Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Back to the roots - Positiv wie negativ , 12. Juli 2008
In "Slam" widmet sich Nick Hornby seinem Lieblingsthema, dass schon Romane wie "High Fidelity" oder "About a Boy" geprägt hat: Menschen am Scheideweg und ihre Angst vor einem neuen Lebensabschnitt. Ein noch kindsköpfiger junger Mann der sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt, dem zu entsprechen, was die Gesellschaft unter "Reif und Erwachsen" versteht, rutscht in eine Situation, in der er sich plötzlich gezwungen sieht Verantwortung für sein Leben und sein direktes Umfeld zu übernehmen. Mittelpunkt des Buches sind dabei keine komplexen Ereignisse, sondern der äußerst widerstrebend durchlebte Reifeprozess der Hauptperson Sam.
Der wesentliche Unterschied zu den beiden oben genannten Romanen ist, dass der Ich-Erzähler diesmal kein spät entwickelter 30jähriger Berufsjugendlicher ist, sondern ein echter Teenager, der normalerweise seine naives Kindsein noch genießen könnte, wenn seine Freundin nicht ungewollt schwanger geworden wäre. Gemein ist den Romanfiguren hingegen die Angst vor einem völlig neuen, unbekannten Lebensabschnitt und die Erkenntnis dass Menschen keine Inseln sind, die ihr Schicksal ganz allein in den Händen haben, sondern das bestimmte Entwicklungen unvermeidlich sind und man sich mit ihnen arrangieren muss.
"Slam" weißt in vielem die bekannten Qualitätsmerkmale von Hornby auf: Die Gedanken der Hauptperson sind brillant in Worte gefasst. Grandioser Wortwitz und treffend beschriebene wieder erkennbare Gefühle ziehen sich wie ein roter Faden durchs Buch. In der Hinsicht ist Nick Hornby einer der besten zeitgenössischen Schriftsteller überhaupt. Die Geschehnisse sind überwiegend warmherzig und positiv ohne dabei in ein kitschiges "Alles wird gut" abzudriften.
Das vielleicht positivste Element ist jedoch Hornby literarische Entwicklung. Mittels des für ihn ganz neuen Stilmittels aus Zeitreisen/-sprüngen wirft er einen frischen "Vorher/Nachher"-Blickwinkel auf das bekannte Thema des menschlichen Entwicklungsprozesses und die Angst vor Neuem und Ungewohnten.
Es gibt allerdings auch ein paar Aspekte zu bemängeln. Ob Sam tatsächlich so denkt und fühlt wie ein normaler Teenager oder eben doch nur, wie sich der 50jährige Hornby einen Teenager in der heutigen Zeit vorstellt, bleibt zweifelhaft. Da Menschen nun mal unterschiedlich sind, kann man das nicht verallgemeinern und es wird sich nie endgültig klären lassen. Ein etwas fades Gefühl bleibt indes zurück. Hornby hätte besser daran getan sich von vornherein auf einem weniger angreifbaren Terrain zu bewegen. Zumal sich wohl auch der größte Teil seiner Leserschaft nur bedingt mit der speziellen Situation identifizieren kann.
Ein bisschen enttäuschend ist auch, dass Hornby sich ausschließlich auf den Protagonisten konzentriert (ähnlich wie in "High Fidelity") und dabei das Erzählen einer guten Geschichte vernachlässigt. Der hätte es besser getan, wenn er nicht auf ganze Phasen in dem Prozess des Kinderkriegens (wie etwa die gesamte Schwangerschaft) nahezu komplett verzichtet und man ein bisschen mehr aus der Sicht der jungen Mutter erfahren hätte.
