"wichtig ist das interesse, wirklich musik zu machen und nicht nur irgend jemanden beeindrucken zu wollen" zitiert richard köchli einen slide-gitarristen und fügt selbst hinzu: "beharre auf deinem persönlichen tempo! musik ist keine frage der geschwindigkeit, und vor allem die slide-gitarre ist prädestiniert dazu, mit wenigen, aber intensiven tönen zu überzeugen!" das führt richard köchli denn auch auf der hervorragend eingespielten begleit-CD überzeugend vor: sehr langsam eingespielt wurden AMAZING GRACE oder GREENSLEEVES oder ein stück im stil des little feat-gitarristen lowell george. für den bereich blues hat köchli arrengements zusammengestellt im stile von robert johnson, johnny winter, ry cooder, mick taylor oder eric clapton - letzterer im CD-track nr. 35 sehr nett anzuhören - aber auch aus den verschiedensten licks zusammengestellte kleine vortragsstückchen mit steigendem schwierigkeitsgrad machen spaß: CD nr. 17 oder 29. im bereich COUNTRY/FOLK stellt er leo kottke vor - und auch ein beispiel seiner eigenen spielkunst (auch köchli hat natürlich ein paar CD's veröffentlicht). im bereich ROCK/POP findet man ZZ-TOP oder jeff beck - und staunt immer wieder über die mit großer präzision eingespielten demo-licks. zum schluss (nr. 78-81) finden sich vier band-sounds, zu denen man lead-guitar-ideen spielen kann. überhaupt empfiehlt es sich, beim lernen vom ohr und somit von der CD auszugehen - die TABULATUREN nur zu nutzen, um im zweiten schritt zu prüfen, WIE etwas gespielt wurde, ob in normaler stimmung oder in OPEN TUNINGS: E,D,G,A (oder gar in kottkes Gsus2); "kunst ist sprache, ausdruck, eine menschliche äußerung", schreibt köchli - und deshalb ist es wichtig, die im buch angeführten beispiele nicht mit noch größerer geschwindigkeit kopieren zu wollen - sondern in sich einen stil zu finden, mit dem man sich so ähnlich ausdrücken möchte... - richard köchli gibt viele wertvolle tipps, in welcher richtung man in sich hineinhorchen könnte, um den ausdruck einer eigenen stimmungslage zu verfestigen ... mit wah-wah-electric oder slow-picking und gedämpftem bass, mit anschwellenden metallischen sounds oder im pizzicato des country-chicken-gegackers der western-szene ...