Was macht nun die Slingbox Solo. Die Slingbox Solo greift ein analoges Signal (Bild, Ton oder beides zusammen) eines beliebigen Gerätes ab und streamt es via Internet (deswegen ist der Upload so wichtig) an einen Client irgendwo im Internet oder Heimnetzwerk (Upload ist egal). Somit haben wir gleich ein paar Nachteile. Digitale Übertragungsstandards wie Toslink oder HDMI werden nicht unterstützt, was sich auf das Bild und vor allem den Ton auswirkt. Jedoch ist hier die Upload so oder so eine regulierende Größe. Mit Component ist man zum Glück an der Spitze analoger Übertragungsstandards, zumindest für das Bild. Beim Ton sieht es mit Cinch dagegen sehr mau aus. Aber wir wollen ja auch keine geschützten Inhalte wahllos verbreiten, was so oder so nicht wirklich gut ginge, da nur jeweils ein Client zugreifen kann, denn der Stream wird nicht über einen Server geleitet und dort beliebig vielen Clients bereitgestellt. Entscheidend für die Qualität des Streams ist der Upload, welchen die Slingbox an ihrer Internetverbindung zur Verfügung hat. Ein proprietäres Verfahren gleicht hier die Qualität dem Upload der Slingbox und dem Download des Clients an.
Wie funktioniert es praktisch. Per Scart, S-Video oder Component wird die Slingbox zwischen Ausgabegerät (DVD Spieler, Receiver, Camcorder, usw.) und TV gestöpselt. Zwei Infrarotsender werden vor den Infrarotempfänger des Ausgabegerätes platziert und zum Schluss kommt noch ein LAN Kabel zwischen Slingbox und Router. Es ist auch ein USB Port vorhanden, an welchen wohl ein WLAN Dongle angeschlossen werden kann. Bisher konnte ich zu unterstützten Geräten noch nichts im Internet finden. Danach wird per Homepage von Slingmedia das ganze konfiguriert. Hier zickte bei mir das benötigte Browser PlugIn gewaltig herum. Mit Firefox 4 funktioniert es gegenwärtig gar nicht. Auch anderen Browsern wie Opera oder Chrome mag es wohl nicht kooperieren wollen. Der neue Internet Explorer 9 ist auch nicht sein Freund. So musste ein alter Firefox 3 reaktiviert werden, damit es voran ging. Für Firefox 4 gibt es inzwischen modifizierte PlugIns von Usern aus dem Netz. Irgendwann wird auch Slingmedia merken, dass die Browser gelegentlich in neuen Versionen erscheinen. Der Rest der Konfiguration war dann sehr einfach und mein Ausgabegerät (Technisat Digiciorder HD S2-2) wurde sofort erkannt. Ansonsten kann man unbekannte Geräte, bzw. deren Fernbedienungen anlernen. Einzig die Routereinstellungen hinsichtlich des Port Forwarding erfordern Fachkenntnisse, die möglicherweise der ein oder andere nicht sofort parat hat. Danach noch den SlingPlayer runtergeladen und installiert und schon funktionierte alles reibungslos.
Nun die Haken. Wer ein SmartPhone sein Eigen nennt, darf dort im AppleStore oder Android Market noch einmal 20+X Euro für die SlingPlayer App hinblättern. Die Alternative via Browser Interface auf der Slingmedia Seite wird geblockt ... wie auch immer die das machen. Also man muss wohl oder übel noch einmal zusätzlich zahlen. Die Sache mit dem Infrarotsensor hätte man eleganter lösen können, als diese hässlichen Plastikwinkel. Eine abseits platzierte Sendeeinheit, mit der man alle Geräte im Raum ansteuern kann, wäre optimal gewesen.
Zusammenfassend bekommt man aber ein sehr innovatives und vielseitiges Produkt. Mit ein wenig Fachexpertise kann man hier nahezu alles von allen möglichen Ausgabegeräten ins Internet streamen. Im Heimnetzwerk entfaltet das Gerät sein volle Stärke. Im Garten auf dem Laptop alle Fernsehprogramme schauen zu können ist durchaus reizvoll. Aber auch im Internet hat man tolle Möglichkeiten. So kann ich die Skybox ansteuern und Bundesliga an jedem Ort der Welt (bei entsprechender Internetanbindung) schauen und zahle nicht umsonst die Gebühren.