Slanted #13 - Grotesque 1 (To Create A More Graceful, Human Appearance) beschäftigt sich mit zeitgenössischen und historischen humanistischen Groteskschriften. Ihren Ursprung haben sie nach allgemeiner Auffassung im England des frühen 20. Jahrhunderts, in der damals neu entwickelten Schrift für das Leitsystem der London Underground bzw. in der darauf basierenden Gill Sans. Je nach Kulturkreis oder Klassifikation wird die Schriftart auch Humanist Sans, Lineal Humanist, Semi-Grotesk, Jüngere Grotesk, Lineare serifenlose Schriften mit dynamischem Formprinzip etc. genannt.
Mit Freude präsentieren wir eine Vielzahl dementsprechender und benachbarter Grotesk-Schriften, Illustrationen und Projekte. Sehenswerte Fotoreportagen sind "Heterotopien" von Karsten Kronas (Bielefeld), "A Marriage with God" von Anusha S. Yadav (London) und "Power To The People" von Christian Minke (Hüttenberg), der vor kurzem während der dortigen Revolution in Ägypten unterwegs war. Die Type Essays von Flo Gaertner (Karlsruhe), Alexander Negrelli (Berlin) sowie Dan Reynolds (Berlin) beschäftigen sich mit den Humanist Sans. Zu lesen gibt es außerdem Interviews mit Erik Kessels (Amsterdam), Jonathan Barnbrook (London), Don Karl aka Stone (Berlin) und Pascal Zoghbi (Beirut), Christian Minke (Hüttenberg), Eiko Nagase (Tokyo), Yosuke Yamaguchi (Tokyo) sowie den dritten Teil des Tokyo Reports von Ian Lynam (Tokyo) und einen weiteren musikalischen Reisebericht von Frank Wiedemann (Berlin).
Übrigens: Slanted #13 und #14 bilden eine Doppelnummer zum umfangreichen Feld der Groteskschriften. Ausgabe 14 (erscheint im Juni) wird neuere Schriftentwürfe in der Tradition der amerikanischen, Neo- oder geometrischen Grotesk beleuchten.