russische Folk/Pagan-Metalband Arkona (benannt nach der heidnisch-slawischen Kultstätte Kap Arkona") ihren nunmehr 6. Longplayer auf den Markt.
Das 14 songs-starke Album erscheint wieder über das österreichische Label Napalm Records und umfasst eine Spielzeit von 57:24. Wie alle Fans war ich auch äußerst gespannt, ob die Russen das hohe Niveau halten konnten, das man inzwischen über die Jahre hinweg von ihnen gewohnt ist ...
Das Intro Az" beginnt mit ruhigen Klängen und dient als Überleitung zu dem Lied "Arkaim", das mit schwarzmetallischen Riffs punkten kann. Man benötigt einige Durchläufe, aber dann bekommt man das Lied nicht mehr aus dem Ohr! Ein weiterer Höhepunkt dieses Albums ist Tam Za Tumanami", ein sehr abwechslungsreicher und vielschichtiger song, der deutlich folk-lastiger ist und mit Dudelsäcken und Flöten untermalt ist. "Odna", ein äüßerst düsterer track, bietet eine (kleine) vokale Abwechslung, da hier heroische Männerchöre zum Einsatz kommen. Ein absoluter Anspieltipp ist aber auf jeden Fall das Titellied Slovo", das sofort ins Ohr geht und ein wahrer Nackenbrecher ist!
Insgesamt lässt sich feststellen, dass Arkona 2011 nicht mehr ganz so fröhlich, beschwingt klingt, wie das (zumeist) im Folk-metal-Genre üblich ist. Vielmehr haben die meisten Tracks einen schwermütigen, dunklen Unterton (wie u.a. "Nikogda"-der härteste, blackmetal-lastige Song auf dem Album), was neue Fassetten der Band offenbart und angenehm frisch klingt.
Aber natürlich gibt es auch tanzbares, heiteres Liedgut auf Slovo". Stenka Na Stenku" (bekannt von der gleichnamigen EP) und Leshiy", bei dem Ilya "Hurry" (von der Band Svarga) das Akkordeon malträtiert, sind eingängige und partytaugliche Stücke, bei denen man einfach nicht ruhig sitzen bleiben kann!
Gesanglich ist alles im Bereich Superlativ anzusiedeln! Maria Archipowa besser bekannt als Masha "Scream" macht ihrem Namen wiedermal alle Ehre! Gluturale Growls, heisere Screams, wunderschöner Klargesang - es gibt nichts, was diese Frau nicht singen kann!
Und trotzdem gibt es gesangliche Unterstützung von Tatiana Narishkina und Dariana Antipova (von der Band Vedan' Kolod) auf "Zimushka". -Eine gelungene Kollabo!
Insgesamt sind sehr viele Gastmusiker auf diesem Album vertreten, was für Abwechslung und musikalische Vielfalt sorgt. Unter anderem. gibt Mari Tadic (von Eluveitie) ein sehr gelungenes Gastspiel mit ihrer Violine.
Die Lyrics sind wie gewohnt wieder allesamt in russisch gehalten (was angenehm anders klingt) und handeln von heidnischen, slawischen Themen.
Die Produktion ist sehr druckvoll und lässt nichts zu wünschen übrig.
Erwähnenswert ist auf alle Fälle noch das sehr schön gestaltete booklet, das wieder tolle Illustrationen abbildet, um die Stimmung der jeweiligen songs zu unterstreichen.
Fazit: Arkona haben es wiedermal geschafft, mit Slovo ein starkes Album hinzulegen, welches das (Pagan) Metal-Herz höher schlagen lässt! Absolute Kaufempfehlung! Mehr ist einfach nicht zu sagen!