Es ist kaum zu glauben, dass Julia Leigh, die Regisseurin des Filmes, zuvor nie einen eigenen Film visualisiert hat. Nachdem das Drehbuch bereits 2008 auf der "Black List of unproduced screenplays" (Auflistung der besten unverfilmten Scripte des Jahres) für Aufmerksamkeit sorgte, war ich gespannt, was hinter diesem Projekt steht. 2011 feierte der Film schließlich Premiere in Cannes und einige deutsche Zuschauer hatten das Glück dieses kühle Meisterwerk auf dem Filmfest Hamburg sehen zu können.
Julia Leigh hat einen stark unterkühlten Film geschaffen, der nicht verstörender Wirken könnte. Er behandelt psychologisch und gleichzeitig sehr distanziert eine ganz andere Art der Prostitution. Der Film hebt sich von sämtlichen Klischees der Filmkunst ab und wird von einem Soundmix unterstüzt, was ebenso unterkühlt und distanziert wirkt. Es ist erstaunlich, mit was für kleinen Mitteln hier Film geschaffen wurde, der mit wenig detaillierten und vielen distanzierten Bildern so eine verstörende Wirkung bezweckt.
Emily Browning, die seit "Sucker Punch" international bekannt ist, zeigt hier, dass sie auch in einem ernst zunehmenden Drama überzeugen kann. "Sleeping Beauty" war eines der Filmhighligts 2011 - und endlich kommt er nach Deutschland.