Sollte sich Hornby seinen messerscharf analysierenden Blick auf seine Mitmenschen und seinen unvergleichbaren Wortwitz bewahren, und sich zusätzlich endlich die Zeit nehmen eine komplexe, umfassende Geschichte zu erzählen, statt lediglich eine prägende Phase aus dem Leben einer Person, wird dieser Roman sicherlich ein Meisterwerk. Hoffen wir darauf und erfreuen uns bis dahin daran, was er uns bietet. "Slam" erfüllt zwar nicht diesen Traum, nährt aber die Hoffnung, dass er in Erfüllung gehen könnte.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfühlsames Fabulieren mit herrlichen Passagen, 25. April 2008
Nick Hornby fabuliert wieder einmal wunderbar frei und frech über die kleinen und großen Hürden und Schwierigkeiten, die das Leben so mit sich bringt. Diesmal aus den Augen eines 15 jährigen Jungen, der noch so gar nicht richtig weiß, was er will, was das Leben eigentlich soll, wohin mit all den vielen Gedanken und Gefühlen, bis das Leben auf seine ganz eigene Art recht heftig an seine Tür klopft.
Hornby beschäftigt sich aber nicht nur mit den Lebensanschauungen und Verhaltensweisen eines Heranwachsenden, dem ersten Sex, vielen ersten Gefühlen, der ganzen Angst usw. sondern hat hier auch eine wunderbare Plattform, um immer wieder seine auf sanften Pfoten sich heranschleichende gesellschaftliche Kritik anzubringen. Darüber hinaus versteht er es, einen immer wieder so wunderbar zum Lachen zu bringen. Herrlich! Ein wieder einmal absolut lesenswertes Buch, dessen Charaktere einen auch nach der letzten Seite noch länger begleiten werden.
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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nick Hornby auf dem Deck, 8. März 2008
Wie geht das? Nick Hornbys -Slam- scheint, jedenfalls hier bei amazon, die Hörer, oder auch Leser, völlig unterschiedlich anzusprechen. Es gibt eine Menge Bücher oder Filme, bei denen ich diese unterschiedlichen Reaktionen bestens verstehe, bei Slam- bin ich jedoch ein wenig verwirrt.
Die meisten Nick Hornby-Leser mögen den Stil und die Storys des Engländers. Ob -Fever Pitch- -High Fidelity- oder -A long way down-, Hornby ist immer am Puls der Zeit. Er weiß, wie die Protagonisten, gäbe es sie in der realen Welt, sprechen und handeln würden. Sein Humor ist speziell, detailgetreu und intelligent. Seine Beobachtungsgabe bringt verworrene Sachverhalte explizit auf den Punkt. Oft braucht Hornby dafür nicht mehr als ein paar Sätze oder eine hingeworfene Bemerkung. Das hat Klasse und ist überaus unterhaltend.
Genau diese Eigenschaften weist -Slam- auf. In diesem Roman erzählt Hornby aus der Sicht des 15jährigen Skaters(Das ist ein Skateboarder!) Sam, der die gleichaltrige Alicia kennen lernt. Die beiden schlafen zusammen und Alicia wird schwanger. Eigentlich eine alltägliche Geschichte, mag man denken. Aber Sam ist selbst Sohn einer Mutter, die ihn mit 16 Jahren zu Welt brachte und Alicias Eltern fühlen sich gegenüber Sam und seiner Mutter irgendwie ein bisschen -besser-. Na ja, und dann hat Sam noch dieses Tony Hawk(Das ist DER Skater)-Poster an der Wand hängen. Haben ja viele Jugendliche. Aber nicht jeder spricht mit einem Poster und wartet darauf, dass der abgebildete Skate-Gott auch noch Ratschläge gibt. Sam macht genau das! Und lernt dabei fürs Leben. Das ist allerdings schwer genug. Sam und Alicia schippern von einer Krise in die nächste, sind zusammen und wieder auseinander. Das Leben geht dabei gnadenlos weiter...
Berichterstatter dieser jugendlichen Eltern-Beziehung ist Nick Hornby; mit Leib und Seele. Er versetzt sich gekonnt in die jungen Eltern hinein und zeigt uns ihre Sicht der Dinge. Das ist in jedem Fall gelungen.
Die gekürzte Hörbuchversion zerreißt den Stoff nicht. -Slam- kommt in einem Guss rüber. Matthias Schweighöfer liest auf den sechs CDs mit voller Hingabe und erinnert mich manchmal an den jungen Klaus Hoffmann. Schweighöfer findet Hornbys Pointen und bringt sie ohne Verlust an den Leser. Ich habe mich gut unterhalten und fand vom Schmunzeln bis zum lautstarken Lacher jede Nuance des Nick-Hornby-Humors wieder.
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