Auch das 77er Werk ,Sleepwalker' ist ein eh sehr superes Album der Briten, bei dem der melodic rock in voller Blüte steht. 1A komponierte songs, wunderschöne volle Arrangements, tolle Dramaturgie. Die Highlights sind ,Life On The Road', das düstere ,Mr. Big Man' und `Juke Box Music'; aber auch der Rest kann hier mithalten. Von den Bonus track seien noch ,Life Goes On', die Studio Version des späteren Live Klassikers ,Prince Of The Punks' und vor allem das großartige, an ein Krimithema erinnernde ,The Poseur' hervorgehoben.
Klar - die Kinks waren in den 70ern nicht die Stones, die kompromisslos losrockten, dafür punkteten Sie aber mit tollen Melodien und sehr filigranen Arrangements und rocken konnten sie schon auch , nur eben ausgefeilter und deswegen vielleicht nicht ganz so zwingend.
Das Problem, das Sie damals hatten war einfach die Musikwelt um Sie herum, denn die Kinks waren weder abgehobene Proger, noch posende Glamrocker und schon gar keine abgefuckten Punks. Und konnten sich Bands wie Led Zeppelin oder Pink Floyd mit Größenwahn in der einen oder anderen Richtung Schlagzeilen und Aufsehen verschaffen, so waren die Kinks damals halt nur eine ganz normale Rockband, die textlich noch dazu einen hohen intellektuellen Anspruch hatte. All das hört man dieser und auch den darauffolgenden beiden Studioalben an und es erklärt die relative Erfolgslosigkeit dieser ganz großen Band zu eben dieser Zeit.
Mit Aufkommen des PostPunks und des Power Pops waren Sie dann aber wieder da, und zwar völlig zurecht, den genau die dann aufkommenden Gruppen waren allzu oft Epigonen der Kinks.
Bedenkenlos kaufen kann man die Kinks Alben ab 1977 aber dennoch alle und wird nie enttäuscht, weil erstens: die band einfach traumhaft spielte und zweitens: Ray Davies ein ganz großer songwriter zu dieser Zeit war. Also Leute - hört wieder mehr Kinks!