Holden Carvers Leidensgeschichte findet kein Ende. Nachdem er im zweiten Band der Serie ("Die Schlinge zieht sich zu"), sich dazu entschied in Taos Organisation zurückzukehren, vergeht er in Selbstmitleid. Dass verletztende Verhalten Miss Miserys (gemäß ihrer Natur) tut auch sein Übriges, um seine Entscheidung anzuzweifeln.
Doch die Karten werden neu gemischt, als sich herausstellt dass sein ehemaliger Chef John Lynch aus dem Koma erwacht ist. Lynch nimmt wieder mit Holden Kontakt, um den Kampf gegen Tao wieder aufzunehmen. Doch wie wird sich Holden verhalten, nachdem er sich von ihn in Stich gelassen fühlte?
Und was hat es damit auf sich, dass die beiden Intriganten Tao und Lynch soviel Hass aufeinander empfinden?
Zumindest auf die letzte Frage wird in diesem Band eingegangen. Dabei wird die Figur Lynch noch etwas vertieft und wesentlich symphatischer dargestellt als dies in den Vorgängerbänden der Fall war und die Motive Taos (dessen Hintergrundgeschichte man schon im zweiten Band erfuhr )werden ebenfalls aufgelöst. Diese Beziehung ist auch das eigentliche Herzstück des Bandes, der im Grunde nichts weiter tut als noch einmal alle Geschehnisse und Themen der Serien zu rekapitulieren, bis sie im vierten Band "Das große Erwachen" zusammengefasst werden.
Ansonsten wird der Ernst der Geschichte, durch etwas Humor (ausgehend von Carvers Untergebenen "Pit Pull" und "Black Wolf" ) aufgelockert, der zum Glück nicht überhand nimmt und auch in Bereich der Kolorierung hat sich etwas getan. Waren die Farben in den Vorgängerbänden etwas verwaschen, sind sie im dritten wesentlich kräftiger. Zwar verliert der Band nichts von seiner Atmosphäre, aber das Gefühl beim betrachten der Bilder ist doch ein anderes als zuvor.
Abgerundet wird der Band mit einem Interview mit Ed Brubaker, der einiges über seine Arbeit und Themen zu erzählen weiß.
Ein guter dritter Band also, der alles tut um erwartungsvoll auf das große Finale der Serie gespannt zu sein.