Die originelle Story machte mich neugierig auf dieses Buch. Schließlich stolpert man nicht jeden Tag über einen Serienkiller, der seine Opfer gar nicht töten will, sondern es darauf abgesehen hat, sie ins Koma zu versetzen. . . eine richtig fiese Idee, dachte ich mir. Nach wenigen Seiten stellt sich aber bereits heraus, dass der Täter keinen besonders erschreckenden Grund dafür hat, wo man doch vermutet, dass solch eine Tat aus tiefstem Hass hervorgeht . . . zumindest kam ich zu dem Ergebnis, dass es doch kein schrecklicheres Schicksal geben kann, als unter vollem Bewusstsein im Koma zu liegen. Naja, Mark Billingham entschied sich allerdings für ein sehr simples Motiv, was nicht automatisch bedeutet, dass es sich hierbei um ein langweiliges Buch handelt. Ganz und gar nicht. Ich fand es durchaus spannend.
Einen großen Schwachpunkt hat das Buch dennoch: die Auflösung. Diese weist keine Überraschungen auf, denn wer der eigentliche Mörder ist, fand ich sehr leicht zu durchschauen. Billingham macht sich nicht mal die Mühe, den Leser auf zahlreiche falsche Fährten zu locken. Ich denke, er versuchte den Leser glauben zu lassen, dass Thorne recht hat. Denn er ist ja so sympathisch, wenn auch äußerst Stereotyp. Man möchte, dass der verbissene, gequälte Polizeimann die Wahrheit erkannte, die niemand sonst sehen wollte. Es funktioniert so aber leider nicht . . . großer Fehler war auch, Anne's Tochter in die Geschichte zu verwickeln, denn spätestens dann merkt man, dass Thorne's Überzeugung nur falsch sein kann . . .
Ach ja, und seine Motivation, sein traumatisches Erlebnis, ist zwar glaubhaft, aber viel zu überdramatisiert. Die ganzen Andeutungen bis zur endgültigen Enthüllung seines Grauens, nerven etwas.
Man hätte eindeutig mehr aus dieser tollen Idee machen können, aber „Sleepyhead" war für mich keine Verschwendung. Ich mochte die Charaktere sehr, auch wenn sie nicht so originell waren. Besonders die arme Alison schließt man in sein Herz und wünscht sich nicht sehnlichster, als das sie am Ende aufsteht und Anne umarmt . . .
Ich weiß, ich habe viel Negatives geschrieben, aber habe das Buch dennoch als positiv empfunden und würde es auch durchaus empfehlen.
Ich werde mir auch wohl noch ein weiteres Buch von Mark Billingham kaufen.
Der Mann hat schon Talent !