Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
42 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Am Nerv des Denkens, 27. September 2001
Die Kritik der zynischen Vernunft ist wie die Betitelung andenkt ein Monument der kritischen Erörterung des Denkens und Handeln inmitten der Verhältnisse des 20 Jahrhunderts.Ohne den antagonistischen Widerspruch zu wiederholen, den Marx zwischen sozialen Klassen zu entdecken glaubt, erkennt der Autor einen Widerspruch,eine Grenzziehung zwischen zwei verschiedenen Akzentsetzungen des Denkens und des Handelns.Es ist auf der einen Seite der kynische Akzent, mit dem der "Typus" des "Soldat Schweijk" sich ungeachtet der Verhältnisse seine Lebengestaltung schlau und listig erschleicht,in ständiger Verstellung vor den herrschenden Instanzen, die ihm seine Handlungsfreiheit "austreiben" wollen.Auf der anderen Seite gibt es den "Typus" des "Grossinquisitors" der den Menschen aufgrund eines umfangreichen Gedankengebäudes die Handlungsweise vorschreiben will,der befindet welche Wirklichkeit es geben darf, soll, und welche Wirklichkeit,sprich Menschen, es nicht geben darf, die folglich "auszumerzen" sind.Die Grenzziehung läuft hierbei nicht durch die Gesellschaft ,sondern durch die Persönlichkeit, mal ist man als Mensch eher ein "zynischer Typ" mal ein "kynischer Typ".Grundsätzlich favorisiert der Autor der kynischen Akzent, ohne jedoch verschweigen zu können, dass keiner vor dem Abgleiten in zynische Allüren gefeit ist.Eigentlich verdeutlicht Sloterdijk anschaulich dass man keine Philosophie schreiben kann, ohne Psychologisches zu sagen.Begriffe und Bedeutungen werden von Menschen erdacht und sind somit keine überweltlichen Abstrakta ,denen man sich nur von "aussen" nähern kann.Sein Ansatz erinnert an Nietzsche der in den kritischen Texten sich gerne an die Motive des Gedachten heran pirscht, um somit das Gedachte auszuhebeln.
|
|
|
18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Peter Sloterdijk ist der bessere Feuilletonist, 20. August 2006
Nach dem himmlischen Spaß beim Lesen der Sphärentrilogie machte ich mich sogleich an sein älteres Opus "Kritik der zynischen Vernunft". Ich zitiere daraus: "Seit Marx, Kierkegaard und Nietzsche haben nur solche Denkanstrengungen noch Anrecht auf allgemeines Gehör, die mit den ironischen, praktischen und existentiellen Philosophieaufhebungen Schritt zu halten versprechen." (Edition Suhrkamp, S. 931). Dieses Buch ist zweifellos eine Denkanstrengung, und zwar wiederum eine höchst vergnügliche. Aber kann es auch selbst eine Philosophieaufhebung leisten, mithin eine Aufhebungsphilosophie? Nein, das will es nicht und kann es im 20. Jahrhundert vielleicht gar nicht. Die Systematik ist keine philosophische, sondern eine feuilletonistische: P. Sl. führt keine neue spekulative Substanz ein und misst diese dann am Kanon. Er dekliniert vielmehr die europäische Kulturgeschichte anhand des Begriffspaares kynisch-zynisch durch und spannt immer wieder den Bogen zwischen den Alten (Diogenes) und der Moderne. In der Sphärentrilogie verfährt er methodisch gleich, nur gebraucht er dort als Ordnungsmuster nicht ein Begriffspaar, sondern eine geometrische Form, nämlich die Kugel. Dass manche Zeitungsschreiber unseren Autor nicht gerade mögen, ist für mich ein untrügliches Zeichen dafür, dass er der bessere Feuilletonist ist. Übrigens hat man den Eindruck, dass in diesem Buch ältere Textteile wie der ganze Komplex "Weimarer Republik" in das später erfundene Ordnungsmuster integriert wurden. Der Leser kann sich also durchaus den Spaß erlauben, sich selbst als das Opfer eines raffinierten Vermarktungszynismus zu erleben, der im zu großen Titel des Buches seinen letzten Ausdruck findet. P. Sl. agiert als ein Patchwork-Autor, ein Sample-Künstler, ein DJ der Philosophie; umso enttäuschender sind seine (spärlichen) Aussagen zur Musik. Zu ihr hat er keinen Draht. Letzte Bemerkung: Sphärenrastermäßig zeigt sich P. Sl. schon in der "Kritik" als schaumartig; zynismusrastermäßig kann man bei ihm in den 20 Jahren seit der "Kritik" eine stete (Aufwärts-)Bewegung vom Kynismus zum Zynismus erkennen.
|
|
|
18 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Enthemmung des Informationswesens, 18. Februar 2001
Von Ein Kunde
Es werden Wahrnehmung und Darbietung des modernen Journalismus der heutigen Zeit erforscht. Der Umgang und die Einstellung des ständigen Informationsflusses mit seinen verschiedensten Themen und Ereignisse werden angespielt. Der Journalist mit seinem Verhalten konfrontiert und diejenigen aufgewiesen, die ihr Material auf unmoralischen Art beschaffen. Sei es mit kriminellen oder mit realitätstrübenden Mitteln, was bleibt ist die Einstellung, Ihre Taten immer an ihrem Berufsbild auflasten zu können. Danach wird auf die eigentliche noch größere Problem der modernen Massenmedien hingewiesen. Die Gleichgültigkeit, das negativ erregende Berichte direkt neben positiv bildendenden Berichten entstehen, und das Interessantheit und Belanglosigkeit an der in fragegestellten Nachfrage gemessen wird. Mit dem Satz wird der eigentlichen Sinn dieses Buches gut beschrieben: "Such is life. Als Nachricht ist alles verfügbar. Was Vordergrund ist, was Hintergrund ist, was wichtig, was unwichtig, was Trend, was Episode: alles reiht sich in eine gleichförmige Linie, worin Gleichförmigkeit auch Gleichwertigkeit und Gleichgültigkeit erzeugt."
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|