Wär hier eine knackige HipHop-Scheibe à la "Brand new second hand" erwartet, wird knallhart enttäuscht. Die sehr elektro-lastigen Beats erinnern an einen unterm Strich unangenehmen Drogenexzess. Die Klänge sind wie aus einer fernen Welt und versetzen einen in einen seltsam irritierenden, melancholischen Zustand. Fast scheint es, als ob Herr Manuva aus den Untiefen seiner durch hohen Graskonsum unterstützten Kreativwerkstatt sämtliche Einfälle irgendwie zusammenschustert. Knackige erfrischende Beats, die das Blut in den Adern zum Schwingen bringen sind Fehlanzeige. Es scheint, als ob diese CD nicht geplant war, sondern einfach alles musikalische Material aus seiner Logic-Bibliothek auf eine Disc gepresst wurde. Dabei tendiert er immer mehr vom "Rappen" zum "Erzählen".
Roots Manuva ist ein spitzen MC, dessen Tracks bis "Dub come save me" die Wände meiner Wohnung zum Beben brachten. Aber mit seiner neuen musikalischen Richtung bebt weder die Hütte, noch geht die Musik steil nach vorn. Es erinnert mich daran, dass ich selber begeistert im bekifften Kopf Beats mit FruityLoops gezaubert habe und dann am nächsten Tag nüchtern dachte: "Ganz lustig, aber ein bißchen zu weit draußen."
Real Madrid gewinnt auch nicht jedes Jahr die Champions-League. Sprich, jeder Künstler darf auch mal Käse produzieren. Bleibt für alle Freunde des HipHops zu hoffen, dass Herr Manuva nochmal wieder an das anknüpft, was ihn früher ausgezeichnet hat: Knackige Beats, coole individuelle Melodien und Rappen bis der Arzt kommt.