Die Kritik der zynischen Vernunft ist wie die Betitelung andenkt ein Monument der kritischen Erörterung des Denkens und Handeln inmitten der Verhältnisse des 20 Jahrhunderts.Ohne den antagonistischen Widerspruch zu wiederholen, den Marx zwischen sozialen Klassen zu entdecken glaubt, erkennt der Autor einen Widerspruch,eine Grenzziehung zwischen zwei verschiedenen Akzentsetzungen des Denkens und des Handelns.Es ist auf der einen Seite der kynische Akzent, mit dem der "Typus" des "Soldat Schweijk" sich ungeachtet der Verhältnisse seine Lebengestaltung schlau und listig erschleicht,in ständiger Verstellung vor den herrschenden Instanzen, die ihm seine Handlungsfreiheit "austreiben" wollen.Auf der anderen Seite gibt es den "Typus" des "Grossinquisitors" der den Menschen aufgrund eines umfangreichen Gedankengebäudes die Handlungsweise vorschreiben will,der befindet welche Wirklichkeit es geben darf, soll, und welche Wirklichkeit,sprich Menschen, es nicht geben darf, die folglich "auszumerzen" sind.Die Grenzziehung läuft hierbei nicht durch die Gesellschaft ,sondern durch die Persönlichkeit, mal ist man als Mensch eher ein "zynischer Typ" mal ein "kynischer Typ".Grundsätzlich favorisiert der Autor der kynischen Akzent, ohne jedoch verschweigen zu können, dass keiner vor dem Abgleiten in zynische Allüren gefeit ist.Eigentlich verdeutlicht Sloterdijk anschaulich dass man keine Philosophie schreiben kann, ohne Psychologisches zu sagen.Begriffe und Bedeutungen werden von Menschen erdacht und sind somit keine überweltlichen Abstrakta ,denen man sich nur von "aussen" nähern kann.Sein Ansatz erinnert an Nietzsche der in den kritischen Texten sich gerne an die Motive des Gedachten heran pirscht, um somit das Gedachte auszuhebeln.